Anlegermonitor September 2018: Vorsichtiges Aufatmen

Einschätzungen und Stimmungen

Einmal im Monat bittet die Deutsche Wertpapiertreuhand ihre Senior Partner, an einer internen Umfrage teilzunehmen: Dabei soll ermittelt werden, wie die Mandanten das momentane Umfeld für die Vermögensanlage einschätzen. Welche Ereignisse waren im September 2018 besonders relevant? Welche Themen trieben die Mandanten um? Auf Grundlage der ausgewerteten Daten erstellen wir regelmäßig den “Anlegermonitor”: Ein Stimmungsbild, das die Gemütslage unserer Mandanten widerspiegelt.

Erneut hatten unsere Berater die Möglichkeit, die Zuversicht ihrer Mandanten auf einer Skala anzugeben. Die Werte reichten wie üblich von 1 bis 10: Je höher der Wert, desto besser die momentane Stimmung der Mandanten in Bezug auf die Vermögensanlage.

Stimmungsbarometer

Die Mandantenbasis der Deutschen Wertpapiertreuhand zeigte sich im September im Vergleich zum Vormonat deutlich positiver gestimmt. Nach Angabe unserer Senior Partner bewerteten mehr als 73 Prozent das Umfeld für die Vermögensanlage mit den Werten 5 bis 8. Ein gewisser vorsichtiger Anlage-Optimismus war also erkennbar. Rund 26 Prozent der Mandanten sahen die Marktentwicklung etwas pessimistischer bei den Werten 3 und 4.

Im Mittel wurde von unseren Senior Partnern eine Einschätzung von 5,26 abgegeben: Es zeigte sich also auch hier eine Verbesserung im Vergleich zu den Monaten Juli und August. Die Standardabweichung der erhobenen Werte lag zudem bei 1,28.

Politische Entwicklungen

Nach wie vor triebt unsere Mandanten der Zollstreit zwischen den USA und China bzw. zwischen den USA und der Europäischen Union um. Es handelt sich hierbei um ein Thema, das seit acht Monaten ununterbrochen in unserem Anlegermonitor Erwähnung findet. US-Präsident Donald Trump beherrscht mit seinem polternden Politikstil nicht nur die Schlagzeilen weltweit, sondern gewinnt damit auch den Kampf um die Aufmerksamkeit – zumindest bei unseren Mandanten. Besonderes fürchteten die Anleger eine mögliche Marktkorrektur durch den Handelsstreit.

Auch die politischen Verwerfungen innerhalb der Großen Koalition beschäftigen die Mandanten im September. Hierzu zählten neben Diskussionen um Personalentscheidungen auch Grabenkämpfe innerhalb der GroKo. Gleichzeitig waren die bevorstehenden Landtagswahlen in Bayern ein Thema.

Nicht zuletzt sorgte die Staatsverschuldung Italiens bei den Mandanten für Kopfzerbrechen. Auch hier spielte die Angst vor einer möglichen Marktkorrektur eine nicht unbedeutende Rolle.

Themen, die unsere Mandanten bewegten:

  • Strafzölle und Handelskriege
  • Politik der GroKo
  • Landtagswahl in Bayern
  • Italiens Staatsverschuldung

Politische Entwicklungen

Die Zinspolitik der Zentralbanken war im September ebenfalls ein wichtiges Thema für unsere Mandanten. Die Zinserhöhungen in den USA standen dabei ebenso im Fokus wie die anhaltende Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Weiterhin stellten sich unsere Mandanten die Frage, ob eine Zinswende auch für Europa kommen könnte.

Auch beobachteten die Mandanten sämtliche Entwicklungen auf den Kapitalmärkten sehr genau. Das momentane europäische Zinsumfeld ließ im September keine klassischen Geldmarkt- und Rentenstrategien mit kurzen Laufzeiten und guten Bonitäten zu. Insgesamt bemängelten die Mandanten das allgemein unsichere Marktumfeld. Gute Performance ließ sich allein an amerikanischen Aktienmärkten ausmachen.

Eine generelle Furcht vor einer neuen Finanzkrise und einer schwächelnden Konjunktur war im September ebenfalls spürbar. Dies manifestierte sich etwa im Bereich der Automobilindustrie: Die Mandanten stellten sich die Frage, ob die deutsche Automobilindustrie in der Welt noch konkurrenzfähig ist.

Themen, die unsere Mandanten bewegten:

  • Zinspolitik der Notenbanken
  • Performance an den Kapitalmärkten
  • Furcht vor schwacher Konjunktur und neuer Finanzkrise

Unsere Mandanten waren im September deutlich positiver gestimmt als noch im Vormonat. Allerdings irritierten auf politischer Ebene verschiedene Entwicklungen in Deutschland und in den Vereinigten Staaten die Mandanten. Wie schon in den vergangenen Monaten sorgten sie sich zudem um einen möglichen Crash und um die Zinsentwicklung.

Autor: Kevin Höhn
Kevin Höhn ist Manager Kommunikation sowie Leiter des Vermögenscolloquiums der Deutschen Wertpapiertreuhand.
09132 750300
Montag bis Freitag von 9 bis 22 Uhr stehen wir Ihnen persönlich und diskret zur Verfügung.
Rufen Sie uns an oder senden Sie uns eine E-Mail, unter info@wertpapiertreuhand.de.
Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme.