Anlegermonitor Juli 2019: Krisen überall

Auch im Juli 2019 hat die Deutsche Wertpapiertreuhand ihre Senior Partner nach den Empfindungen und Einschätzungen ihrer Mandanten befragt. Welche Themen beschäftigten die Mandantenbasis besonders und wie wurde das Umfeld zur Vermögensanlage im Juli diesen Jahres beurteilt?

Einschätzungen und Stimmungen

Auch diesmal konnten unsere Senior Partner die aktuelle Stimmung der Mandanten in Form einer Skala angeben. Die Werte von 1 bis 10 standen dabei aufsteigend für die Zuversicht der Mandanten in Bezug auf das aktuelle Umfeld zur Vermögensanlage.

Stimmungsbarometer

Die positive Juni-Stimmung der Mandanten blieb auch im Juli bestehen. Mehr als die Hälfte der Senior Partner bewertete die Mandantenstimmung mit den Werten 5 oder 6 (jeweils 26,1 Prozent). Zudem nannte rund ein Fünftel der Senior Partner den Wert 7 (21,7 Prozent). Die Werte 8 (deutlich positiv) und 4 (eher negativ) wurden von jeweils 8,7 Prozent der Berater angegeben.

Im Mittel zeigte sich im Juli eine Einschätzung von 5,65: Die Mandantenstimmung blieb also recht konstant. Im Vormonat betrug sie 5,60.

Internationale Politik

Die weltweite Krisenstimmung im Juli schlug sich auch auf unsere Mandanten nieder. Vor allem die großen politischen Konfliktherde beschäftigen sie diesen Monat. Dazu zählte etwa die Ernennung Boris Johnsons zum neuen Britischen Premierminister: Johnson folgt auf Theresa May und setzt im Gegensatz zu seiner Vorgängerin auf einen harten Brexit-Kurs. Die Anleger fragten sich daher, welche Folgen ein Brexit ohne Handelsabkommen für die Kapitalmärkte haben würde.

Auch die Vereinigten Staaten machten durch ihre aggressive Außenpolitik erneut von sich reden. Der Handelskonflikt mit China und der Europäischen Union besorgte die Mandanten daher im Juli. Hinzu kam der weiterhin bestehende Konflikt zwischen den USA und dem Iran.

Das Personalkarussell in der Europäischen Union war naturgemäß ebenfalls ein großes Thema. Die Wahl Ursula von der Leyens zur EU-Kommissionspräsidentin wurde auch unter den Mandanten kontrovers diskutiert, ebenso wie die mögliche Einflussnahme Angela Merkels in die Wahl. Gleichzeitig war aber auch der Gesundheitszustand Merkels von Relevanz, genauso wie ein immer noch mögliches Ende der GroKo vor dem Jahr 2021.

Aufgrund der anhaltenden Hitzewelle blieb die Klimadebatte für die Anleger ebenfalls ein wichtiges Thema. Sie standen dem Problem eher gespalten gegenüber und fragten sich, ob die Politik andere wichtige Sujets vernachlässigt.

Themen, die unsere Mandanten bewegten:

  • Boris Johnson und der harte Brexit
  • Handelskonflikte
  • EU und GroKo
  • Klimadebatte

Wirtschaft und private Anlage

Im Juli war das Thema Negativzinsen allgegenwärtig und bewegte daher auch unsere Mandanten. Die Senkung des Leitzinses durch die US-Notenbank Federal Reserve und die Politik der Zentralbanken im Allgemeinen wurde in diesem Kontext besonders stark diskutiert. Ist die Senkung des Zinsniveaus für die Aktienmärkte positiv oder negativ zu bewerten? Welchen Einfluss haben die Zentralbanken auf die Wirtschaft? Und wie sollte man als Sparer in Zeiten des Negativzinses agieren bzw. welche Anlagealternativen gibt es?

Ebenfalls trieb die Anleger die Furcht vor einer kommenden Rezession um. Wie sind die Hiobsbotschaften von einem ökonomischen Abschwung mit dem gleichzeitigen Aufschwung an den Kapitalmärkten in den USA und China zu vereinbaren? Und welche Rolle nimmt die deutsche Wirtschaft hier ein?

Ansonsten beschäftige die Mandanten wie üblich ihre private Geldanlage. Aus Sicht der Senior Partner ergab sich hier ein zwiespältiges Bild. Einerseits gab es Mandanten, die sehr vorsichtig mit ihrem Geld agierten und die Investition in Aktien scheuten. Sie stellten sich die Frage, weshalb es Positionen im Depot gibt, die immer wieder Verluste machen.

Andere Mandanten wiederum interessierten sich sehr für reine Aktienstrategien oder Aktien auf dem chinesischen Markt. Auch nachhaltige Geldanlage war diesen Monat wieder ein Thema, ebenso wie die Entwicklung der Aktienmärkte in der zweiten Jahreshälfte 2019.

Themen, die unsere Mandanten bewegten:

  • drohende Negativzinsen und Notenbankpolitik
  • Angst vor möglicher Rezession
  • vorsichtiges Agieren mit Aktien einerseits
  • hohes Interesse an speziellen Aktien andererseits

Im Vergleich zum Vormonat brachte der Juli keine großen Veränderungen bei der Mandantenstimmung. Die Anleger zeigten sich weiterhin positiv gestimmt, blieben aber bezüglich der weltpolitischen Lage skeptisch. Aktuell scheint es für sie viele globale Unsicherheitsfaktoren zu geben. Die Investition in Aktien war im Juli ebenfalls bedeutend: Ein Teil der Mandanten zeigte hier großes Interesse, ein anderer schreckte vor Aktien eher zurück.

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