Mut zur Anlage

Sparer-Land Deutschland

Die Deutschen gelten gemeinhin als Investitions-Muffel: Anstatt ihr Geld in Wertpapiere zu investieren, parken sie es lieber auf sicheren Bankkonten. Auch die momentan herrschende Niedrigzins-Phase scheint dieser Praxis keinen Abbruch zu tun. Laut einer Erhebung des Online-Marktforschungsinstituts Statista aus dem Jahr 2016 ruht ein Großteil des bundesdeutschen Geldvermögens in Termin-, Sicht- und Spareinlagen (36,4 Prozent). Mehr Kapital wird nur noch in Versicherungen und Pensionskassen gesteckt (38,4 Prozent). Investmentfonds und Aktien hingegen sind nur mit 9,3 Prozent bzw. 6,7 Prozent vertreten. Die Zahlen scheinen das Klischee des risikoscheuen Deutschen also auf den ersten Blick zu bestätigen.

Geldvermögen deutscher Privathaushalte 2016 (Statista)

Ein Umdenken?

Dennoch zeigen neueste Studien, dass sich die Mentalität in Deutschland bezüglich der Geldanlage offenbar wandelt. Eine Erhebung des Versicherungsunternehmens AXA aus dem vergangenen Jahr befragte die Deutschen nach ihren Vermögensplänen. Unter anderem sollten die Interviewten angeben, welche Anlagevariante ihrer Meinung nach am besten dazu geeignet ist, Vermögen aufzubauen. Überraschenderweise wurden hier auf häufigsten Aktienfonds genannt (20 Prozent), gefolgt von Immobilienfonds (10 Prozent) und Einzelaktien (7 Prozent). Abgeschlagen auf den Plätzen 4 und 5 landeten das Sparbuch (6 Prozent) und Tagesgeldkonten (5 Prozent).

Hier wird eine gewisse Diskrepanz deutlich: Den Deutschen ist sehr wohl bewusst, dass die Anlage in Wertpapiere ein passenden Mittel zur Vermögensmehrung darstellt. Dennoch zeigt das reale Anlageverhalten ein anderes Bild: Aktien und Fonds sind weit weniger beliebt als sichere, aber wenig rentable Geldkonten. Ein Prozess des Umdenkens scheint dennoch stattzufinden – allein die Auswirkungen dieses Prozesses nehmen sich noch überschaubar aus.

Kleine Schritte

Dies bedeutet allerdings nicht, dass dem Umdenken keinerlei Taten folgen. Tatsächlich ist die Zahl der direkten Aktionäre in Deutschland in den letzten Jahrzehnten gestiegen. Der Anstieg vollzog sich aber in kleinen, eher gemäßigten Schritten. Lag die Gesamtzahl der Aktieninhaber im Jahr 1996 noch bei 3,75 Millionen, so stieg sie in den Folgejahren an und erreichte im Jahr 2000 einen Peak von 6,21 Millionen. Weniger Aktionäre gab es im Krisenjahr 2008 (3,55 Millionen), seit 2012 hingegen liegt die Zahl bei im Durchschnitt 4,4 Millionen Anlegern.

Aktionäre in Deutschland 1996 bis 2016 (Statista)

Der generelle Trend zur Wertpapieranlage ist also auch in Deutschland vorhanden, wenngleich weniger stark ausgeprägt als in anderen Ländern, etwa den USA. Zugleich existiert bei vielen Deutschen inzwischen ein Bewusstsein für gewinnbringendes Anlageverhalten. Nur vor der konkreten Umsetzung schreckt man mitunter noch zurück. Hier kann es hilfreich sein, über den eigenen Schatten zu springen und entsprechend der persönlichen Überzeugungen zu handeln. Das heißt: Jene Anlageform und jene Finanzinstrumente auswählen, die den eigenen finanziellen Zielen am besten entsprechen.

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