Wo beginnt Zufriedenheit?

Ein Ländervergleich

Werden Menschen nach ihrer Zufriedenheit bezüglich Einkommen und Vermögen gefragt, so ergeben sich häufig sehr unterschiedliche Antworten: Nicht nur die Höhe der Einnahmen und Vermögensstände spielt eine Rolle, sondern auch die Nationalität des Befragten. Wie eine Studie der OECD aus dem Jahr 2017 zeigte, bewerten verschiedene Nationen ihre Zufriedenheit in Geldfragen sehr unterschiedlich. Die Höhe des Kapitals pro Kopf ist dabei ebenso ausschlaggebend wie landesspezifische Mentalitäten.

Die Bewohner der OECD-Länder konnten ihre individuelle Zufriedenheit zu verschiedenen Lebensbereichen auf einer Skala von 1 (niedrigster Wert) bis 10 (höchster Wert) angeben. Vor allem Länder mit einem sehr ausgeprägten und positiven Verhältnis zu Geld und Vermögensaufbau zeigten sich zufrieden. US-Amerikaner bewerteten ihre Zufriedenheit mit 10,0, Schweizer mit 7,5 und Luxemburger mit 6,7. Eben diese Länder wiesen allerdings auch das höchste bereinigte Haushaltsnettoeinkommen auf. Die Länder mit der geringsten Zufriedenheit – Brasilien (0,3) und Südafrika (0,4) – zeichneten sich hingegen durch das geringste Einkommen aus. Obwohl die Deutschen das fünfthöchste Haushaltsnettoeinkommen hatten, lag ihre Zufriedenheit in Geldfragen bei lediglich 5,0.

Die Schwelle zum Glück

Schon seit längerer Zeit beschäftigt Forscher die Frage, ab welchem Gehaltsniveau der Mensch am zufriedensten ist. Bisher beschränkten sich diesbezügliche Erhebungen aber in der Regel auf einzelne Länder. Vor allem der US-amerikanische Raum wurde hierfür untersucht. Im Jahr 2018 führten amerikanische Forscher daher erstmals eine weltweite Datenauswertung durch, welche eine Glücksgrenze beim Jahreseinkommen aufzeigen soll. Befragt wurden hierfür 1,7 Millionen Menschen ab 15 Jahren.

Das Haushalts-Jahreseinkommen wurde bei dieser Studie mit der Personenanzahl eines Haushalts in Bezug gesetzt, um genauere Ergebnisse zu erhalten. Die größte Zufriedenheit stellt sich demnach bei einem jährlichen Durchschnittseinkommen von 76.000 Euro (95.000 US-Dollar) ein. Blickt man auf bestimmte Regionen der Welt, so ändern sich die Grenzwerte jedoch dramatisch: In Lateinamerika und im Süden Afrikas ist man bereits mit 31.000 Euro bzw. 35.000 Euro am zufriedensten. In Europa und Skandinavien liegt die Schwelle hingegen bei rund 80.000 Euro. US-Amerikaner fühlen sich bei einem Jahreseinkommen von 93.000 Euro am zufriedensten – dieser Wert wird nur noch von den arabischen Staaten Vorderasiens mit einem Grenzwert von etwa 102.000 Euro übertroffen.

Hohe Ansprüche

Die Studienergebnisse lassen vermuten, dass besonders wohlhabende Menschen eine vergleichsweise hohe Zufriedenheitsschwelle haben: Erst bei einem signifikant höheren Einkommen fühlen sie sich zufrieden. Dies bestätigt eine Erhebung der Harvard Business School und der Universität Mannheim aus dem Jahr 2013. Die beiden Hochschulen befragten 2129 Vermögensmillionäre aus 17 Ländern zu ihrem Verhältnis zu Geld. Die Forscher wollten wissen, wie viel mehr Vermögen die Millionäre besitzen müssten, um sich besonders zufrieden zu fühlen. Die Befragten besaßen mindestens 1,5 Millionen US-Dollar.

Unabhängig von ihrem Besitz gaben alle Befragten zu, mindestens zwei- bis dreimal so viel Vermögen anhäufen zu müssen, um völlig zufrieden zu sein. Für 26,8 Prozent bräuchte es eine Vermögenssteigerung von 1000 Prozent, um volle Zufriedenheit zu erreichen. Weitere 24,5 Prozent benötigten eine Steigerung von 500 Prozent, während sich 23,2 Prozent mit einer Verdopplung des eigenen Vermögens begnügten. Am zufriedensten wären die Millionäre demnach bei einem Besitz zwischen 8 und 15 Millionen US-Dollar. Jenseits dieser Summe wächst die Unzufriedenheit hingegen wieder.

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