Anlegermonitor Februar 2018: Unklare Aussichten

Wie in den vergangenen Monaten hat sich die Deutsche Wertpapiertreuhand auch im Februar 2018 an ihre Senior Partnern mit der Frage gewandt: Wie beurteilt die Mandantenbasis das momentane Umfeld zur Vermögensanlage? Welche Themen treiben die Mandanten um? Was war besonders relevant?

Einschätzungen und Stimmungen

Wie gewohnt konnten unsere Senior Partner die aktuelle Stimmung der Mandanten in Form einer Skala angeben. Die Werte reichten von 1 bis 10: Je höher der Wert, desto besser die Mandantenstimmung in Bezug auf die Vermögensanlage.

Stimmungsbarometer

Ein erheblicher Teil unserer Mandanten stand dem Umfeld zur Vermögensanlage im Februar neutral bis leicht pessimistisch gegenüber. Ganze 59,1 Prozent unserer Berater vergaben hier den Wert 4 oder 5. Hier ergibt sich ein ähnliches Bild wie im Januar 2018. Die Werte 6 bis 8 wurden allerdings häufiger genannt als noch im vergangenen Monat. Mehr als ein Drittel der Mandanten (36,4 Prozent) ist damit durchaus positiv gestimmt.

Im Mittel wurde von unseren Senior Partnern eine Einschätzung von 5,23 abgegeben: Unsere Mandanten waren im Februar bezüglich der Vermögensanlage also weiterhin ernüchtert – schätzen die Situation aber positiver ein als noch zu Beginn des Jahres. Die Standardabweichung der erhobenen Werte liegt zudem bei 1,37.

Außen- und Innenpolitik

Am häufigsten beschäftigte unsere Mandanten im Februar die Diskussion über mögliche Strafzölle vonseiten der USA. US-Präsident Trump hatte angekündigt, signifikant hohe Zölle auf Stahl und Aluminium erlassen zu wollen. Auch die Importe europäischer Autos sollen von dieser Maßnahme betroffen sein, was Autobauer wie Porsche und Audi in Bedrängnis brächte. Die Protektionismus-Bestrebungen und die Unberechenbarkeit der US-Politik verunsicherten unsere Mandanten – nicht zuletzt, da in den Medien häufig der Begriff Handelskrieg fiel. Unsere Mandantenbasis fragte sich: Welche Folgen hat der neue amerikanische Weg für die Weltkonjunktur, für Europa und die deutsche Industrie? Und wie schlägt sich dies auf den Kapitalmärkten nieder?

Auch eine mögliche Zinsveränderung in den USA und Europa war ein Thema für unsere Mandanten. Während die US-Notenbank FED unter der neuen Führung von Jerome Powell allmähliche Zinserhöhungen vorsieht, blieb die EZB verhalten. Nichtsdestotrotz wurde in der Öffentlichkeit viel darüber spekuliert, ob auch die EZB in diesem oder im nächsten Jahr Zinssteigerungen vornehmen könnte. Dies wäre eine bedeutende Entwicklung für die Geldanlage und ließ die Mandanten aufhorchen.

Ebenfalls von großer Relevanz waren die aktuellen Bewegungen der Aktienmärkte: Auf eine lange Phase stetiger Wertsteigerung folgte im Februar der Flash Crash. Kurze, aber heftige Kurseinbrüche an den Finanzmärkten sorgten für Verunsicherung bei unseren Mandanten. Der amerikanische Börsenindex Dow Jones sackte Anfang Februar um 4,6 Prozentpunkte ab und konnte sich bis dato nicht vollständig erholen. Der DAX verlor 3,6 Prozent in der ersten Februarwoche und sank im Laufe des Monats auf einen Wert von rund 12.200 Punkten. Diese Situation schürte Ängste vor einem noch größeren Crash, der freilich bisher ausblieb.

Schlussendlich beschäftigte unsere Mandanten auch das lange Warten auf eine Regierungsbildung in Deutschland. Der ausschlaggebende SPD-Mitgliederentscheid von Ende Februar bis Anfang März wurde hier genau beobachtet. Nun fragen sich die Mandanten, wie die GroKo regieren wird und wie lange das Bündnis halten kann.

Themen, die unsere Mandanten bewegten:

  • US-Politik/Strafzölle
  • Zinsentwicklung USA/Europa
  • Kurseinbrüche
  • Regierungsbildung/GroKo

Persönliches Anlageverhalten

Angesicht dieser vielfältigen globalen wie nationalen Entwicklungen reflektieren unsere Mandanten ihre Anlagestrategie sehr genau. Zusammen mit ihren Beratern fragen sie sich, ob ihr Portfolio zur momentanen Situation in der Welt und auf den Finanzmärkten passt. Einige sahen hier ein Risiko, andere wiederum eine Chance. Insgesamt herrscht bei unseren Mandanten aber vor allem der Wunsch nach möglichst hoher finanzieller Sicherheit.

Hierzu zählt auch das Thema Altersvorsorge, welches die Mandanten immer wieder umtreibt. Die Angst vor Armut im Alter ist ein bedeutender Faktor, der nicht selten Anlageentscheidungen prägt. Ein immer deutlicheres Hindernis bei der Geldanlage ist aus Sicht der Mandanten und Senior Partner aber der bürokratische Aufwand: Die große Menge an Formularen und Richtlinien macht die Geldanlage komplexer und wirkt vor allem auf neue Mandanten abschreckend.

Themen, die unsere Mandanten bewegten:

  • Marktlage: Chance oder Risiko?
  • Altersvorsorge
  • Komplexität der Vermögensanlage
  • Richtlinien

Die gedämpfte Stimmung unserer Mandanten blieb auch im Februar bestehen. Angesichts äußerer Unsicherheiten in Politik und Wirtschaft agierten unsere Mandanten eher verhalten. Man verhält sich weiter abwartend und analysiert die eigene Anlagestrategie. Die Zuversicht unserer Mandanten ist aber weiterhin vorhanden, allerdings im Vergleich zum Februar nur unmerklich gestiegen.

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