Quirin Privatbank: Robo Advisor Studie 2019

Im Juli 2019 veröffentlichte die Bankingclub GmbH eine Studie, die in Zusammenarbeit mit der Quirin Privatbank entstanden ist. Die Untersuchung beschäftigte sich mit der Entwicklung von Robo Advisors auf dem deutschen Markt.

Hierfür wurde eine Liste aller existierenden deutschen Robo Advisors erstellt – inklusive jener Dienste, die inzwischen eingestellt wurden. Die Studie betrachtete etwa die Kosten der einzelnen Anbieter und verglich den deutschen Markt mit dem amerikanischen. Dabei zeigten sich gravierende strukturelle Unterschiede, die den aktuell schwachen Stand der Robos in Deutschland erklären könnten.

Zu geringes Interesse

Zurzeit existieren dreißig verschiedene Robo Advisors in Deutschland, wobei erste Robos laut der Studie bereits in den frühen 2000er Jahren entstanden. In vorliegenden Fall wurde der Zeitraum von 2013 bis 2019 betrachtet, wobei die meisten Robo Advisors im Jahre 2017 an den Start gingen – insgesamt acht Stück. In den Jahren 2017, 2018 und 2019 verschwanden allerdings auch fünf Anbieter vom Markt. Hierzu zählte etwa N26 Invest, das Robo-Angebot der Online-Bank N26. Deren vergleichsweise junger Kundenstamm schien an einem digitalen Advisor kein Interesse gehabt zu haben.

Zudem scheitern viele Robo Advisors hierzulande offenbar an der Angst der Deutschen vor Wertpapierinvestments. Dies immerhin lassen die Zahlen vermuten: In Deutschland werden lediglich 14 Milliarden Euro von Robo Advisors verwaltet. Im Vergleich dazu haben US-Bürger, die als aktienaffiner gelten, ganze 664 Milliarden Euro bei Robos investiert.

Zu teuer?

Doch es gibt laut der Untersuchung ein zweites großes Problem: Die deutschen Robo Advisors sind nicht günstig genug. Die klassische Zielgruppe eines Advisors – Anleger, die auf preiswerte Gebührenmodelle aus sind – wird kaum angesprochen. In der vorliegenden Untersuchung betrachtete die Quirin-Bank jährliche Robo-Kosten für einen Anlagebetrag von 25.000 Euro. Der Quirin-Ableger quirion schnitt mit 72 Euro pro Jahr am günstigsten ab. Der Konkurrent Whitebox lag mit 238 Euro etwa im Mittelmaß. Die höchsten Gebühren verlange truevest: Kunden müssen für den genannten Anlagebetrag hier 488 Euro im Jahr bezahlen. Das investierte Kapital bei truevest beläuft sich daher nur auf moderate 100 Millionen Euro.

Doch wie sieht der klassische Kunde eines deutschen Robo Advisors aus? Wie die Studie herausstellte, sind 90 Prozent der Anwender männlich und im Durchschnitt 48 Jahre alt. Sie beziehen ein Median-Einkommen von 54.000 Euro im Jahr, von dem sie zwischen 1.000 Euro und 1.500 Euro bei Robo Advisors investieren. Auch hier zeigt sich: Die Kunden legen keine großen Vermögen an. Vielmehr scheinen sie den Advisor als Anlage-Experiment zu begreifen, bei dem im besten Fall ein kleiner Gewinn erwirtschaftet werden kann. Bei einer Anlagesumme von rund 1.000 Euro schmerzt es allerdings auch nicht so sehr, wenn Verlust gemacht wird. Größere oder ambitioniertere Investoren scheinen an deutschen Robo Advisors hingegen kaum Interesse zu haben.

Erläuternde Grafiken zur Robo Advisor Studie 2019 finden Sie hier.

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