Momentum- und “Low Volatility”-Faktoren: Zwei Seiten derselben Medaille

Die Kapitalmarkttheorie versucht, Faktoren wie Momentum und “Low Volatility” zu verstehen. Oft wird dabei die Brücke zu einem kausalen Zusammenhang mit fundamentalen betriebswirtschaftlichen Ursachen in den betreffenden Unternehmen gesucht. Wer die Ursachen für den Momentum- oder “Low Volatility”-Effekt erkennt, kann diesen Effekt womöglich besser einschätzen und für sich nutzen.

Dagegen bietet die Mathematik eine neue, zusätzliche und völlige andere Perspektive auf die beiden Phänomene Momentum und “Low Volatility”. Mit Hilfe von mathematischen Verfahren aus der Signaltheorie konnten zwei Einsichten gewonnen werden:

Erstens: Im Aktienmarkt gibt es ein sogenanntes “Trending”. Gefühlt mag dies eine Selbstverständlichkeit sein. Im Aktienmarkt gibt es Trends, die nicht immer als zufällig erscheinen. In der traditionellen Kapitalmarkttheorie ist “Trending” aber ausgeschlossen. Die meisten Kapitalmarktmodelle nehmen grundsätzlich an, dass sich Aktienkurse statistisch unabhängig von Ihrer Vergangenheit bewegen und nicht-zufälliges “Trending” somit ausgeschlossen ist.

Zweitens: Während die Faktoren Momentum und “Low Volatility” klassischerweise fast als isolierte Phänomene betrachtet werden, zeigt sich in der mathematischen Betrachtung ein überraschend anderes Bild. Hier gelten Momentum und “Low Volatility” beide als “Trending”-Phänomene. Dabei nutzt “Low Volatility” langfristige Trends aus, Momentum fokussiert sich dagegen auf kurzfristige Trends. Somit sind beide Faktoren nichts anderes als zwei Seiten derselben “Trending”-Medaille.

Dies wiederum bedeutet, dass systematische Effekte existieren, die erkannt und von Investoren genutzt werden können. Lesen Sie zu diesem Thema den Fachartikel in Institutional Money.

Autor: Marcel van Leeuwen
Marcel van Leeuwen ist Geschäftsführer und Gründer der DWPT Deutsche Wertpapiertreuhand GmbH.
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