Mut zur Gründung

Rückgang trotz guter Bilanz

Ein eigenes Unternehmen zu gründen, birgt viele Chancen – aber auch ein paar Risiken. Das mag der Grund sein, weshalb die Zahl der Firmen-Neugründungen in Deutschland letztes Jahr zurückgegangen ist: 2016 wagten knapp 670.000 Personen den Schritt in die Selbständigkeit. 2014 waren es hingegen noch über 900.000. Tendenziell lassen neueste Studien einen Gründungsrückgang in der Bundesrepublik erkennen. Aktuell leiten nur noch 1,3 Prozent der Deutschen zwischen 18 und 64 Jahren eine eigene Firma. Im Jahr 2002 waren es hingegen 2,77 Prozent. Nichtsdestotrotz belegen verschiedene Erhebungen, dass sich die Selbständigkeit lohnt: 70 Prozent der Neugründungen überstehen die ersten unsteten Geschäftsjahre und können sich danach erfolgreich am Markt etablieren. Besonders zahlreich tummeln sich die Unternehmer zurzeit in Hamburg. Auf 10.000 Erwerbstätige kommen hier ganze 253 neu gegründete Firmen.

Da verwundert es nicht, dass eines der meistdiskutierten und erfolgreichsten Medien-Start-Ups der letzten Jahre aus der Stadt an der Alster kommt. Es handelt sich um den Online-Fernsehsender Rocket Beans TV, der seit 2015 auf Sendung ist und seitdem 24 Stunden an sieben Tagen in der Woche Live-Programm bietet. Gegründet wurde das junge Unternehmen von vier Medienschaffenden, die sich bis vor kurzem vollständig durch Community-Spenden und Werbedeals finanzierten. Inzwischen hat die Firma mehrere begehrte Medienpreise gewonnen und die Belegschaft enorm vergrößert. Was vor zwei Jahren noch auf wackeligen Beinen stand, ist inzwischen fest in der deutschen Medienlandschaft etabliert: Inzwischen wird Rocket Beans TV zudem mit Rundfunkgeldern des funk-Programms von ARD, ZDF und Deutschlandradio unterstützt.

Rekordzahlen

Dass deutsche Unternehmen auch international beliebt sind, zeigen neueste Daten, die der Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK) heute in München vorstellte. Demnach kauften ausländische Geldgeber im ersten Halbjahr 2017 für ganze 10 Milliarden Euro deutsche Firmen. Das sind knapp 7 Milliarden Euro mehr als im gesamten Jahr 2016.

Mit dieser Hochrechnung geht der BVK von einem neuen Rekord-Invest aus: Noch nie wurde eine derart hohe Summe in Unternehmen aus der Bundesrepublik gesteckt. In den letzten Jahren schwankten die bereitgestellten Gelder aus dem Ausland zwischen 5 und 7 Milliarden Euro. Knapp unter der magischen Zehntausender-Marke lagen die Investitionen zuletzt vor der Finanzkrise im Jahr 2007.

Neue Pläne

Vor Kurzem erst wurden Berichte laut, nach denen in Russland ein generelles Verbot über Krypto-Währungen wie Bitcoin verhängt werden soll (Weiterlesen). Russlands Präsident Wladimir Putin äußerte sich nun offiziell zu dem Thema und revidierte die Pläne zum Teil: Demnach plane man eine staatliche Cyber-Währung, die den russischen Markt dominieren soll. Der sogenannte CryptoRuble würde dabei genauestens überwacht, die Gewinne beim Verkauf sollen mit 13 Prozent besteuert werden. Beobachter glauben, dass sich Russland mit diesem Schritt seine Vormachtstellung auf dem Krypto-Markt sichern will – vor allem mit Blick auf die Eurasische Wirtschaftsgemeinschaft.

Überall auf der Welt sprießen also im Moment bargeldlose Handels- und Bezahlsysteme aus dem Boden – zum Teil staatlich kontrolliert, zum Teil frei im Markt agierend. In Großbritannien etwa scheint ein neues bargeldloses Bezahlverfahren den Markt im Sturm erobert zu haben: Es handelt sich um Debitkarten, die mit einer Handy-App genutzt werden. Diese Payment-Lösung des Anbieters Monzo existiert erst seit eineinhalb Jahren, konnte aber schon mehr als 400.000 Nutzer überzeugen. Per App lässt sich die Karte mit Guthaben aufladen und anschließend zum kontaktlosen Bezahlen nutzen. Auch eine Anwendung mit PIN ist möglich, ähnlich einer Giro-Karte. Als Service bietet die App zudem eine genaue Auflistung der Ausgaben in Echtzeit, sowie ein Ausgaben-Limit. Die Karte ist aktuell in Großbritannien so begehrt, dass der Anbieter die Nachfrage nicht decken kann: Fast 65.000 willige Käufer warten daher zurzeit auf ihre Monzo-Card.

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