Das Zins-Problem

Weniger Spielraum

Sparer in Deutschland haben es zurzeit schwer: Wer sein Vermögen auf z.B. Tagesgeldkonten lagert, muss mit sehr geringen Zinsen rechnen. Aktuell liegen diese für Tagesgeld bei 0,2 bis 0,75 Prozent. Der Spitzenreiter in diesem Segment war bisher die Consorsbank, welche ihren Kunden 1,0 Prozent bot. Laut Medienberichten sollen diese Konditionen für Neukunden nun aber nach unten korrigiert werden. Mit dieser Maßnahme reagiert die Direktbank nicht nur auf das momentane Niedrigzinsumfeld, sondern will ihre Kunden auch zur Geldanlage ermutigen.

Nach Angaben der Frankfurter Allgemeinen Zeitung plant die Consorsbank ein abgewandeltes Tagesgeld-Modell mit zunächst gleichbleibenden Zinsen: Neue Kunden erhalten 1,0 Prozent aufs Tagesgeld, nach einem halben Jahr wird die Verzinsung aber auf 0,01 Prozent gesenkt. Auch die maximale Höhe des einzahlbaren Kapitals schrumpft von 50.000 Euro auf 25.000 Euro.

Anreize schaffen

Allerdings arbeitet die Direktbank hier mit einer möglichen Zusatzoption: Die Tagesgeldverzinsung von 1,0 Prozent kann um weitere sechs Monate verlängert werden, wenn sich die Kunden für ein gleichzeitiges Wertpapier-Investment entscheiden. Ein entsprechendes Depot wird dann ebenfalls vom Kreditinstitut verwaltet. So hofft die Bank, die Wertpapieranlage attraktiver zu gestalten. Diese genießt nämlich unter den risikoscheuen Deutschen weiterhin ein vergleichsweise geringes Ansehen.

Die Rechnung der Consorsbank könnte aber dennoch aufgehen. Laut einer Studie des Online-Portals Statista aus dem Jahr 2017 sind Wertpapiere und Tagesgeldkonten bei den Deutschen ähnlich stark nachgefragt. Rund 23 Prozent der Befragten gaben an, auf Tagesgeldzinsen zu setzen. Etwa 20 Prozent besaßen Investmentfonds, während 15 Prozent in Aktien investierten.

Umfeld im Wandel

Während also Geldhäuser ebenso wie Bankkunden auf die Niedrigzinsphase reagieren, arbeiten die großen Notenbanken offenbar an einer allmählichen Lockerung: Die US-Währungshüter der FED hoben gestern wie angekündigt den Leitzins um 0,25 Prozent. Dieser liegt nun auf einem Niveau von 1,5 bis 1,75 Prozent.

Unter der Leitung von Notenbank-Chef Powell soll dies die erste von drei Erhöhungen im Jahr 2018 sein. Die Europäische Zentralbank (EZB) dürfte hier aber zunächst nicht nachziehen, wie Experten vermuten. EZB-Chef Mario Draghi gab bisher keine Signale, vom Nullzins in der Euro-Zone abweichen zu wollen. Dies liegt nicht zuletzt an der Inflation, welche im europäischen Wirtschaftsraum nicht so schnell stieg, wie von der EZB erwartet.

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