Aufstieg und Fall?

Im Aufwind

Das Bankenwesen in Deutschland vollzieht aktuell einen starken Wandel: Während Genossenschaftsbanken und Sparkassen ihr Filialnetz ausdünnen, erhalten Direktbanken immer mehr Zuspruch. Zu diesen Ergebnissen kamen zwei aktuelle Studien, welche unabhängig voneinander das Bankenwesen in Deutschland untersuchten.

Für eine dieser Studien, eine Erhebung der Norisbank, wurden insgesamt 1.000 Personen im Alter von 18 bis 69 Jahren zu ihrem Umgang mit Direktbanken befragt. Hierbei zeigte sich, dass entsprechende Geldhäuser ohne Filialen inzwischen eine hohe Akzeptanz erreicht haben: Mehr als die Hälfte (51,4 Prozent) der Interviewten sind aktuell Kunde bei einer Direktbank. Für 29,1 Prozent der Befragten verwaltet eine Direktbank sogar das Haupt- bzw. Gehaltskonto. Insgesamt ist damit die Akzeptanz von Direktbanken mit ihren Online-Banking-Möglichkeiten gesteigen: Bei einer Untersuchung im Mai 2017 gaben noch 43,5 Prozent an, Direktbank-Kunde zu sein. Das entspricht einer jährlichen Steigerung von 18 Prozent.

Allmähliche Reduktion

Wenngleich Bankkunden immer noch zögern, von ihrer angestammten Hausbank zu einer Direktbank zu wechseln – im letzten Jahr taten dies nur 9,6 Prozent der Interviewten –, lässt sich dennoch eine deutliche Tendenz erkennen. So gaben immerhin 33,8 Prozent an, einen Wechsel in Erwägung zu ziehen.

Wie könnten diese Überlegungen begründet sein? Sicherlich spielt die Geschäftspolitik etablierter Genossenschaftsbanken und Sparkassen hier eine Rolle. Nicht wenige Kunden haben in diesem Bereich tendenziell unangenehme Entwicklungen erleben müssen: Die Reduktion des Filialnetzes etwa oder die Erhebung von Zusatzgebühren. Hinzu kommt, dass in den letzten zwanzig Jahren viele Banken – auch Privatbanken – vom Markt verschwanden. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Unternehmensberatung Barkow Consulting. Im Jahr 2017 existierten noch genau 1.800 Banken in Deutschland, das ist ein Schwund von 4,7 Prozent im Vergleich zu 2016. Vor allem Bankenfusionen befeuerten diesen Trend. Vor über zwanzig Jahren, im Jahr 1996, waren insgesamt 3674 einzelne Banken in der Bundesrepublik aktiv. Inzwischen hat sich die Zahl also mehr als halbiert.

Welche Konsequenzen?

Das trifft auch auf die Filialen zu. Von 66.663 Filialen im Jahr 1996 schrumpfte deren Anzahl 2017 auf 30.594. Durch das Verschwinden von Bankfilialen vor allem im ländlichen Bereich ergeben sich vielerorts gravierende Probleme – sowohl für Kunden, als auch für die Kreditinstitute. Vor allem älteren Kunden entsteht durch das Filialsterben ein erheblicher Nachteil, während sich jüngere Kunden zunehmend von Sparkassen und Genossenschaftsbanken abwenden. Die Gründe für Letzteres sind vielseitig.

Rund 45 Prozent der Norisbank-Studienteilnehmer gaben an, ihre Bank aufgrund veränderter Gebührenmodelle gewechselt zu haben. Etwa jeder Dritte (30,6 Prozent) vollzog den Wechsel hingegen, da er mit den Leistungen seiner Bank generell unzufrieden war. Noch zögernde Kunden begründeten Ihr Hadern zumeist mit dem Aufwand, den ein Kontoumzug mit sich bringen kann (41,2 Prozent). Weitere 28,5 Prozent wollten ihrer angestammten Bank noch eine Chance geben. Ob sie dieser aber auch zukünftig die Treue halten werden, muss sich angesichts des Filialschwunds und steigender Kontogebühren noch zeigen.

Weiterführende Links:

Weiterlesen:


Montag bis Freitag von 9 bis 22 Uhr stehen wir Ihnen persönlich und diskret zur Verfügung.
Rufen Sie uns an oder senden Sie uns eine E-Mail, unter Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme.