Die Digitalisierung wartet nicht

Resignation und neue Ansätze

Deutsche und europäische Anbieter für digitales Bezahlen hinken der amerikanischen Konkurrenz aktuell immer noch hinterher. Paydirekt etwa, das Prestige-Projekt von Deutscher Bank und Sparkassen, scheint nun tatsächlich eingestellt zu werden. Laut Branchenberichten soll der Dienst, der inzwischen einen Betrag in dreistelliger Millionenhöhe verschlungen hat, in einem neuen Service aufgehen. Ähnliche Pläne haben zudem europäische Finanzdienstleister in Bezug auf kontaktloses Bezahlen per Smartphone.

Ein Millionengrab

Im Jahre 2015 startete Paydirekt in Deutschland und sollte als direkter Konkurrent zum amerikanischen Marktführer PayPal etabliert werden. Jedoch blieb der Dienst hinter den Erwartungen zurück: Die beteiligten Kreditinstitute hatten offenbar interne Meinungsverschiedenheiten, Onlinehändler scheuten die Kooperation und auch die Kunden nutzen lieber das bereits bekannte PayPal. Eine Geldspritze von 60 Millionen im März 2019 sollte Abhilfe schaffen, jedoch ohne nennenswerte Resultate. Nun wird der Dienst laut Informationen des Handelsblattes offfenbar in einem neuen Projekt namens X-Pay aufgehen.

So scheint es für Sparkassen, Genossenschafts- und Privatbanken durchaus möglich, ihre verschiedenen Online-Bezahlservices zu bündeln. Hierzu zählen neben Paydirekt auch Giropay und Kwitt, die zurzeit noch separat angeboten werden und so den Markt stark segmentieren. Eine Zusammenlegung – so hoffen die Banken – könnte die Attraktivität der Produkte steigern. Hinzu soll ein Programm kommen, das die Girocard zum Online-Shopping per Smartphone freigibt.

Neuerliches Aufbäumen

Ein neuer Zusammenschluss europäischer Zahlungsdienstleister versucht indes, einen einheitlichen und unabhängigen Service für Mobile Payment in Europa zu etablieren. Unter dem Namen European Mobile Payment Systems Association (EMPSA) haben sich Finanz-Startups aus Dänemark, Norwegen, Finnland, Portugal, Belgien und der Schweiz zusammengetan, um den Tech-Konzernen aus dem Silicon Valley Paroli zu bieten.

Hinter den jungen Unternehmen stehen wiederum nationale Bankenverbände, die freilich ein großes Interesse an Konkurrenzprodukten zu Apple Pay, Google Pay, Visa und Mastercard haben. Das EMPSA-System will die Zahlung bei Smartphone in Echtzeit anbieten, an der Ladenkasse dient ein QR-Code der Authentifizierung. Die größte Hürde für die neue Vereinigung sind aber weder die Konkurrenten, noch die Banken. Vielmehr müssen Händler und Kunden überzeugt werden, den Zahlungsdienst zu wechseln. Denn im Gegensatz zu EMPSA bieten Apple und Google schon länger entsprechende Lösungen in Deutschland an.

Weiterführende Links:

Weiterlesen:


Montag bis Freitag von 9 bis 22 Uhr stehen wir Ihnen persönlich und diskret zur Verfügung.
Rufen Sie uns an oder senden Sie uns eine E-Mail, unter .
Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme.