Online oder analog?

Kunden schätzen Transparenz

Während in einigen Ländern der Trend zum bargeldlosen Zahlen anhält, sind die Deutschen skeptischer, nicht zuletzt aus Datenschutzgründen. Dies verdeutlicht auch eine neue Studie, die sich mit dem Kaufverhalten der Bundesbürger im Internet beschäftigt hat. Demnach schrecken 84 Prozent der deutschen Online-Shopper davor zurück, Kreditkarten- und Kontodaten beim Einkauf im Netz preiszugeben. Etwa 50 Prozent der Befragten gaben zudem an, beim Bezahlvorgang lieber mit Menschen im Laden zu interagieren, als anonym im Internet. Beim Kauf an der Ladentheke hat man zudem die Möglichkeit einer Barzahlung: Das bietet Sicherheit, Einfachheit und Transparenz. Eben diese Punkte sind den Deutschen beim Einkauf besonders wichtig. Lediglich ein Viertel der Befragten sieht entsprechende Bedingungen auch beim Online-Handel gegeben. Was die Befragten am Online-Shopping aber besonders schätzen, ist die Fülle und Vielfalt der Bezahlmöglichkeiten.

Demgegenüber gibt es im Netz mehr Auswahlmöglichkeiten bei Produkten und Dienstleistungen. Besonders beliebt bei deutschen Online-Shoppern sind Kleidung, Bücher und Elektronik-Artikel, wie eine weitere Studie kürzlich herausfand. Auch die Urlaubsplanung findet immer häufiger über das Internet statt: Mehr als die Hälfte der 1.000 Umfrageteilnehmer bucht Hotels inzwischen im Netz, über ein Drittel ordert zudem Flugreisen online.

Treue Kunden

Die Deutschen stehen im Ruf, großen Wert auf Sicherheit und Beständigkeit zu legen – auch im Finanzbereich. Viele Bundesbürger haben beispielsweise eine feste Hausbank, der sie als Kunde die Treue halten. Selbst wenn das Kreditinstitut Zusatzgebühren für bestimmte Leistungen erhebt oder am Service spart, scheuen viele Bankkunden den Wechsel. Rechtlich sind die Hürden allerdings so niedrig wie nie: Vor einem Jahr wurde ein Gesetz erlassen, das in Deutschland den Kontowechsel vereinfacht. Eine neue Studie ging daher der Frage nach, in welchem Maße dieser Service aktuell genutzt wird. Es zeigte sich, dass lediglich 9 Prozent der über 2.000 befragten Bundesbürger ihre Hausbank im letzten Jahr gewechselten haben. Die meisten blieben lieber bei ihrem alten Anbieter, dessen Abläufe und Formalia sie kannten. Am wechselfreudigsten waren laut der Erhebung die 25- bis 34-Jährigen. Sie gaben an, besonders auf das Preis-Leistungs-Verhältnis und ein gut ausgebautes Geldautomaten-Netz geachtet zu haben.

Um allen Menschen in Deutschland die Nutzung eines kostenfreien Bankkontos zu gewährleisten, existiert seit 2016 das sogenannte Basiskonto. Dieses reine Guthabenkonto soll Menschen mit womöglich geringer Bonität – etwa Flüchtlingen oder Obdachlosen – Geldgeschäfte und Transaktionen ermöglichen. Etwa, wenn die Betroffenen Gehälter oder Vergütungen per Überweisung erhalten. Eine Volksbank in Sachsen verlangte nun aber für das Basiskonto eine Gebühr von 39 Euro, wodurch das Konzept ab absurdum geführt wird. Aus diesem Grund wurde das Geldhaus nun von der Verbraucherzentrale Sachsen verklagt.

Neue Steuerregelung?

Einige große IT-Konzerne, vornehmlich aus den USA, zahlen in der EU bisher wenig Steuern. Das Steuerrecht in Irland beispielsweise bietet für Großkonzerne wie Apple, Google oder Facebook entsprechende Einsparmöglichkeiten. Die Finanzminister der vier größten EU-Länder – Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien – wollen diesen Umstand nun ändern. Auf Initiative des französischen Finanzministers Bruno Le Maire wurde nun ein neues Besteuerungsmodell konzipiert, das speziell auf internationale Technologiefirmen zielt.

Wie Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) und seine Kollegen mitteilten, sollen die Konzerne künftig auf Grundlage ihrer Umsätze in Europa besteuert werden. Im bisherigen Verfahren basierten die Steuern auf dem Gewinn der Firmen. Ein entsprechender Gesetzesentwurf müsste von Seiten der EU-Kommission initiiert werden, diese scheint aber den Vorschlag der Finanzminister zu befürworten. Genaueres soll am Wochenende bei einem Ministertreffen in Estland besprochen werden.

Weiterlesen:


Montag bis Freitag von 9 bis 22 Uhr stehen wir Ihnen persönlich und diskret zur Verfügung.
Rufen Sie uns an oder senden Sie uns eine E-Mail, unter .
Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme.