Gründen in Deutschland

Internationale Position

In den letzten Jahren machten immer wieder deutsche Start-Ups auf sich aufmerksam. Viele von ihnen wurden in großen Metropolen wie Berlin, München und Hamburg gegründet und feierten zum Teil beachtliche Erfolge. Dennoch stellt sich die Frage, wie gründerfreundlich Deutschland im weltweiten Vergleich ist und wie sehr das hiesige Start-Up-Ökosystem die Unternehmensbildung begünstigt. Ein Indikator hierfür ist der Global Startup Ecosystem Report, welcher jährlich vom Gründernetzwerk Startup Genome veröffentlicht wird.

Der Bericht für das Jahr 2017 präsentiert jene zwanzig Städte, die weltweit die beste Infrastruktur für Start-Ups bieten. Auf Platz 1 findet sich wie in den vorangegangenen Jahren das Silicon Valley, gefolgt von New York City und London. Auf den Plätzen 4 und 5 landeten Peking und Boston. Insgesamt zeigt das Ranking einen markanten nordamerikanischen Schwerpunkt: Von den zwanzig genannten Regionen stammen sieben aus den USA. Die einzige deutsche Stadt in der Liste ist Berlin. Die bundesdeutsche Hauptstadt kletterte von Rang 9 im letzten Jahr auf Rang 7.

Angriff auf die Marktführer

Zurzeit scheint der Verkauf von Gebrauchsgütern und Nahrungsmitteln in Deutschland fest in der Hand einiger großer Läden zu sein. Diese Ketten dominieren den Markt und lassen wenig Platz für Konkurrenz. Allein der Online-Riese Amazon könnte nach der Einschätzung einiger Experten in die hart umkämpfte Sparte vorpreschen: Dessen Lebensmittelversand Fresh liefert aber bisher nur in Berlin, Potsdam und Hamburg. Ist es bei dieser Marktlage für neue Unternehmen möglich, eine Nische zu finden und Kunden für ihr spezielles Angebot zu begeistern?

Ein neues Start-Up aus Bremen glaubt, diese Frage mit Ja beantworten zu können: MyEnso präsentiert sich als Online-Verbrauchermarkt, in dem die Kunden das Sortiment selbst bestimmen können. Zurzeit wird das Angebot mit 500 Testnutzern in Bremen erprobt, ehe es ab 2018/2019 deutschlandweit gestartet werden soll. Das Geschäftsmodell bietet Kunden die Möglichkeit, per Smartphone für ihre Lieblingsprodukte abzustimmen. Erhält ein Artikel 1.000 Stimmen, wird er automatisch Teil des Sortiments. Auf diesem Weg hofft MyEnso, die Bedürfnisse der Verbraucher bestmöglich abzubilden. Ein weiteres Merkmal soll die Flexibilität werden: Da das Bremer Start-Up auf stationären Handel verzichtet, bringen eigene Lieferwagen die Ware zum Kunden. Ob das Konzept Erfolg haben wird, muss sich in den kommenden Jahren zeigen – Erfindungskraft und Initiative kann man den Gründern allerdings nicht absprechen.

Münzen und Scheine unerwünscht

Das bargeldlose Bezahlen setzt sich zwar in Deutschland nur langsam durch, gewinnt aber nach und nach Befürworter. Ein Café aus Hamburg wagte nun den Schritt und verweigerte das Bezahlen mit Münzen und Scheinen: Bei Public Coffee Roasters bekommt man seinen Kaffee nur noch mit Kreditkarte. Laut des Betreibers befürworten vor allem Kunden zwischen 17 und 35 Jahren die Initiative. Ältere Kaffeekäufer stehen der Kreditkartenzahlung skeptischer gegenüber: Sie wollen bei kleinen Transaktionen nur untern ihre persönlichen Daten preisgeben.

Vor allem in Skandinavien ist das Bezahlen ohne Bargeld inzwischen schon sehr stark verbreitet. Norwegische und Schwedische Kronen beispielsweise werden im Alltag immer seltener genutzt. Nun zeigte sich, dass die dortigen Staatswährungen gegenüber dem Euro signifikant schwächeln. Laut Experten ist dies verwunderlich, da die positive Wirtschaftslage in beiden Ländern eine andere Entwicklung hervorrufen müsste. Verantwortlich für das Phänomen soll der boomende Wohnungsmarkt sein, verbunden mit steigenden Immobilienpreisen.

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