Anlegermonitor Oktober 2018: Im Stimmungstief

Einschätzungen und Stimmungen

Wie in den vergangenen Monaten hat sich die Deutsche Wertpapiertreuhand auch im Oktober 2018 an ihre Senior Partnern mit der Frage gewandt: Wie beurteilen die Mandanten das momentane Umfeld zur Vermögensanlage? Welche Themen trieben die Mandantenbasis um? Was war besonders relevant?

Wie gewohnt konnten unsere Senior Partner die aktuelle Stimmung der Mandanten in Form einer Skala angeben. Die Werte reichten von 1 bis 10: Je höher der Wert, desto besser die Mandantenstimmung in Bezug auf die Vermögensanlage.

Stimmungsbarometer

Im Oktober 2018 kippte die Stimmung der Mandanten im Vergleich zum Vormonat ins Negative. Hauptgrund hierfür dürften die Kurskorrekturen der Märkte im Oktober gewesen sein. Ganze 75 Prozent unserer Senior Partner schätzten die Mandantenstimmung negativ ein: Angegeben wurde hier ein Wert zwischen 1 und 4. Die restlichen 25 Prozent der Senior Partner verorteten die Stimmung der Mandanten bei dem Wert 5, also neutral bis leicht positiv. Der Oktober ließ unsere Mandanten aufgrund der Marktbewegungen also recht pessimistisch zurück.

Im Mittel wurde von unseren Senior Partnern eine Einschätzung von 3,26 abgegeben: Auch hier zeigte sich also die negative Stimmung der Mandanten. Die Standardabweichung der erhobenen Werte liegt zudem bei 1,09.

Geschehen an den Finanzmärkten

Am deutlichsten beschäftige unsere Mandanten im Oktober die Kurskorrektur an den Finanzmärkten. Speziell Fragten sie sich, ob es sich um gewöhnliche Schwankungen oder um den Vorboten eines größeren Crashs handelt. Diese Furcht vor einem Crash trieb die Mandanten um: Wie würde man am besten auf ein Markttief reagieren? Wie könnte die eigene Liquidität bewahrt werden? Wäre es sicherer, in Immobilien zu investieren oder das Geld gar auf dem Konto zu belassen?

Ungewisse Zukunftsaussichten im Bereich der Wirtschaft machten die Mandanten ebenfalls nervös. Sie fragten sich, welchen Weg die Konjunktur im Jahr 2019 nehmen wird und wie sich dies auf die Märkte auswirkt.

Auch im Bereich der Wertpapieranlage zögerten unsere Mandanten. So fragten sie sich konkret, ob der Kauf von Aktien bei der aktuellen Marktlage sinnvoll ist. Gleichzeitig machte ihnen die steigende Regulation und Dokumentation in der Finanzbranche zu schaffen. Und auch die Zinsentwicklung war im Oktober relevant – sowohl in den USA, als auch im Euro-Raum. Welche Folgen werden die steigenden Zinsen in den Vereinigten Staaten haben? Und wird die Europäische Zentralbank (EZB) im Jahr 2019 vom Nullzins abweichen?

Themen, die unsere Mandanten bewegten:

  • Kurskorrektur an den Finanzmärkten
  • Angst vor einem Crash
  • Überlegungen zum Wertpapierhandel
  • Steigende Dokumentation und Regulation

Politisches Geschehen

Erneut war der Handelskrieg zwischen den USA und China ein bestimmendes Thema für die Mandantenbasis. Dies ist nicht verwunderlich: Bestimmte Medien werden online wie offline nicht müde, über den Handelskonflikt zu berichten. Und so blieben auch unsere Mandanten diesbezüglich beunruhigt. Auch eine mögliche Abkehr Donald Trumps vom Atomabkommen mit dem Iran verunsicherte die Mandanten. Insgesamt beobachteten sie die weltpolitische Lage mit Sorge und Irritation.

Wie in den vergangenen Monaten war daher auch der Brexit für unsere Mandanten von Relevanz. Was geschieht, wenn sich die Europäische Union und Großbritannien nicht auf ein Ausstiegsszenario einigen können? Welche Konsequenzen gäbe es, politisch wie wirtschaftlich? Diese Fragen trieben die Mandanten um. Ein ähnlich brisantes Thema war die Staatsverschuldung Italiens. Die Mandanten fragten sich, inwiefern die Stabilität der Eurozone und der Euro als Währung in Gefahr sind.

Zuletzt waren die Landtagswahlen in Bayern und Hessen ein wichtiges Thema für die Mandanten. Hier beobachteten sie nicht nur die Entwicklungen in den einzelnen Bundesländern, sondern fragten sich auch nach möglichen Konsequenzen für die GroKo in Berlin.

Themen, die unsere Mandanten bewegten:

  • Handelskrieg USA/China
  • Brexit-Verhandlungen
  • Staatsverschuldung Italiens
  • Zinsentwicklung in der EU und den USA
  • Landtagswahlen in Bayern und Hessen

Die Stimmung unserer Mandanten war im Oktober recht pessimistisch. Angesichts globaler Marktschwankungen und äußerer Unsicherheiten in Politik und Wirtschaft agierten unsere Mandanten deutlich verhaltener als noch im Vormonat. Man verhielt sich weiter abwartend und analysierte die eigene Anlagestrategie. Die Angst vor einem Crash an den Finanzmärkten nahm im Oktober zu.

Autor: Kevin Höhn
Kevin Höhn ist Manager Kommunikation sowie Leiter des Vermögenscolloquiums der Deutschen Wertpapiertreuhand.
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