Anlegermonitor Januar 2018: Ein unruhiger Start ins Jahr

Auch zu Beginn des Jahres 2018 hat sich die Deutsche Wertpapiertreuhand erneut bei ihren Senior Partnern nach den Einschätzungen und Empfindungen der Mandanten erkundigt.

Einschätzungen und Stimmungen

Welche Themen waren im Januar 2018 für die Mandanten besonders relevant? Wie beurteilten sie das Umfeld zur Vermögensanlage zu Beginn des neuen Jahres?

Wie üblich konnten unsere Senior Partner die momentane Stimmung der Mandanten in Form einer Skala angeben. Die Werte von 1 bis 10 standen dabei aufsteigend für die Zuversicht in Bezug auf das aktuelle Umfeld zur Vermögensanlage.

Stimmungsbarometer

Verschiedene Faktoren sorgten dafür, dass die Stimmungslage unserer Mandanten im Januar weniger positiv ausfiel als noch im Dezember 2017. Kurseinbrüche waren hier ebenso ausschlaggebend wie die schleppende Regierungsbildung in Deutschland. Am häufigsten wurden im Januar die Werte 4 und 5 genannt, fast zwei Drittel der Mandanten waren damit neutral bis leicht pessimistisch gestimmt. Lediglich rund 28 Prozent der Bewertungen lagen zwischen den Werten 6 und 9.

Im Mittel wurde von unseren Senior Partnern eine Einschätzung von 5,14 abgegeben: Unsere Mandanten waren im Januar bezüglich der Vermögensanlage also eher ernüchtert. Die Standardabweichung der erhobenen Werte liegt zudem bei 1,58.

Politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen

Das Thema, das unsere Mandanten im Januar am meisten beschäftigte, waren die möglichen Zinssteigerungen sowohl in der Bundesrepublik als auch in den Vereinigten Staaten. Die US-Notenbank Federal Reserve hatte Ende Januar angedeutet, die Zinsen im März 2018 allmählich steigen zu lassen. Für die Mandanten stellte sich hier die Frage, welche Auswirkungen dies auf die Kapitalmärkte haben könnte. Auch wurde gemutmaßt, dass die Europäische Zentralbank (EZB) dem Beispiel der FED folgen könnte. Hier entstanden Unsicherheiten, nicht zuletzt auch wegen der momentan hohen Inflationsrate. Dies dürfte auch der Grund für ein gesteigertes Interesse an inflationsgeschützten Anlagen unter den Mandanten gewesen sein.

Auch die Politik des US-Präsidenten Donald Trump sorgte im Januar allgemein für Irritationen. Unsere Mandanten beobachteten in diesem Kontext sowohl die US-Steuerpläne als auch die Protektionismus-Maßnahmen des US-Präsidenten genau. Hier verwirrte nicht zuletzt die anhaltende Unberechenbarkeit der amerikanischen Politik.

Innenpolitisch zeigten sich unsere Mandanten vor allem durch die Querelen bei der Regierungsbildung verunsichert. Das Vertrauen in die Befähigung der Spitzenpolitiker ließ offenbar nach – immerhin empfanden unsere Mandanten die unsteten GroKo-Verhandlungen zunehmend als chaotisch. Man war sich unsicher in Bezug auf die politische Zukunft des Landes. Vor allem fragen sich die Mandanten, wie eine kommende Bundesregierung in Bezug auf Rente und Steuern agieren könnte.

Auch die Anfang Februar eingetretenen Kurseinbrüche bzw. Kurskorrekturen beschäftigten unsere Mandanten stark. Die hohen Erwartungen zum Jahresende wurden so zumindest zeitweise gedämpft. Auch stellte sich die Frage nach künftigen Marktentwicklungen. Dennoch bestätigten unsere Senior Partner, dass die allgemeine Zuversicht der Mandanten trotz der neuen Unsicherheiten ungebrochen ist.

Die Ende des Jahres 2017 omnipräsenten Kryptowährungen – allen voran der Bitcoin – spielten im Januar 2018 offenbar keine allzu große Rolle mehr. Nach Absacken des Bitcoin-Kurses zum Jahresbeginn ließ auch das Interesse unserer Mandanten an dem Thema nach.

Themen, die unsere Mandanten bewegten:

  • Mögliche Zinssteigerungen
  • Regierungsbildung/GroKo
  • US-Politik
  • Kurskorrekturen
  • Kryptowährungen

Persönliche Geldanlage

Im Bereich der individuellen Geldanlage beschäftigten unsere Mandanten ähnliche Themen wie bereits in den vergangenen Monaten. Die Regelung der Unternehmensnachfolge war hier erneut von Relevanz. Gleichzeitig zeigte sich, dass einige Mandanten zunehmend Interesse an nachhaltigen Geldanlagemöglichkeiten haben.

Generell stellte sich für unsere Mandanten die Frage, wie auf die momentane Marktsituation am besten reagiert werden kann: "Wie lässt sich adäquat Kapital erwirtschaften? Stimmt meine Risikoklasse noch mit meinen Anlagezielen überein?"

Vor allem der Wunsch nach Sicherheit war dabei offenbar recht groß: Die Anlage in vermeintlich sichere Immobilienwerte wurde im Januar verstärkt nachgefragt.

Themen, die unsere Mandanten bewegten:

  • Nachfolgeregelung
  • Nachhaltige Geldanlage
  • Generelles Anlageverhalten
  • Immobilien

Insgesamt lässt sich für den Januar 2018 eine gewisse Ernüchterung ausmachen. Die Euphorie unserer Mandanten zum Jahresende ist ein wenig abgeflacht – stattdessen verhält man sich vorsichtiger und abwartender. Kurskorrekturen ebenso wie politische Unsicherheiten sorgten im Januar zwar für einen Dämpfer, rüttelten aber nicht an der generellen Zuversicht der Mandanten.

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