Rente: Wann und wie?

Konsum siegt über Vorsorge

Der Ruhestand ist ein Thema, das alle Generationen in der einen oder anderen Weise beschäftigt. Laut der Koalition aus Union und SPD soll das Rentenniveau von 48 Prozent bis zum Jahr 2025 gehalten werden – doch was folgt danach? Fürchten die Arbeitnehmer in Deutschland um ihre Rente oder sehen sie dem Ruhestand gelassen entgegen? Gibt es Unterschiede zwischen den Alterskohorten, etwa was private Vorsorge betrifft? Dieser Frage ging das Beratungs- und Dienstleistungsunternehmen Aon in einer deutschlandweiten repräsentativen Umfrage nach. Interviewt wurden ca. 1.000 Angestellte von großen deutschen Unternehmen.

Unter anderem wurden die Umfrageteilnehmer nach ihrer Bereitschaft zur privaten Altersvorsorge befragt. Hierbei zeigte sich, dass vor allem ältere Arbeitnehmer dem Sparen abgeneigt sind: Ganze 27,3 Prozent der 60- bis 65-Jährigen sind nicht bereit, auf ihren Konsum zugunsten der Vorsorge zu verzichten. Bei den 50- bis 59-Jährigen gaben dies immer noch knapp ein Viertel an (24,2 Prozent). Demgegenüber erklärten im Mittel rund 20 Prozent der Befragten, im Jahr eine Summe zwischen 1.001 Euro und 5.000 Euro zurücklegen zu wollen.

Früher Renteneintritt

Mit Blick auf die Forschungsergebnisse scheinen sich Angehörige der sogenannten Babyboomer-Generation als vergleichsweise Vorsorge-Muffel herauszustellen. Umso interessanter sind in diesem Zusammenhang die Ergebnisse einer zweiten Studie, welche von der Bergischen Universität Wuppertal durchgeführt wurde. Hier wollten die Forscher herausfinden, für welches Alter die Befragten ihren Renteneintritt planen. Rund 3.500 Personen wurden hierfür interviewt. Sie alle entstammten den Jahrgängen 1959 bis 1965.

Die vom Gesetzgeber festgelegte Altersgrenze zum Renteneintritt liegt aktuell bei 65 Jahren und acht Monaten. Bei der Erhebung der Universität Wuppertal zeigte sich nun, dass 90 Prozent der Befragten früher in Rente gehen wollen. Ganze 30 Prozent planen den Ruhestand mit 60 Jahren, weitere 26 Prozent mit 63 Jahren. Zudem wurde deutlich, dass sich 44 Prozent der Babyboomer eine Verbesserung der Lebensqualität durch den Renteneintritt versprechen. Ein nicht geringer Teil blickt also positiv in die Zukunft, trotz offenbar bescheidener privater Vorsorge. Das Vertrauen in die staatliche Rentenkasse und das Funktionieren des Generationenvertrages ist hier offenbar noch sehr ausgeprägt.

Perspektiven

Anders erscheint dies bei jüngeren Generationen. Laut der Aon-Umfrage wollen mehr als ein Viertel (26,4 Prozent) der 18- bis 39-Jährigen zwischen 501 Euro und 1.000 Euro im Jahr für die Vorsorge sparen. Weniger als 10 Prozent dieser Altersklasse sorgt überhaupt nicht vor. Der Wunsch nach privater Altersvorsorge ist bei jüngeren Arbeitnehmer also tendenziell größer. Möglicherweise, weil diese Alterskohorte über das Jahr 2025 hinausschauen muss und die Zukunft des Rentensystems in seiner jetzigen Form anzweifelt.

Welche Zugeständnisse Arbeitnehmer machen müssen, um die Rente der Zukunft zu sichern, zeigt eine Untersuchung des Wirtschaftsforschungs- und Beratungsunternehmens Prognos. Die Studie blickte bis ins Jahr 2040 und stellte folgende Fragen: Was geschieht, wenn das durchschnittliche Renteneintrittsalter steigt? Was, wenn es stagniert? Nach Ansicht von Prognos würde es erhebliche Vorteile bringen, das Renteneintrittsalter auf 67 Jahre zu erhöhen oder sukzessive an die steigende Lebenserwartung anzupassen. So würde die Zahl der Arbeitnehmer weniger stark absinken, Erwerbstätige hätten höhere Rentenansprüche und der Staat müsste weniger bezuschussen. Gingen die Deutschen aber bis 2040 weiterhin mit durchschnittlich 64 Jahren in Rente, hätte dies gravierende Auswirkungen: Der Beitragssatz würde steigen, das Rentenniveau sinken. Schlussendlich müssten die Arbeitnehmer mehr in die Kasse einzahlen und hätten im Ruhestand gleichzeitig eine geringere Rente.

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