Auf dem Weg zur GroKo

Erste Entscheidung

Den vergangenen Sonntag betrachteten viele Beobachtern als Schicksalstag für die SPD: In Bonn stimmten knapp 640 Delegierte darüber ab, ob die Sozialdemokratische Partei in Koalitionsverhandlungen mit der CDU/CSU gehen soll. Am Ende der Verhandlungen könnte wieder eine Große Koalition (GroKo) stehen, die dritte unter der Führung von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Auf dem gestrigen Sonderparteitag trafen die SPD-Delegierten ihre Entscheidung per Abstimmung: Das Ergebnis war denkbar knapp. Etwas mehr als die Hälfte (56,4 Prozent) der Anwesenden votierte für Verhandlungen mit der Union. Dennoch macht das Stimmergebnis auch den innerparteilichen Widerstand deutlich, welcher von Teilen der SPD-Basis und den Jusos ausgeht. Sollten die kommenden Koalitionsverhandlungen zu einem positiven Ergebnis kommen, müssten allerdings die rund 440.000 SPD-Mitglieder noch einmal über den Vertrag abstimmen.

Das Ja der SPD zu Sondierungen mit der Union schien an der Börse indes für positive Stimmung gesorgt zu haben. Die Aussicht auf eine baldige Regierung in Deutschland trug dem Euro ein leichtes Plus von 0,3 Prozent zu. Er lag am Monatg damit bei rund 1,23 Dollar. Der zurzeit recht starke DAX verzeichnete ein geringes Minus und pendelte sich bei 13.419 Punkten ein.

Reduktion und Ankauf

Laut einem offiziellen Bericht des US-Finanzministeriums (United States Department of the Treasury) haben die wichtigsten Gläubiger der Vereinigten Staaten – China und Japan – einen Teil ihrer US-Staatsanleihen verkauft. China reduzierte sein Volumen um rund 12,5 Milliarden US-Dollar, was etwa 1 Prozent des chinesischen Gesamtbestands entspricht. Japan veräußerte Bestände im Wert von 10 Milliarden US-Dollar. Irland hingegen – hinter China und Japan der drittgrößte Gläubiger der Vereinigten Staaten – stockte sein Anleihenvolumen um 5,2 Prozent (328 Milliarden US-Dollar) auf.

Mit den Anleihenkäufen der Europäischen Zentralbank (EZB) hingegen befasste sich eine neue Studie. Die Erhebung des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) fand heraus, dass die EZB in den letzten Jahren überwiegend Anleihen von europäischen Staaten mit hohen Schulden erworben hat. Genannt wurden etwa Spanien und Italien, aber auch Frankreich und Belgien. Vom ursprünglichen Kapitalschlüssel der EZB weichen diese Käufe offenbar deutlich ab. Das ZEW erklärt die Entwicklung mit dem Fehlen ankaufsfähiger Anleihen, sodass die EZB nun auf die Staatspapiere hochverschuldeter EU-Länder ausweichen muss.

Großzügige Spende

Der Investor William H. Miller, genannt Bill Miller, machte sich in den 1980er und 1990er Jahren als Fondsmanager einen Namen und häufte ein beachtliches Privatvermögen an. Nach einem großen finanziellen Verlust im Jahr 2007 investierte er in den Folgejahren gewinnbringend in Amazon; außerdem gilt er als früher Bitcoin-Anleger. Miller, der an der renommierten Johns Hopkins Privatuniversität Philosophie studierte, machte nun mit einer spektakulären Spende auf sich aufmerksam.

Der philosophischen Fakultät seiner ehemaligen Universität spendete der 75 Millionen US-Dollar. Dies entspricht etwa 61 Millionen Euro. Nach eigener Aussage möchte sich der Investor so für die wissenschaftliche Ausbildung in jungen Jahren revanchieren. Dank des Studiums habe er sich eine Geisteshaltung zugelegt, die seinen späteren Erfolg in der Finanzwelt begründete, so Miller.

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