Anlegermonitor April 2019: Eine Zukunft voller Fragen

Einmal im Monat bittet die Deutsche Wertpapiertreuhand ihre Senior Partner, an einer internen Umfrage teilzunehmen: Ziel ist es, die Stimmung der Mandanten im momentanen Vermögensanlage-Umfeld zu ergründen.

Einschätzungen und Stimmungen

Wo sehen unsere Mandanten die größten Möglichkeiten und Risiken ihrer Vermögensentwicklung? Und welche Schlüsse lassen sich daraus ziehen?

Wie üblich hatten unsere Berater die Möglichkeit, die aktuelle Stimmung ihrer Mandanten auf einer Skala anzugeben. Die Werte reichten von 1 bis 10: Je höher der Wert, desto besser die momentane Mandantenstimmung in Bezug auf die Vermögensanlage.

Stimmungsbarometer

Die Zuversicht unserer Mandanten hat sich im Verlauf des letzten Monats kaum verändert: Das Stimmungsbarometer zeigt ähnliche Werte wie im März 2019. Dies deutet auf eine grundsätzlich hohe Zuversicht der Mandantenbasis hin, lediglich bei genauem Hinsehen zeigen sich geringe Abweichungen zu den Ergebnissen im März. Die eher pessimistischen Werte 2, 3, 4 wurden im April etwas seltener genannt als im Vormonat. Dies entsprach einem Viertel der abgegebenen Einschätzungen. Positive Werte (5 bis 8) hingegen wurden bei 75 Prozent der Einschätzungen angegeben.

Im Mittel bewerteten unsere Senior Partner die Mandantenstimmung mit 5,13: Das entspricht exakt jenem Wert, der auch im März 2019 errechnet wurde.

Politisches Geschehen

Die Außenpolitik Donald Trumps und der wieder aufflammende Handelskonflikt mit China beschäftigten unsere Mandanten im April besonders. Der US-Präsident hatte kürzlich gedroht, die Strafzölle für chinesische Importgüter von 10 auf 25 Prozent zu erhöhen. Insgesamt wären Waren im Wert von 200 Milliarden Dollar betroffen. Die Börsen weltweit reagierten empfindlich auf die Ankündigung: Der Dow Jones, der DAX und zwei chinesische Indices verzeichneten unmittelbar Verluste.

Auch die anstehende Europawahl, welche vom 23. bis 26. Mai 2019 stattfindet, war für unsere Mandanten ein großes Thema. Sehr interessiert verfolgten sie die Geschehnisse um die Wahl und fragen sich, welchen Weg die EU einschlagen wird. Kann der europäische Zusammenhalt gestärkt werden oder erhalten populistische und rechte Parteien auftrieb?

Auch der Brexit, nun in den Oktober 2019 verschoben, blieb weiterhin ein viel diskutiertes Thema. Immerhin ist der Ausgang des Brexits unmittelbar mit der Zukunft Europas und der EU verbunden.

Zudem gab es weitere kleine Themen, die mehrmals von unseren Senior Partner genannt wurden: So etwa die Sozialismus-Debatte um die Aussagen des Juso-Chefs Kevin Kühnert und die Diskussionen um die Folgen des Klimawandels. Die Schülerproteste der Fridays-for-Future-Bewegung beschäftigen unsere Mandanten bereits im März.

Schließlich machten sich die Mandanten auch um die Zukunftsfähigkeit der deutschen Industrie, speziell der Automobilindustrie, Gedanken. Der Diesel-Skandal und die Strafzahlungen führender Hersteller wie etwa Porsche scheinen Skepsis gegenüber der deutschen Innovationskraft gesät zu haben.

Themen, die unsere Mandanten bewegten:

  • Handelsstreit USA/China
  • Ausgang der Europawahl
  • Brexit
  • Sozialismus-Debatte um Aussagen Kühnerts
  • Klimawandel & Schülerproteste
  • Zukunft der Automobilindustrie

Kapitalmarkt und Wirtschaft

Bezüglich ihrer Geldanlage beschäftigten sich die Mandanten im April vor allem mit der Zusammensetzung ihres Portfolios. Genügen Aktien und Aktienfonds oder sollten auch Gold und Immobilien beigemischt werden? Wie sind die aktuellen Kursverläufe bei Aktien zu bewerten, vor allem auf dem US-Markt? Letztlich ging es um die Frage, wie man im momentanen Zinsumfeld möglichst hohe Erträge aus einer Depotanlage erwirtschaften kann. Sollte man abwarten oder der Faustformel Sell in may and go away folgen?

Die gute bisherige Performance an den Kapitalmärkten ließ die Anleger eher skeptisch zurück. Sie schienen der positiven Stimmung nicht zu trauen. Vielmehr fragten sie sich, ob der Markt womöglich zu hoch bewertet ist und ob eine Korrektur bevorsteht.

Im Bereich der Wirtschaft beschäftigten sich unsere Mandanten zudem mit den schwachen Konjunkturprognosen für die Bundesrepublik. Im April hatte die Bundesregierung ein geschätztes Wirtschaftswachstum von 0,5 Prozent im Jahr 2019 mitgeteilt. Der Wert war zuvor immer wieder nach unten korrigiert worden. Die Mandanten fürchteten hier die Folgen einer kommenden Rezession und fragten sich, wie nachhaltig das Wachstum der Wirtschaft (auch in globaler Hinsicht) sein kann. Hinzu kam bei machen Mandanten eine Furcht vor wachsender Staatsverschuldung.

Wie auch in den vergangenen Monaten beschäftigten sich die Anleger zudem mit der Zinsentwicklung, nicht nur in der Europäischen Union, sondern auch weltweit. Viele sehnen sich offenbar nach jenen Zeiten, in denen das geparkte Geld auf dem Konto risikolos Gewinn erwirtschaftete – mochte dieser auch noch so klein sein.

Themen, die unsere Mandanten bewegten:

  • Zusammensetzung des Portfolios
  • Skepsis gegenüber Marktentwicklung
  • Konjunkturprognosen für die BRD
  • Furcht vor wachsender Staatsverschuldung
  • weltweite Zinsentwicklung

Unsere Mandanten zeigten im April eine konstant positive Stimmung. Dies dürfte vor allem an der guten Performance an den Kapitalmärkten gelegen haben. Dennoch plagten die Anleger nach wie vor Verlustängste und Zweifel bezüglich ihrer Geldanlage. Irritiert wurden sie außerdem von der unübersichtlichen politischen Gemengelage weltweit und von einer unsicher erscheinenden Zukunft.

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