Das Aus für den Bitcoin?

Das alte Spiel

Seit die bekannteste Krypto-Währung Bitcoin zum Jahresbeginn an Wert verlor, wird in immer mehr Medien das Ende des Bitcoin-Booms prophezeit. Von knapp 20.000 US-Dollar im Dezember fiel der Kurs im Januar auf zeitweise rund 10.000 US-Dollar pro Coin. Dass der Wert des Bitcoins aber seit seiner Einführung zum Teil stark schwankt und im Laufe der letzten Monate viele Aufs und Abs erlebte, wird dabei gerne übersehen. Zurzeit steigt der Kurs wieder und liegt erneut bei fast 12.000 US-Dollar. Die Behauptung, man wisse wann die Blase platzt, ist also weiterhin Finanz-Orakeln.

Wie sich aber in der Vergangenheit zeigte, hatte jede Art von Bitcoin-Regulierung Folgen für den Kurs. Als das Justizministerium Südkoreas im November ein Krypto-Verbot ankündigte, verloren verschiedenste Digital-Währungen sogleich an Wert. Die Einführung erster Bitcoin-Futures beflügelte den Bitcoin-Kurs hingegen leicht. Auch der Plan einiger Fondsgesellschaften, künftig Bitcoin-Fonds anbieten zu wollen, könnte einen solchen Effekt haben. Ob es aber dazu kommt, ist fraglich: Die US-Börsenaufsichtsbehörde erteilte den Fonds-Plänen zunächst eine Absage, nicht zuletzt wegen dem Risiko von Marktmanipulationen.

Frühe Vögel

Kryptowährungen sind vor allem ein Produkt der digitalen Welt – dennoch gab es seit Entstehung des Bitcoin 2009 immer wieder Versuche, die Digitalwährung in der Realität greifbar zu machen. Lange bevor der Bitcoin ein Spekulationsobjekt wurde, gab es etwa Händler, die ihn als Zahlungsmittel akzeptierten. So gilt beispielsweise die Berliner Bar Room77 als eines der ersten Lokale, welches Bitcoins als Zahlungsmittel akzeptierte. Auch heute noch ist die Bar ein Treffpunkt für Krypto-Fans, Miner und Spekulanten.

Ein Mann, der den Krypto-Hype in seiner frühen Phase ausnutzte, war der 25-jährige Unternehmer Jeremy Gardner. Dessen Start-Up Augur wurde u.a. zu dem Zweck gegründet, eigenes Digital-Geld herzustellen. Der Wert der hauseigenen Währung stieg rasant, sodass das Unternehmen heute rund 800.000 Millionen Euro wert ist.

Bargeld adé?

Dass der Deutsche weiterhin ein Freund des Bargeldes ist, belegen neue Zahlen: Im Durchschnitt hatten die Bundesbürger 2016 ganze 103 Euro in ihrer Geldbörse. Zum Vergleich: Das wenigste Bargeld tragen in der Euro-Zone die Portugiesen mit sich herum – hier sind es nur 29 Euro. Der durchschnittliche Europäer hat hingegen 65 Euro Bargeld in der Tasche. Auch Kreditkarten werden in Deutschland nur bei jedem zwanzigsten Kauf genutzt. In anderen Staaten, etwa den USA, sind die Plastikkarten weit geläufiger als Münzen oder Scheine.

Stellen die Deutschen also eine Ausnahme dar, während der Rest der Welt allmählich vom Bargeld Abstand nimmt? Man kann den Bundesbürgern eine gewisse Vorsicht in Bezug auf bargeldloses Bezahlen attestieren – dennoch zeigen sich auch hierzulande allmählich Veränderungen. Wurden in Deutschland im Jahr 2007 noch knapp 27 Prozent der Rechnungen bar bezahlt, so waren es 2017 nur noch rund 20 Prozent. Laut Experten könnte der Anteil in Deutschland noch weiter sinken: Für 2022 werden zwischen 14 Prozent und 18 Prozent prognostiziert.

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