Anlegermonitor Februar 2019: Globale Krisen

Auch im Februar 2019 hat die Deutsche Wertpapiertreuhand ihre Senior Partner nach den Empfindungen und Einschätzungen der Mandanten befragt. Wo sehen unsere Mandanten die größten Möglichkeiten und Risiken ihrer Vermögensentwicklung? Und welche Schlüsse lassen sich daraus ziehen?

Einschätzungen und Stimmungen

Wie üblich hatten unsere Berater die Möglichkeit, die aktuelle Stimmung ihrer Mandanten auf einer Skala anzugeben. Die Werte reichten von 1 bis 10: Je höher der Wert, desto besser die momentane Mandantenstimmung in Bezug auf die Vermögensanlage.

Stimmungsbarometer

Die Mandantenstimmmung hellte sich im Vergleich zum Vormonat abermals auf. Im Februar 2019 bewerteten 53,3 Prozent der Mandanten die momentane Anlagesituation mit den Werten 5 oder 6. Im Januar 2019 entschieden sich lediglich 52,4 Prozent für diese Wertung – hier also eine leichte Verbesserung. Negative Werte wie 2 oder 3 wurden hingegen nur in 13,4 Prozent der Fälle genannt. Ein weiteres Drittel (33,3 Prozent) zeigte sich deutlich positiv gestimmt: Auf der Skala wurden die Werte 7 und 8 angegeben.

Im Mittel haben unsere Senior Partnern eine Einschätzung von 5,67 ab. Auch hier zeigte sich eine moderate Steigerung. Vor einem Monat betrug der Mittelwert 5,43.

Politik und Wirtschaft

In rund drei Wochen ist es soweit: Am 29. März 2019 wird der Brexit vollzogen, zumindest nach aktuellem Stand. Wenn sich bis dahin keine Einigung zwischen der Europäischen Union und Großbritannien ergibt, handelt es sich um einen sogenannten Harten Brexit. In dieser Situation verwundert es nicht, dass der Brexit für unsere Mandanten das beherrschende Thema im Februar 2019 war. Die Anleger fragten sich, welches Szenario eintreten wird: ein Brexit mit oder ohne Abkommen, eine Verschiebung, ein zweites Abkommen? Und welche Folgen hätten die verschiedenen Ereignisse für Deutschland und die Kapitalmärkte? Demgegenüber legten uns aber auch einige Berater nahe, dass ihre Mandanten von der Überpräsenz des Themas in den Medien gestört seien.

Die Entwicklungen im Handelskonflikt zwischen den USA und China beschäftigen die Mandanten ebenfalls. Ursprünglich hatte US-Präsident Trump geplant, den dreimonatigen sogenannten Waffenstillstand zwischen den beiden Industriemächten am 1. März auslaufen zu lassen. Nach “sehr produktiven Gesprächen” mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping will Trump nun offenbar die Frist verlängern. Die Anleger fragten sich, wie diese Entspannung einzuschätzen ist und was sie für Europa bedeutet.

Generell fürchteten sich unsere Mandanten vor politischen Unsicherheiten, innen- wie außenpolitisch. Eine Reihe von Ereignissen führte im Februar zu dieser Einschätzung: So etwa das Treffen zwischen Donald Trump und Kim Jong Un in Hanoi, die für April veranschlagten Neuwahlen in Spanien und der Machtkampf in Venezuela zwischen dem amtierenden Präsident Nicólas Maduro und dem Oppositionsführer Juan Guaidó.

Auch kritisierten manche Mandanten die Politik der Bundesregierung. Man arbeite sich ihrer Meinung nach in Berlin an vergleichsweise belanglosen Themen ab, während die großen Probleme der Gegenwart immer noch auf Lösungsansätze warten müssten. Genannt wurden Schlagworte wie: Klima- und Umweltschutz, Digitalisierung, Mobilität und Infrastruktur sowie die Zukunft der Rente.

Themen, die unsere Mandanten bewegten:

  • Ausgang und Folgen des Brexits
  • Trump: Handelsstreit mit China & Treffen mit Kim Jong Un
  • Kommende Neuwahlen in Spanien
  • Machtkämpfe in Venezuela
  • Vertrauensverlust in die Politik

Kapitalmarkt und Vermögensanlage

Im Februar ebenfalls relevant für unsere Mandanten war das Thema Rezession. Laut Experten ist Deutschland zum Jahresende 2018 nur knapp der Rezession entgangen. Eine wirkliche Entwarnung für das Frühjahr 2019 konnten Ökonomen aber dennoch nicht geben. Also fragten sich die Anleger, welche Folgen eine Rezession für ihren Vermögensaufbau haben könnte. Gleichzeitig begrüßten sie die beginnende Erholung an den Börsen und Kapitalmärkten. Dennoch blieben die Mandanten vorsichtig und vermieden allzu große Euphorie.

Wie im vergangenen Monat machten sich die Anleger auch über die Zinslage in der EU Gedanken. Wird es in Europa bald eine Zinspolitik nach amerikanischem Vorbild geben oder belässt Mario Draghi alles beim Alten? Nach Aussage unserer Berater würden einige Mandanten eine Zinswende sehr begrüßen.

Für die Mandanten ebenfalls interessant war der Beginn der Dividendensaison. Wie sich dabei zeigte, werden alle 30 Unternehmen, die im DAX vertreten sind, Dividenden an ihre Aktionäre ausschütten. Laut neuesten Hochrechnungen dürfte bei einigen DAX-Unternehmen sogar mit Erhöhungen zu rechnen sein.

Schlussendlich beschäftigten sich die Mandanten auch mit der Zukunft der deutschen Automobilindustrie. Für nicht wenige ist es fraglich, ob die deutschen Autobauer für die kommenden Jahre und Jahrzehnte gewappnet sind. Ist noch Innovationswille vorhanden oder wird Deutschland hier von Konkurrenten aus z.B. China überholt?

Themen, die unsere Mandanten bewegten:

  • Rezession in Deutschland und Erholung an den Börsen
  • Entwicklung der Zinsen
  • Dividendensaison
  • Zukunftsfähigkeit der deutschen Automobilwirtschaft

Unsere Mandanten sahen im Februar 2019 wieder positiver in die Zukunft und freuten sich vor allem über den leichten Aufschwung im Markt. Irritiert und zum Teil frustriert zeigten sie sich in Bezug auf politische Entscheidungen und das Geschehen in der Welt.

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