Anlegermonitor Mai 2019: Zeiten des Umbruchs?

Welche Themen bewegen unsere Mandanten zurzeit besonders? Und wie bewerten sie das Umfeld für die Vermögensanlage? Diese Fragen stellt die Deutsche Wertpapiertreuhand einmal im Monat ihren Senior Partnern in Form einer internen Umfrage. Auch im Mai 2019 gaben unsere Senior Partner einen Einblick in die Gedankenwelt der Mandanten.

Einschätzungen und Stimmungen

Bei der Frage, wie die Mandanten das momentane Umfeld für die Vermögensanlage einschätzen, konnten unsere Senior Partner wie üblich einen Wert auf einer Skala von 1 bis 10 angeben. Der Wert 1 stand für eine sehr negative Stimmung, der Wert 10 für eine besonders positive.

Stimmungsbarometer

Die Zuversicht unserer Mandanten verschlechterte sich im Vergleich zum Vormonat leicht. Vergleichen mit April 2019 gab es weniger moderate Stimmen (Wert 5), dafür aber deutliche Ausschläge in den negativen und positiven Bereich. Über 38 Prozent der Senior Partner gaben die Werte 1, 3 oder 4 an. Weitere 33,3 Prozent bescheinigten jedoch eine optimistische Mandantenstimmung bei den Werten 6, 7 oder 8.

Im Mittel wurde von unseren Senior Partnern eine Einschätzung von 4,85 abgegeben: Das entspricht einem leichten Abfall der Zuversicht von 0,28 Prozent.

Politische Ereignisse

Die Europawahl im Mai war für unsere Mandanten selbstredend ein großes Thema. Während die Grünen als klarer Wahlsieger in Deutschland hervorgingen und ein Plus von 9,8 Prozent verbuchen konnten, fuhren Union und SPD historisch schlechte Ergebnisse ein. Als bedenklich stuften unsere Mandanten das vergleichsweise gute Abschneiden der AfD ein: Diese erhielt bundesweit 11 Prozent der Stimmen. Viele Mandanten fragten sich nun, ob die Große Koalition in Deutschland weiter bestehen bleibt, oder ob es zu einem Bruch kommt. Ebenso interessierte die Mandanten der künftige Kurs in Europa, etwa was die Wahl des EU-Kommissionspräsidenten betrifft.

Die politischen Entwicklungen in Europa waren im Mai generell von großem Interesse für die Anleger. Beispielhaft ist hier die Regierungskrise in Österreich zu nennen: Diese wurde mit der Veröffentlichung des sogenannten “Ibiza-Videos” ausgelöst, führte zum Sturz des österreichischen Bundeskanzlers Kurz und zu angekündigten Neuwahlen im September 2019.

Auch der Brexit ließ unseren Mandanten im Mai keine Ruhe. Nach dem Rücktritt von Theresa May stellt sich nun die Frage, wer ihr als Premierminister folgen wird und wie sich der Austritt Großbritanniens aus der EU künftig gestaltet. Kann ein geordneter Brexit vollzogen werden oder kommt es schlussendlich zu einem No-Deal?

Schließlich waren auch die Staatsschulden Italiens erneut ein Thema. Die EU-Kommission hatte kürzlich empfohlen, ein Strafverfahren wegen der enormen Staatsverschuldung in Italien einzuleiten. Zudem herrscht in der italienischen Regierung zurzeit ein Koalitionsstreit zwischen den beiden Regierungspartnern Lega und Fünf Sterne.

Themen, die unsere Mandanten bewegten:

  • Ergebnisse der Europawahl
  • Stabilität der GroKo
  • Regierungskrise in Österreich
  • Brexit
  • Staatsverschuldung Italiense

Wirtschaft und Geldanlage

Da der Handelskonflikt zwischen den Vereinigten Staaten und China im Mai eine neue Eskalationsstufe erreichte, zeigten sich auch unsere Mandanten besorgt. US-Präsident Trump hatte den chinesischen Tech-Riesen Huawei zuvor auf eine sogenannte Schwarze Liste gesetzt: Handelskontrollen zwischen amerikanischen Unternehmen und Huawei wurden dadurch massiv verschärft. Einige Silicon-Valley-Firmen hatten daraufhin angekündigt, nur noch eingeschränkt mit Huawei arbeiten zu wollen. China wiederum drohte mit der Verknappung Seltener Erden – also bestimmten Metallen, die für die Erstellung von Computern und Smartphones benötigt werden. Unsere Mandanten fragten sich indes, wie weit die Marktmacht Chinas inzwischen reicht, auch in Bezug auf die sogenannte Neue Seidenstraße.

Die ersten wirtschaftlichen Folgen des Handelskriegs sind bereits an den Kapitalmärkten spürbar, was unsere Mandanten beunruhigte. Insgesamt war die Wirtschaft – global, deutschland- und europaweit – von großer Relevanz für die Anleger. Sie fragten sich, welche Folgen eine schwache Konjunktur für ihr Portfolio haben könnte.

Anlageentscheidungen und Wertpapierhandel spielten bei diesen Überlegungen ebenfalls eine große Rolle. Einige fragten sich, wie sie ihre Rendite verbessern könnten, ob sie stärker in Aktien investieren oder doch lieber dem Motto Sell in May and go away folgen sollen. Wieder andere scheuten Aktien, fühlen sich von der Steuerlast beim Wertpapierhandel erdrückt oder beschäftigen sich mit der Ruhestandsfinanzierung. Wie bereits in den letzten Monaten befassten sich die Anleger zudem mit der Zinslage in Europa und den USA. Hier spielte die Geldpolitik der Notenbanken eine entscheidende Rolle.

Themen, die unsere Mandanten bewegten:

  • Handelskrieg USA/China
  • wirtschaftliche Entwicklung
  • Überlegungen zur Wertpapieranlage
  • Zinssituation

Die Stimmung unserer Mandanten hat sich im Mai 2019 leicht verschlechtert, vor allem gab es deutlich positive und negative Ausreißer. Die Europawahl war eines der bestimmenden Themen im Mai, ebenso die Staatskrisen in verschiedenen europäischen Ländern. International beschäftige der Handelskrieg zwischen den USA und China die Mandanten. Richtung und Ausformung der persönlichen Geldanlage waren ebenfalls von großem Interesse.

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