Deutsche Banken schrumpfen weiter

Gestrichene Stellen

Die Banken in Deutschland befinden sich aktuell in einer Umbruchphase: Viele Kreditanstalten sind zu groß und erwirtschaften gleichzeitig zu wenig Gewinn. Dies führte in den letzten Jahren zu massiven Stellenkürzungen in der Branche. Wie die Finanzberatung Barkow Consulting ermittelte, wurden im deutschen Bankensektor 2018 rund 32.000 Stellen gestrichen.

Die Entlassungswelle wird wohl auch im Jahr 2019 weitergehen – immerhin haben viele Banken keine andere Möglichkeit, als sich gesund zu schrumpfen. Deutschlands größtes Geldinstitut, die Deutsche Bank, plant in diesem Jahr den weitreichendsten Stellenabbau seit ihrer Gründung. Global sollen rund 20.000 Angestellte entlassen werden, das entspräche knapp 20 Prozent der gesamten Belegschaft. Aus Sicht der Bank handelt es sich um ein notwendiges Übel, um den Herausforderungen der Gegenwart zu begegnen.

Stetiger Abbau

Diese Herausforderungen sind nämlich groß. Der Bedarf des klassischen Bankkunden hat sich im Lauf der letzten zwanzig Jahre stark gewandelt, unsere Gesellschaft ist digitaler, vernetzter und bequemer geworden. Große und kleine Banken hinken dieser Entwicklung hinterher, sie sind zu unflexibel, ihre Strukturen zu gefestigt. Der unsteten Gegenwart begegnet man vor allem durch Abbau von Stellen und Filialen.

Gab es im Jahr 1997 noch 765.000 Stellen im deutschen Bankensektor, so sind es heute nur noch 565.000. Die Anzahl der Filialen ist von 4.500 im Jahr 1991 drastisch auf 1.800 in diesem Jahr gesunken. Aus Bankensicht mag dies in der Tat ein notwendiger Schritt gewesen sein – die Kunden hingegen verlieren doppelt. Sie büßen die örtlichen Filialen ein, erhalten aber keinen adäquaten digitalen Ersatz. Eben diese Nische besetzten in den letzten Jahren zunehmen Finanz-Start-Ups und Fintechs.

Neue Konkurrenz

Vor allem jüngere Konsumenten interessieren sich für günstige, dezentrale Banking-Systeme, die online zu nutzen sind. So etwa erklärt sich der Erfolg der nicht unumstrittenen Online-Bank N26. Gleichzeitig drängen Apple und Google mit eigenen Online-Bezahldiensten in den Markt, während Facebook eine Kryptowährung namens Libra plant. Etablierte Banken haben dieser Entwicklung bisher wenig entgegenzusetzen.

Um lebensfähig zu bleiben, ist eine Öffnung hin zum Digitalen allerdings unerlässlich. Der Kunde erwartet von seiner Hausbank in diesem Bereich langfristige und attraktive Angebote. Aufgrund ihrer festgefahrenen Strukturen ist ein Wandel für viele Banken aber oft schwierig. Ein ähnliches Problem hat auch die Europäische Union: Ihr fehlen digitale Innovationstreiber wie im Silicon Valley. Um Kryptowährungen wie Bitcoin und Libra die Stirn zu bieten, hat die Unionsfraktion im Bundestag zusammen mit einigen Ökonomen nun eine europäische Digitalwährung gefordert, den sogenannten E-Euro. Dieser soll von den Zentralbanken ausgegeben werden. Welcher praktische Vorteil dabei für den Nutzer entsteht, blieb allerdings mehr als vage. Auch gehen einige Experten von einer hohen Krisenanfälligkeit des E-Euros aus.

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