Private Altersvorsorge für ganz Europa?

Der Markt für private Altersvorsorge in der Europäischen Union ist zersplittert und sehr divers. In einigen Staaten wird eine ganze Reihe von Vorsorgeprodukten angeboten, andere haben fast keine Auswahl. Zudem herrschen viele unterschiedliche Regelungen vor. Abhilfe soll nun ein von der EU lanciertes Angebot namens PEPP schaffen.

Mehr Konkurrenz im Markt

PEPP steht für pan-European personal pension product, ein Instrument zur privaten Altersvorsorge, das am 13. Februar 2019 vom Europäischen Parlament und vom Europäischen Rat angenommen wurde. Ziel der neuen Regelung ist es, EU-Bürgern mehr Wahlmöglichkeiten bei der Privatvorsorge zu bieten. Die Europäische Kommission spricht von einer hochwertigere[n] private[n] Altersvorsorge und von mehr Optionen bei der Geldanlage für den Ruhestand.

Das Konzept sieht vor, mehrere PEPPs von verschiedenen Anbietern zuzulassen, was die Konkurrenz im Markt für private Altersvorsorge erhöht. Die Europäische Kommission wünscht dies explizit und sieht darin einen Vorteil für den Nutzer. Gleichzeitig würden aus Sicht der EU auch PEPP-Anbieter profitieren: Sie könnten in einem Binnenmarkt mit einheitlichen Regeln agieren und dürften sich über steigende Anlagevolumina im Bereich der privaten Vorsorge freuen.

Relativierungen

Weniger euphorisch zeigten sich hingegen der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) und der Bund der Versicherten e. V. (BdV) bereits im Jahr 2017, als erste Vorbereitungen für PEPP getroffen wurden. Der GDV gab zu bedenken, dass PEPP-Angebote keine lebenslange Auszahlung garantieren. Im Gegensatz zur gesetzlichen Rente könnte das Ersparte bei PEPP schon vorzeitig aufgebraucht sein. Peter Schwark, Mitglied der Geschäftsführung des GDV, erklärte hierzu: Im Grunde hat sie [die Europäische Kommission] damit lediglich ein paneuropäisches Sparprodukt vorgeschlagen.

Der Bund der Versicherten hingegen relativierte die Stellungnahme des GDV in einem eigenen Statement. Die Mündigkeit und Disziplin des Sparers würde in der Darstellung des GDV verkannt. Dennoch kritisiert auch der BdV das PEPP-Konzept, welches jegliche Vorgaben für die Auszahlungsphase eines PEPP vermissen ließe. Inzwischen hat die EU aber offenbar nachgebessert: Im aktuellen Papier aus dem Februar 2019 heißt es: Die Anbieter müssen den Verbrauchern eine umfassende Beratung zu allen Anlageoptionen anbieten [...]. Auf diese Weise können die Kunden die Auszahlungsart [...] ermitteln, die ihren Bedürfnissen am besten entspricht. Die Zukunft wird zeigen, ob sich der europäische Markt für private Altersvorsorge tatsächlich durch die PEPP-Initiative umkrempeln lässt.

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