Amazons Vormarsch in die Finanzwelt

Ausweitung

Nach aktuellen Medienberichten plant der Versand-Riese Amazon offenbar, in die Finanzbranche einzusteigen. Wie das Wall Street Journal mitteilte, sucht Amazon nach einer Möglichkeit, seinen Kunden zukünftig Finanzprodukte aus dem eigenen Haus anzubieten. Offenbar schwebt dem Weltkonzern aus Seattle ein kontoähnliches Konzept vor, es soll sich an der Funktionalität eines Girokontos orientieren.

Mit diesem Vorstoß in die Welt der Banking-Lösungen baut Amazon sein Engagement in diesem Bereich weiter aus. Neben verschiedenen Bezahlmöglichkeiten setzt Amazon schon seit 2007 auf einen eigenen Payment-Service namens Amazon Pay. Seit 2011 ist dieses Angebot auch in Deutschland verfügbar. Ähnlich wie beim Konkurrenten PayPal soll damit die Sicherheit des Online-Kaufs erhöht werden. Auch stellt Amazon in verschiedenen Ländern eigene Kreditkarten bereit. In den Vereinigten Staaten kooperiert man hier mit der größten US-Bank JPMorgan. Der nächste Schritt ist für Amazon nun scheinbar, ein eigenes Girokonto anzubieten und so in der Finanzwelt Fuß zu fassen. Ein anderes Projekt des Konzerns, das sogenannte Voice-Banking per Sprachassistentin Alexa, musste Amazon aufgrund rechtlicher Hürden vor Kurzem auf Eis legen (Weiterlesen).

Partnersuche

Zugleich wurde nun auch JPMorgan als einer der heißesten Kandidaten für die Kooperation mit Amazon genannt. Der Versand-Riese möchte nämlich auf einen Partner aus dem Bankenbetrieb zurückgreifen, um seine Finanzprodukte zu lancieren. In der engeren Wahl steht laut Wall Street Journal außerdem das Finanzunternehmen Capital One, welches mehrere Banken unter sich vereint.

Das gesamte Projekt befinde sich allerdings in einem frühen Stadium, sodass die genauen Spezifikationen des Amazon-Girokontos noch nicht feststehen. Ob man damit beispielsweise in Zukunft Geld abheben oder Rechnungen begleichen kann, ist also noch offen. Das Wall Street Journal gab an, Amazon wolle sich vor allem an eine jüngere Zielgruppe richten. Außerdem könne man Menschen ansprechen, die noch kein eigenes Konto bei einer Bank haben.

Konsequenzen

Bei all diesen durchgesickerten Plänen wird deutlich, was Amazon mit seinem Banking-Angebot erreichen will: Kunden sollen noch enger an das Unternehmen gebunden werden. Neukunden erhalten zudem einen interessanten Anreiz, sich in die Arme des Konzerns zu begeben. Ein ebenso wichtiger Faktor dürften auch die zusätzlichen Daten sein, welche der Online-Händler über die Nutzer erhält. Persönliche Bankdaten würden dann ebenso an Amazon übermittelt wie beispielsweise die Gehaltshöhe des Kunden.

Wer sich für die Nutzung eines solchen Dienstes entscheidet, muss sich über die Konsequenzen im Klaren sein. Für die Nutzerfreundlichkeit und den Komfort, den Amazon mit seinem Girokonto-Service bieten würde, müssten Kunden einen großen Satz personenbezogener Daten offenlegen. Wie viele Nutzer diesen Deal eingehen werden, muss die Zukunft zeigen. Deutsche Amazon-Kunden müssen die Wahl ohnehin vorerst nicht treffen: Amazons Banking-Dienst soll – wenn überhaupt – zunächst in den USA getestet werden.

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