Macht mehr Geld auch glücklicher?

Mögliche Verbindungen

Welcher Zusammenhang besteht zwischen Geld und Glück? Können die Werte auf dem Bankkonto einen signifikanten Einfluss darauf haben, wie zufrieden ein Mensch in seinem täglichen Leben ist? Die große Bedeutung des Geldes in unserem Alltag immerhin ist nicht zu leugnen: Wir erwirtschaften Kapital, legen es an, geben es aus. Doch ab wann bestimmt die Menge des Geldes auch unser Gefühlsleben? Es es eine rein individuelle, subjektive Erfahrung – oder lassen sich hier wissenschaftliche Kennzahlen zurate ziehen?

Eine Erhebung des Online-Portals Statista fragte die Deutschen beispielsweise, ob viel Geld glücklich mache. Dabei mussten die Umfrageteilnehmer für sich selbst entscheiden, was für sie viel Geld bedeutet und welchen Einfluss es auf Glück und Lebensqualität haben kann. Ganze 61 Prozent der Interviewten waren der Meinung, dass großer Geldbesitz keinen Einfluss auf das Glücksempfinden habe. 37 Prozent sahen hingegen einen Zusammenhang. Weitere zwei Prozent wollten sich zu dem Thema nicht äußern. In der Wahrnehmung des Einzelnen scheint es also tendenziell keine Verbindung von Glück und Geld zu geben. Doch deckt sich dieses Empfinden mit internationalen Studien?

Macht Geld glücklich? (Statista)

Glücksgrenzen?

Eine Untersuchung des Statistischen Amtes der Europäischen Union (Eurostat) aus dem Jahr 2014 setzte in verschiedenen europäischen Ländern die Gehaltshöhe mit dem Glücksempfinden in Relation. Beim Vergleich der Länder zeigte sich, dass durchaus eine Verbindung besteht zwischen der Höhe des Median-Einkommens und der Lebenszufriedenheit. Das Median-Gehalt der drei Länder, deren Bewohner den höchsten Zufriedenheitswert haben – Dänemark, Schweden und Österreich – liegt bei einen Wert von ca. 20.000 Euro im Monat. In Ländern mit höherem Median-Gehalt, beispielsweise Luxemburg, lässt sich hingegen keine signifikant größere Zufriedenheit erkennen. Die Menschen in Ländern mit geringerem Median-Einkommen hingegen fühlen sich weniger glücklich.

Der Psychologe und Wirtschafts-Nobelpreisträger Daniel Kahneman veröffentlichte 2010 ebenfalls eine Studie zu diesem Thema. Er betrachtete das Einkommen und die Gefühlslage von 450.000 US-Amerikanern. Dabei zeigte sich, dass Menschen offenbar bei einem Jahresbruttogehalt von 75.000 US-Dollar (rund 60.000 Euro) am glücklichsten sind. Wer aber mehr verdient, fühlt sich dadurch nicht besser.

Solche Untersuchungen bieten also eine Orientierung bei der Frage, ob sich Geld und Glück beeinflussen. Eine gewisse Verbindung scheint man nicht leugnen zu können. Dennoch streifen auch diese Erhebungen nur Teilaspekte.

Mehr als hohe Kontostände

Glück und Zufriedenheit definieren sich bei den meisten Menschen nämlich nicht über Geld per se. Ein hoher Kontostand allein spendet in der Regel keine Lebensfreude – er ist vielmehr ein Garant dafür, das eigene Leben selbstbestimmt führen und genießen zu können. Ein hohes Gehalt und finanzielle Reserven eröffnen dabei großartige Möglichkeiten, die dem Betreffenden sonst verschlossen bleiben würden.

Das Geld kann dann in die eigene Persönlichkeit und in liebe Mitmenschen investiert werden, was tatsächlich Glück und Zufriedenheit generiert. Hierzu gehören Aspekte wie Familie und Partnerschaft, das eigene Hobby und die Gesundheit. Ein Familienurlaub etwa kann große Freude bereiten – ebenso wie ein geselliger Abend mit Freunden. Wer entsprechendes Kapital hat, muss dabei nicht auf jeden ausgegebenen Euro achten und kann sich solche Erlebnisse bedenkenlos leisten. Gerade dies bedeutet für viele Menschen Lebensqualität. Geld an sich steht dabei nicht im Zentrum: Es ist lediglich Mittel zum Zweck, bietet Sicherheit und eröffnet schlussendlich Möglichkeiten.

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