Nullzins als Anlage-Anreiz?

Mehr Akzeptanz

Eine Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) aus dem Jahr 2017 beschäftigte sich mit dem Verhalten deutscher Sparer angesichts des momentanen Niedrigzinsumfelds. Im Auftrag der Direktbank ING-DiBa wurden hierfür insgesamt 6.700 Personen in den Jahren 2016 und 2017 befragt.

Konkret ging es um die Frage, ob Sparer ihr Verhalten an den Niedrigzins anpassen oder in anderer Weise davon beeinflusst werden. Außerdem untersuchte die Erhebung, ob und wie Sparer auf mögliche Negativzinsen reagieren würden. Anhand der Daten kamen die Forscher zu folgendem Ergebnis: "Sparer gewöhnen sich an die Niedrigzinsen, haben jedoch weiterhin keine Akzeptanz für Negativzinsen." Neben dieser Feststellung lassen die Studienergebnisse aber auch weitere Schlussfolgerungen zu. So gewähren die Daten indirekt Einblick in das mögliche Anlageverhalten der Sparer in einer Niedrigzins-Phase.

Abwarten vs. Anpacken

Vergleicht man die Ergebnisse aus den Jahren 2016 und 2017, so lässt sich tatsächlich eine gesteigerte Akzeptanz gegenüber Niedrigzinsen ausmachen. Gaben 2016 noch 56 Prozent an, in keinster Weise auf den Niedrigzins zu reagieren, so bestätigten dies 2017 bereits 64 Prozent. Das heißt: Es gibt tendenziell immer mehr Deutsche, die ihr Sparverhalten nicht an das Marktumfeld anpassen. Stattdessen gehen sie dazu über, ihr Erspartes ohne Rendite auf dem Konto zu belassen.

Dennoch gibt es zwei Personengruppen, die dem Sparen den Rücken kehren und in andere Anlageformen investieren. Dazu gehören zum einen risikobereite Personen, von denen ganze 72 Prozent ihr bisheriges Sparverhalten ändern wollen. Zum anderen tendieren ältere Personen zwischen 51 und 65 Jahren dazu, weniger zu sparen und das Geld anderweitig zu nutzen (38 Prozent).

Welche Favoriten?

Wer weniger spart, investiert sein Geld oft in andere Anlagewerte. Wie die ZEW-Studie herausfand, sind dabei Immobilien wie Wertpapiere gleichermaßen beliebt – rund 50 Prozent der Befragten interessierten sich für die jeweilige Anlageart. Noch begehrter waren nur liquide Sparmöglichkeiten wie beispielsweise Tagesgeld. Im Bereich der Wertpapiere sind hingegen vor allem jüngere Anleger zwischen 18 und 35 Jahren aktiv. Zudem agieren hier jene Deutsche mit einer besonders hohen Risikobereitschaft und einem größeren Vermögen. Ganze 73 Prozent der Interviewten mit einem Vermögen von mehr als 50.000 Euro halten Wertpapiere für eine interessante Alternative zum Sparen.

Das bedeutet: In Deutschland wird zwar weiterhin mit Eifer gespart, dennoch gibt es immer mehr Personen, die eine höhere Rendite mit ihrem Kapital erwirtschaften wollen. Sie werden dann im Vorteil sein, wenn die Europäische Zentralbank (EZB) Negativzinsen einführen sollte. Tatsächlich ist dies ein Szenario, das mehr als die Hälfte der Deutschen für möglich hält. Im Jahr 2016 waren 58 Prozent der Befragten dieser Meinung, 2017 immerhin noch 52 Prozent. Ob sie ihr jetziges Sparverhalten in solch einer radikalen Situation ändern würden, bleibt fraglich. Fast die Hälfte der Deutschen (46 Prozent) gab an, das Ersparte bei Negativzinsen einfach vom Konto abheben zu wollen.

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