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Der Kurs wird beibehalten

Anfang Juni diesen Jahres hieß es von Seiten der Europäischen Zentralbank (EZB), die Zinsen würden nicht weiter gesenkt. Zu diesem Zeitpunkt lag der Leitzins auf dem historischen Tief von 0,0 Prozent. Besonders unangenehm für Banken war zudem, dass der sogenannte Einlagezins minus 0,4 Prozent betrug: Wenn Banken bei der EZB Geld zwischenlagerten, mussten sie dafür zahlen. Die positiven Andeutungen im Juni bewogen einige Branchenkenner dazu, eine baldige Zinswende zu prognostizieren. Vor der Ratssitzung im September hoffte man auf eine schrittweise Anpassung der Geldpolitik.

EZB-Chef Mario Draghi machte in der heutigen Pressekonferenz jedoch deutlich, dass die Europäische Zentralbank ihren Kurs vorerst beibehalten wird. Der Leitzins soll weiterhin bei 0,0 Prozent bleiben – außerdem behält es sich die EZB vor, ihre Anleihenkäufe auszudehnen. Im Zuge dieses Kaufprogramms wurden seit 2015 Staatsanleihen verschiedener Euroländer erworben. Derzeit werden hier monatlich 60 Millionen Euro investiert. Experten hatten gemutmaßt, dass die Käufe bis Ende des Jahres sukzessive reduziert werden könnten. Nun ist damit frühestens 2018 zu rechnen.

Wann in den Ruhestand?

Wer heutzutage nach einem langen Arbeitsleben in den Ruhestand geht und sich allein auf die gesetzliche Rente verlässt, ist in der Regel 65,5 Jahre alt: Dies ist aktuell das früheste Renteneintrittsalter in Deutschland. Zwar wurde im Jahr 2007 die Rente mit 67 beschlossen – der Plan ist aber noch lange nicht umgesetzt. Voraussichtlich werden Arbeitnehmer erst im Jahr 2030 mit 67 Jahren in Rente gehen: Dies ist die Generation der sogenannten Babyboomer, welche in den geburtenstarken 60er Jahren geboren wurde. Was danach kommt, vor allem spätere Generationen betreffend, ist jedoch ungewiss. Von einer weiteren Erhöhung des Renteneintrittsalters will zurzeit niemand etwas wissen, weder die Beschäftigten, noch die Politik. Älter Arbeitnehmer befällt mitunter der Unmut, wenn die Rente mit 70 angesprochen wird. Diese symbolische Grenze, die 70, soll nicht überschritten werden. Auch Politiker haben aktuell kein Interesse daran, über eine Erhöhung des Renteneintrittsalters zu sprechen: Das Thema ist unpopulär und schreckt Wähler ab.

Laut Ökonomen sind in diesem Kontext zwei Dinge zu beachten: Das Rentenproblem kann nicht dauerhaft totgeschwiegen werden, der demographische Wandel in der Gesellschaft wird dafür sorgen, dass künftige Generationen länger arbeiten müssen und sich die Auszahlungen gleichzeitig verringern. Allerdings ist die Situation noch nicht akut: Die Politik kann es sich laut Experten leisten, über das Thema hinwegzugehen. Daher könnte sich am Rentenkonzept weder in der kommenden, noch in der übernächsten Legislaturperiode etwas ändern. Was bleibt, ist die private Altersvorsorge. Diese wird unerlässlich sein, wenn die gesetzliche Rente in Zukunft nicht mehr als ein finanzieller Grundstock ist, auf dem man eigenverantwortlich aufbaut.

Paydirekt vs. Paypal

Bis vor einiger Zeit schien es noch so, als hätten die großen deutschen Banken ihren Einstieg in den Bereich der Online-Bezahldienste verpasst. Man überließ das Feld dem US-Anbieter Paypal, welcher 1998 erstmals auf den Plan trat. Das Unternehmen, an dessen Gründung der heutige Tesla-Chef Elon Musk maßgeblich beteiligt war, baute sich in den Folgejahren einen großen Kundenstamm auf. Heute nutzen weltweit ca. 19 Millionen Menschen Paypal.

Erst seit Kurzem versuchen nun die Banken, eigene Online-Bezahlsysteme zu etablieren und verlorenen Boden gutzumachen. Der Service nennt sich Paydirekt, zählt bislang 1,3 Millionen Nutzer und kommt nur langsam in Schwung: Von 1000 Online-Shops bietet nur jeder zwanzigste den Bezahldienst an. Um ihre Payment-Lösung besser gegenüber dem großen Konkurrenten zu positionieren, wollen die deutschen Banken – allen voran die Sparkasse – weiter investieren. Laut Medienberichten soll ein dreistelliger Millionenbetrag in die Hände genommen werden, um den Kundenstamm zu vergrößern. Mit diesen Maßnahmen hofft man auf insgesamt 6 Millionen Kunden bis zum Ende des Jahres 2017.

Ganze 100 Millionen Euro sollen allein von Seiten der Sparkasse kommen. Diese versucht zudem eine weitere drastische Maßnahme: Bis November 2017 erhält jeder Sparkassenkunde mit Online-Banking-Account automatisch ein Paydirekt-Benutzerkonto. Dieses bleibt allerdings inaktiv, bis sich der Kunde eigenständig anmeldet.

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