Ifo-Studie: Regionale Ungleichheit in Deutschland und der EU

Eine aktuelle Erhebung des ifo Instituts für Wirtschaftsforschung beschäftigte sich mit der Einkommensverteilung in der Bundesrepublik und der Europäischen Union. Speziell ging es um die Frage, inwiefern Kapital gleich oder ungleich verteilt ist.

Das Forschungsinstitut aus München reagierte damit auf einen Artikel der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, in welcher von einem wirtschaftlichen Auseinanderdriften der Regionen Deutschlands die Rede war. Die Ergebnisse der Ifo-Studie lassen hingegen eine andere Schlussfolgerung zu: Demnach ist die Ungleichverteilung in der Bundesrepublik sogar seit einiger Zeit rückläufig. Im Vergleich zu anderen EU-Staaten weist Deutschland zudem das geringste Maß an ungleicher Einkommensverteilung auf.

Relativierungen

Um einen breiten Einblick in die Entwicklung europäischer Einkommensverhältnisse zu gewinnen, betrachteten die Forscher des ifo-Instituts mehrere Statistiken der vergangenen Jahre und deren Ergebnisse. Dabei wurde der Zeitraum zwischen dem Jahr 2000 und dem Jahr 2014 abgesteckt. Die Studie berücksichtigte damit signifikante wirtschaftliche Weichenstellungen – etwa Chinas Beitritt zur Welthandelsorganisation 2001 oder die EU-Osterweiterung im Jahr 2004.

Das Ergebnis ist laut ifo eindeutig: Die Verteilungsmaße zeigen, dass die Ungleichheit in Deutschland zwischen 2000 und 2014 merklich zurückgegangen ist. War das Ungleichgewicht West-Ost im Jahr 2000 noch vergleichsweise groß, so holten die östlichen Bundesländer in den folgenden Jahren deutlich auf. Die Einkommensverteilung glich sich so dem Niveau im Westen an. Demnach seien 2014 selbst die Unterschiede zwischen den wohlhabendsten Regionen (Hamburg, Oberbayern und Darmstadt) und ärmsten Regionen Deutschlands (Lüneburg, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern) nicht mehr so gravierenden gewesen wie im Jahr 2000.

Welche Angleichung?

Mit Blick auf die Europäische Union stellen die Forscher allerdings andere Verhältnisse fest. Insgesamt seien die Unterschiede hier weit höher als in Deutschland, was der ungleich größeren Heterogenität der europäischen Regionen geschuldet sei. Zwar konnten nach Angabe des ifo auch in der EU Unterschiede abgebaut werden, jedoch weit weniger effektiv als in der Bundesrepublik.

Die reichsten Regionen der EU befanden sich laut den Forschern 2014 in Großbritannien und der Bundesrepublik. Damit dürfte Deutschland nach Vollzug des Brexits die wohlhabendste Region der Europäischen Union stellen: Es handelt sich dabei um die Auto-Stadt Wolfsburg. Die drei ärmsten Regionen lagen demgegenüber 2014 in Bulgarien. Im Jahr 2000 befand sich noch Rumänien auf dem letzten Platz des Einkommens-Rankings.

Die vollständige Ifo-Studie finden Sie hier.

Weiterlesen:


Montag bis Freitag von 9 bis 22 Uhr stehen wir Ihnen persönlich und diskret zur Verfügung.
Rufen Sie uns an oder senden Sie uns eine E-Mail, unter Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme.