Nach dem Brexit: Wohin fließt das Geld?

In einer Woche stimmt das britische Parlament über das Brexit-Abkommen mit der Europäischen Union ab. Die Entscheidung des Parlaments hat gravierenden Einfluss auf den künftigen Verlauf des Brexits: Ein Ja würde den Weg für einen regulierten Brexit ebnen. Bei Nein steht ein harter Brexit ohne Abkommen bevor. Laut Medienberichten ist der Ausgang der Abstimmung bisher nicht abzusehen.

Prognosen für den Ernstfall

In jedem Fall dürfte der EU-Austritt Großbritanniens starke wirtschaftliche Veränderungen mit sich bringen – nicht zuletzt im Bankensektor. Stichtag für den Brexit ist der 29. März 2019. Für die Zeit danach veröffentlichte der Wirtschaftsprüfer Ernst & Young (EY) kürzlich eine Studie, die die Finanzmärkte im Blick hat. Es handelt sich um den sogenannten Financial Services Brexit Tracker. Betrachtet wurde der Kapitalfluss vom Britischen Königreich in die EU nach erfolgtem Brexit.

WEY nahm für seine Untersuchung insgesamt 222 britische Finanzinstitute unter die Lupe. Ganze 80 davon (36 Prozent) planen bzw. erwägen demnach, ihre Geschäfte oder einen Teil des Personals in den EU-Wirtschaftsraum zu verlagern. Laut einer vorsichtigen Schätzung von EY entspräche dies einer Kapitalumschichtung von 800 Milliarden Britischen Pfund (890 Milliarden Euro). Insgesamt hält der britische Bankensektor Assets von rund 8 Billion Pfund.

Standorte in der EU

Für Banken und Finanzinstitute kommen dabei mehrere neue Standorte in der Europäischen Union in Frage. Neben Luxemburg, Paris und Dublin ist auch die deutsche Finanzmetropole Frankfurt ein beliebter Kandidat bei der Neuausrichtung. Wie hoch die monetären und personellen Verschiebungen nach dem 29. März 2019 tatsächlich ausfallen, bleibt indes unklar. Auch EY gesteht ein, dass das Volumen die prognostizierten 800 Milliarden Pfund deutlich übersteigen könnte.

Laut der Lobbyorganisation Frankfurt Main Finance (FMF) dürften 750 bis 800 Milliarden Euro aus London allein für den Standort Frankfurt erwartet werden. Entsprechende Transaktionen vermutet FMF schon im ersten Quartal 2019. Nach der Ansicht von FMF könnten weitere Kapitalflüsse folgen.

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