BaFin-Aufsicht über freie Finanzanlagenvermittler

Laut dem Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD soll die Aufsicht über die freien Finanzanlagenvermittler auf die BaFin übertragen werden. Für 34f Finanzanlagenvermittler und 34h Honorar-Finanzanlagenvermittler sind das keine erfreulichen Aussichten.

Neue Zuständigkeiten

Im Koalitionsvertrag der GroKo (Zeile 6372) ist hierzu Folgendes festgehalten: Wir werden zur Herstellung einer einheitlichen und qualitativ hochwertigen Finanzaufsicht die Aufsicht über die freien Finanzanlagevermittler schrittweise auf die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht übertragen.

Wenn die derzeitige Aufsichtskultur einen Hinweis auf die Konsequenzen dieser Veränderung für Finanzanlagenvermittler liefern kann, könnte ich mir die Umsetzung dieses Vorhabens wie folgt vorstellen:

Die BaFin definiert ihre Vorstellungen, von welchen externen Prüfern und nach welchen konkreten Gesichtspunkten die Vermittler jährlich geprüft werden sollen. Die Prüfer reichen ihre Berichte bei der BaFin ein. Die BaFin beurteilt sowohl die Qualität der Prüfer als auch die Ergebnisse der Prüfungen und damit die Qualität der Vermittler.

Bei bedeutenden Abweichungen von den Idealvorstellungen zieht die BaFin Konsequenzen. Diese könnten in einer späteren Überprüfung von erwarteten Verbesserungsmaßnahmen liegen. In anderen Fällen könnten Prüfer ausgewechselt werden oder es droht Vermittlern der Verlust ihrer Erlaubnis.

Welche Konsequenzen?

Eins ist jedoch wahrscheinlich: Es handelt sich um eine sehr große Anzahl der zu beaufsichtigenden Vermittler. Um diese Aufgabe bewältigen zu können, wird die BaFin eine Standardisierung der Anforderungen und den Einsatz professioneller externer Prüfer anstreben.

Infolgedessen würden im Vergleich zur derzeitigen Aufsicht durch die Gewerbeämter die Anforderungen an die Vermittler künftig strenger und konsequenter ausgelegt. Zudem würden die Kosten für Prüfungen ganz erheblich ansteigen.

Für die freien Berater sind das keine erfreulichen Aussichten, denn sie bedeuten einen finanziellen und organisatorischen Mehraufwand. Für die Finanzbranche bedeutet es hingegen, dass zum ersten Mal nicht mehr mit zweierlei Maß gemessen würde – das ist grundsätzlich fair.

Infolgedessen wird es – ähnlich wie bei den Banken und Vermögensverwaltern – zu größeren Einheiten kommen, welche aus Fusionen zwischen Vermittlern, Vermittlerpools und Haftungsdächern entstehen würden.

Den Koalitionsvertrag der Großen Koalition finden Sie in voller Länge hier (Zeile 6372).

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