Wie risikobereit sind die Deutschen?

Die Angst vor dem Alter

Zur Geldanlage – egal in welcher Form – gehört auch immer eine gewisse Risikobereitschaft. Sicher ist nämlich: Je größer die Rendite einer Anlage sein soll, desto höher ist naturgemäß auch das Risiko eines Verlustes. Jeder Investor muss sich deswegen die Frage stellen, welches Risiko er eingehen möchte und wann er sich mit einer Anlagestrategie wohlfühlt. Eine neue Studie des Max-Planck-Instituts ergründete in diesem Zusammenhang die Risikobereitschaft der Deutschen. Im Auftrag der Ergo-Versicherungsgruppe betrachtete der Risiko-Report 2018 unter anderem das Geldanlage-Verhalten und die Altersvorsorge der Bundesbürger.

Wie sich zeigte, machen sich die Befragten zwar recht viele Gedanken über drohende Altersarmut, sorgen aber zugleich nur unzureichend privat vor. So haben rund 20 Prozent der Deutschen Angst vor dem Alter, vor allem fürchten sie Armut, Krankheit und den Verlust der Selbstständigkeit. Lediglich vier Prozent freuen sich auf ihren Ruhestand.

Keine Konsequenzen

Dennoch scheinen die Deutschen keine weitgreifenden Konsequenzen aus diesen Befürchtungen zu ziehen. Ganze 42 Prozent sparen monatlich 50 Euro oder weniger für die Altersvorsorge. Mit eingerechnet sind hier auch diejenigen, die gar nichts zurücklegen. Die Deutschen sind sich der Folgen durchaus bewusst: So glauben 50 Prozent der Befragten, im Alter finanzielle Einbußen hinnehmen zu müssen.

Hier lässt sich ein gewisser Fatalismus unter den Bundesbürgern ausmachen: Obwohl Viele dem Alter mit einem mulmigen Gefühl entgegenblicken, wollen oder können sie doch nicht aktiv vorsorgen. Dies ist womöglich in der irrigen Annahme begründet, man könne an der eigenen Situation nichts ändern. Da der Ruhestand zudem meist noch in weiter Ferne liegt, vertagt man das Problem auf einen unbestimmten späteren Zeitpunkt. Dies spiegelt sich auch in der geringen Zahl derjenigen Befragten wider, die einen Überblick über ihre zukünftige Rentenhöhe haben. Lediglich 20 Prozent der Deutschen gaben an, über die Höhe der kommenden Auszahlungen genau Bescheid zu wissen.

Wissen vs. Handeln

Ein gewisses Risikobewusstsein kann man den Deutschen also nicht absprechen. Sie können sehr wohl zukünftige Unwegsamkeiten einschätzen – allein an Initiative und der richtigen Selbsteinschätzung scheint es noch zu mangeln. So zeigte sich beispielsweise, dass viele Befragte das Risiko in der Geldanlage falsch einschätzen. Ganze 50 Prozent der Befragten fürchten sich beispielsweise vor einer weiteren Finanzkrise wie im Jahr 2007/2008 und scheuen daher Aktien und Fonds. Vielmehr setzen sie auf Sparbücher oder Immobilien.

Paradoxerweise glauben die meisten Deutschen dennoch, dass klassische Wertpapiere wie Aktien auf lange Sicht die beste Rendite bringen. Wie hoch diese Rendite aber tatsächlich ist, konnten die Interviewten kaum einschätzen. Bei Aktien mit einer Laufzeit von zehn Jahren tippten die Befragten durchschnittlich auf eine Wertsteigerung von 16 Prozent. Die Schätzungen entsprachen damit nicht Ansatzweise der tatsächlichen Wertentwicklung: Von Dezember 2007 bis Dezember 2017 verzeichnete der DAX ein Plus von rund 60 Prozent.

Fazit

Ein gesundes Risikobewusstsein der Deutschen ist mit Blick auf die Studienergebnisse also durchaus gegeben. Die Bundesbürger wissen um die künftigen Risiken und Chancen im Bereich der Geldanlage und der privaten Altersvorsorge. Dennoch haben sie oft irrige Vorstellungen davon, wie sich der Anlagemarkt entwickeln wird und welche Mechanismen dort wirken. Dementsprechend bleiben ihre Reaktionen sehr vorsichtig und konservativ.

Weiterführende Links:

Weiterlesen:


Montag bis Freitag von 9 bis 22 Uhr stehen wir Ihnen persönlich und diskret zur Verfügung.
Rufen Sie uns an oder senden Sie uns eine E-Mail, unter Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme.