Die Zukunft des Euro-Raums?

Junckers Pläne

Die Europäische Union zählt zurzeit 28 Mitglieder – in 19 davon ist der Euro offizielle Staatswährung. Andere EU-Länder, etwa Polen, Ungarn oder Kroatien, setzen weiterhin auf separate Währungen. Eine Ausnahme bilden hier Montenegro und der Kosovo: Diese Staaten sind nicht Teil der EU, nutzen den Euro aber als gesetzliches Zahlungsmittel. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker ist mit dieser uneinheitlichen Situation in den betroffenen Staaten aber offenbar nicht zufrieden. Er forderte nun, dass alle EU-Länder den Euro geschlossen übernehmen sollen. Junckers Ziel ist es, den Zusammenhalt in der Europäischen Union zu stärken und die einzelnen Länder stärker kooperieren zu lassen. Dies sei mit Hilfe einer einheitlichen Währung möglich. Zudem wäre es laut Juncker denkbar, einen europäischen Finanzminister einzusetzen, der über das gemeinsame Budget verfügt. Auch soll der Euro-Raum weiter wachsen: Nach Junckers Plänen könnte die Zahl der Mitgliedstaaten bald auf 30 ansteigen.

Die Vorschläge des Präsidenten der Europäischen Kommission riefen sowohl Zustimmung als auch Kritik hervor. Befürworter sehen hier zukunftsweisende Ideen, von denen die EU wirtschaftlich profitieren könnte: Vor allem Junckers Forderung nach mehr Freihandel wird hier positiv gewertet. Kritiker hingegen warnen davor, vorschnell zu agieren: Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) etwa riet zu bedachtem Vorgehen. Laut Schäuble seien einige EU-Länder für eine Euro-Umstellung wirtschaftlich noch nicht bereit.

Stärkere Inflation

Laut neuesten Angaben des Statistischen Bundesamtes sind die Verbraucherpreise in der Bundesrepublik zum dritten Mal in Folge gestiegen. So zeigte die Erhebung, dass im August ein Preisanstieg von 1,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat zu verzeichnen war. Mit Blick auf den Juli 2017 verteuerten sich die Preise um insgesamt 0,1 Prozent. Vor allem für Energie mussten Verbraucher demnach mehr bezahlen (2,3 Prozent), speziell für Kraftstoffe und Heizöl. Doch auch in anderen Bereichen stellte sich eine Verteuerung ein: Die Preise für Dienstleistungen stiegen um 1,6 Prozent, die Kaltmieten für Wohnraum kletterten im Durchschnitt um 1,7 Prozent nach oben.

Beim (noch) EU-Mitglied Großbritannien waren ebenfalls Preisanstiege zu verzeichnen. Laut dem Statistikamt ONS stiegen die Preise im August insgesamt um 2,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Auf den Juli 2017 bezogen entspricht dies einer Verteuerung von 0,2 Prozent. Experten sehen den Grund für die Inflation im schwachen Pfund, das vor allem gegenüber dem Euro an Wert einbüßte. Seit der Brexit-Wahl im Sommer 2016, bei der sich die Briten für einen Austritt aus der Europäischen Union entschieden, hat das Britische Pfund mit einem sukzessiven Wertverlust zu kämpfen.

Mieten bleiben teuer

Eine aktuelle Studie der Hans-Böckler-Stiftung und der Humboldt-Universität Berlin befasst sich mit Mietpreisen in Deutschland. Laut Experten gilt eine Mietbelastungsquote von mehr als 30 Prozent des Einkommens als finanziell problematisch. Das heißt: Wenn ein Haushalt in Deutschland knapp ein Drittel seines Nettoeinkommens aufwenden muss, um seine Bruttokaltmiete zu bezahlen, steht er unter finanziellem Druck. Die Forscher gingen daher der Frage nach, wie viele Haushalte sich aktuell in dieser Situation befinden.

Untersucht wurde der Wohnungsmarkt in 77 Großstädten mit mehr als 100.000 Einwohnern. Die Erhebung kam zu dem Ergebnis, dass insgesamt 5,6 Millionen Haushalte in der Bundesrepublik betroffen sind, was etwa 40 Prozent entspricht. Rund eine Million Haushalte sind noch stärker belastet: Sie müssen etwa die Hälfte ihres Nettoverdienstes für Mietkosten ausgeben.

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