Wofür schlägt das Sammlerherz?

Wert und Leidenschaft

Nicht wenige Menschen hegen eine Sammelleidenschaft: Für manche ist es schlicht ein Hobby, eine Freizeitbeschäftigung – für andere hingegen eine Lebensaufgabe. Klassischerweise werden sehr gerne Briefmarken oder Münzen gesammelt, Gegenstände also, die neben dem Nutzen als Sammlerobjekt auch einen monetären Wert besitzen. Die gesammelten Münzen und Briefmarken können zur Geldanlage werden, man kann mit ihnen unter Umständen sogar Profit erwirtschaften.

Mit dem nötigen Kapital lassen sich auch extravagantere Gegenstände sammeln: Im hochpreisigen Segment sind besonders Kunstwerke und Musikinstrumente beliebt. Bei Sammlern handelt es sich häufig um Experten, die sich schon sehr lange in der jeweiligen Szene bewegen. Sie können nicht nur den reellen Wert eines Objektes einschätzen, sondern wissen auch, welcher ideelle Wert dahintersteckt. Beim Kauf eines solchen Emotional Asset geht es also vorrangig nicht um eine rationale Investition, sondern um eine Liebhaberei. Dass aber bestimmte Sammlerobjekte durchaus eine Wertsteigerung aufweisen können, zeigt eine 2013 im Forbes Magazine veröffentlichte Studie. Briefmarken, historische Violinen und Kunstwerke wiesen in einem Zeitraum von rund hundert Jahren eine ähnlich hohe Rentabilität auf. Aus der Studie geht aber auch hervor: Mit der Rentabilität von klassischen Aktien können die Sammlerobjekte nicht mithalten.

Welcher Nutzen?

Wer also eine gewinnbringende Geldanlage sucht, dürfte mit Wertpapieren tendenziell besser fahren als mit seltenen Sammlerstücken. Experten wie etwa der US-amerikanische Ökonom Don Thompson sehen beispielsweise Kunstwerke als Spekulationsobjekte, deren Preis stagnieren, aber auch explosionsartig steigen kann. Hier spielen viele, nicht kalkulierbare Faktoren eine Rolle, welche den Markt unberechenbar machen.

Eine Sammelleidenschaft muss daher getrennt von reiner Investmentlogik betrachtet werden. Immerhin gehen Sammler bereitwillig Risiken ein, sie nehmen Wertverluste in Kauf, um ihre Sammlung zu erweitern. Das gilt für Gemälde ebenso wie für Oldtimer oder Musikinstrumente. Die begehrten Gegenstände sind nämlich nicht selten anfällig für äußere Einflüsse, sie müssen sicher aufbewahrt und mitunter gepflegt werden. Die berühmten Stradivari-Geigen etwa erzielen bei Auktion nicht zuletzt aufgrund ihrer Fragilität und Seltenheit Höchstpreise. Die Violinen aus dem frühen 18. Jahrhundert kosten zwischen 3 Millionen und 11 Millionen Euro. Doch auch bei anderen Musikinstrumenten werden zurzeit immer höhere Preise erzielt. Seltene Gitarren, wie etwa die Gibson Les Paul aus dem Jahr 1960, werden aktuell für 200.000 Euro bis 300.000 Euro versteigert.

Höhere Werte

Der ambitionierte Sammler wird also von etwas Anderem angetrieben, von etwas Nicht-Materiellem. Es ist die Freude am Objekt selbst: Jeder Kauf wird als persönliche Bereicherung wahrgenommen. Der so entstehende Nutzen kann weder durch Kaufpreise noch durch Kennzahlen abgebildet werden. Für die Psychologie ist er deswegen umso interessanter.

Wer intensiv bestimmte Dinge sammelt, stellt nämlich häufig Kontakt zu Gleichgesinnten her. Es entsteht ein Gemeinschaftsgefühl. Durch die eigene Expertise und den Kauf von seltenen Objekten präsentiert der Sammler aber gleichzeitig seine Individualität: Je prestigeträchtiger seine Kollektion, desto höher sein Ansehen in der Gemeinschaft. Nicht zuletzt setzt das Sammeln eine große Leidenschaft für ein bestimmtes Thema heraus. Dies wirkt nicht nur identitäts-, sondern auch sinnstiftend. Unter diesen Voraussetzungen werden Preis und Wertzuwachs häufig zu einer Nebensächlichkeit.

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