Prognos-Studie: Generationengerechte Rentenpolitik?

Eine Studie des Wirtschaftsforschungs- und Beratungsunternehmens Prognos aus dem Jahr 2017 beschäftigte sich mit den möglichen Auswirkungen aktueller Rentenkonzepte. Konkret ging es um die Frage, in welcher Weise verschiedene Generationen von den kursierenden Renten-Szenarien betroffen wären. Wer würde profitieren und wer Benachteiligung erfahren?

Betrachtet wurden dabei drei Konzepte: Die Mütterrente II der CSU, die Doppelte Haltelinie der SPD sowie die Einfache Haltelinie mit einem Rentenniveau von 46 Prozent. Der festgelegte Untersuchungszeitraum reichte dabei von 2017 bis 2045. Aktuell erhält die Studie zusätzliche Brisanz, da zwei dieser Renten-Programme (Mütterrente II und Doppelte Haltelinie) nun Teil des neuen GroKo-Koalitionsvertrages sind. Sie werden damit faktisch umgesetzt.

Welche Agenda?

Bei der Mütterrente II, für die sich vorrangig die CSU einsetzte, handelt es sich um eine Aufstockung der Mütterrente, welche seit 2014 existiert. Frauen, die mindestens drei vor 1992 geborene Kinder großgezogen haben, erhalten nun rund 30 Euro mehr im Monat. Bei prognostizierten Kosten von rund vier Milliarden Euro dürften hier etwa 2,8 Millionen Bundesbürger mehr Rente bekommen.

Bei der Doppelten Haltelinie handelt es sich hingegen um ein Konzept der SPD: Bis zum Jahr 2025 soll das Niveau der gesetzlichen Rente nicht unter 48 Prozent fallen. Gleichzeitig soll der Beitragssatz die 20-Prozent-Marke nicht überschreiten. Bezogen auf diese Rentenpläne kommt die Prognos-Studie zu einem mehr als ernüchternden Ergebnis: Eine gerechte Rentenpolitik ist für kommende Generationen so nicht finanzierbar. Im Gegenteil würde der Generationenvertrag über kurz oder lang obsolet.

Gewinner und Verlierer

Die neue Mütterrente der CSU wird laut Prognos vor allem von den heute 20- bis 50-Jährigen getragen werden. Sie stellten im Laufe ihres Erwerbslebens jeweils rund 2.000 Euro netto für die Mütterrente bereit – zusätzlich zu den bereits vorhandenen Abgaben. Profiteure sind hingegen die heutigen Rentner bzw. die Deutschen über 50 Jahre: Sie könne sich über ein Rentenplus von insgesamt rund 4.000 Euro freuen.

Bei der Doppelten Haltelinie und der Einfachen Haltelinie haben ebenfalls die Jüngeren das Nachsehen. Heute Neugeborene müssten je nach Szenario zwischen 6.000 Euro und 14.500 Euro mehr aufbringen als momentane Steuerzahler. Bei der Einfachen Haltelinie würden tendenziell alle heute lebenden Deutschen finanziell profitieren, ein besonders deutliches Plus ergibt sich aber für Menschen, die älter als 50 Jahre sind. Je nach Haltelinien-Konzept ergibt sich hier eine Rentenerhöhung von insgesamt 27.300 Euro bis 30.700 Euro.

Die vollständige Prognos-Studie finden Sie hier.

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