Wohneigentum – Für wen?

Neue Prognosen

Eine neue Studie des Wirtschaftsprüfungsunternehmens Ernst & Young (EY) beschäftigte sich mit möglichen Immobilien-Investitionen in Deutschland im Jahr 2018. Befragt wurden 220 Großanleger aus den Bereichen Finanz- und Wohnungsbauwirtschaft. Die Investoren sollten ihre Prognosen und Einschätzungen für die diesjährigen Entwicklung auf dem Immobilienmarkt abgeben.

Dabei zeigte sich: Insgesamt erwartet man für Wohneigentum weiterhin hohe Bewertungen, das Investitionsvolumen dürfte 2018 aber leicht sinken. Laut der Erhebung könnte es bei etwa 70 Milliarden Euro liegen. Ganze 67 Prozent der Befragten gehen dennoch davon aus, dass die Preise für Wohnraum – egal ob als Kauf- oder Mietobjekt – im Allgemeinen stagnieren werden.

Zwei Profiteure

Schaut man jedoch auf die deutschen Großstädte, vor allem auf deren Innenstädte, sieht die Lage anders aus. Die interviewten Investoren rechnen hier mit weiteren Preisanstiegen, mehr als zwei Drittel der Befragten sind dieser Meinung. Außerdem zeigt die Studie, dass sich die aktuelle Situation vor allem für zwei Personengruppen als vorteilhaft erweisen könnte: Individuen mit wenig Einkommen – und äußerst wohlhabende Menschen. Der Leiter des Immobiliensektors von EY, Christian Schulz-Wulkow, fasst die Lage wie folgt zusammen: "Im Fokus stehen entweder die Geringverdiener mit Anspruch auf geförderten Wohnraum oder aber das gehobene Preissegment."

Hürden für die Mittelschicht

Nachteilig wirkt sich diese Entwicklung laut EY vor allem für Normalverdiener aus. In den Metropolen Deutschlands sind sie schon seit einiger Zeit gezwungen, auf Apartments mit immer kleinerer Quadratmeterzahl auszuweichen, um sich Wohnraum noch leisten zu können. Gleichzeitig geht EY davon aus, dass auch diese Mini-Wohnungen 2018 im Preis steigen werden.

Egal ob Kaufen oder Mieten, die Mittelschicht scheint aus der aktuellen Lage auf dem Häuser- und Wohnungsmarkt wenig Vorteil ziehen zu können. Wie schwierig es für Durchschnittsverdiener beispielsweise ist, eigenen Immobilienbesitz zu erlangen, zeigt eine Studie der Tageszeitung Die Welt mit Daten aus dem Jahr 2014. Weniger als die Hälfte der Personen mit mittlerem Einkommen in Deutschland waren demnach Besitzer einer eigenen Immobilie. In der höchsten Einkommensklasse konnten hingegen fast 70 Prozent ein eigenes Haus oder eine Eigentumswohnung vorweisen.

Will man dem EY-Bericht Glauben schenken, wird es für den Durchschnittssparer also auch 2018 schwer sein, Wohneigentum zu erwerben. An eine härtere Regulierung des Marktes vonseiten der neuen Bundesregierung glauben die Befragten der EY-Studie indes nicht. Ganze 86 Prozent sind der Meinung, dass sich an den momentanen Rahmenbedingungen nichts ändern wird.

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