Gesichter und Finanzen vernetzt

Die Vernetzung von Banken und ihren Kunden sowie der Austausch von Informationen hat eine hohe wirtschaftliche Bedeutung. Deswegen werden Verfahren entwickelt, um diesen Austausch so bequem und sicher wie möglich zu gestalten.

Hierzu kommen Verfahren zur Gesichtserkennung zum Einsatz. Und die EU verpflichtet die Banken, Kundendaten auch ihren Wettbewerbern – wie Fintechs – zur Verfügung zu stellen, wenn die Kunden dies möchten. Das löst die Frage aus, wie sich die Beziehung zwischen Fintechs und Banken entwickeln wird. Wie ein Think Tank des Weltwirtschftsforums zeigt, können Fintechs nicht immer die Früchte ihrer Innovationen pflücken, sondern müssen diese manchmal den etablierten Banken überlassen. Dabei stehen auch die Kunden von deutschen Banken Innovationen besonders aufgeschlossen gegenüber, wie eine Studie von PwC Deutschland belegt. Auf globaler Ebene treffen sich Notenbanker und Akademiker heuten in Jackson Hole. Wir zeigen Ihnen das Programm, die Teilnehmer und die Vorträge.

Sind Sie es wirklich?

Die sichere Authentifikation ist eine, wenn nicht die wichtigste, Voraussetzung für eine funktionierende Online-Welt. Heute werden persönliche Accounts bei Online-Plattformen typischerweise durch Passwörter kombiniert mit persönlichen E-Mail-Adressen abgesichert, gegebenenfalls ergänzt um PIN-Codes. Folglich können andere Personen, die Zugang zu Passwort und E-Mail des Kontoinhabers haben, sich online als diese Person ausgeben.

Deswegen ist ein großes Bestreben vieler Unternehmen, zusätzliche und alternative Sicherheitsverfahren zu entwickeln. Ein Verfahren, das sich mittlerweile etabliert hat, ist die Gesichtserkennung. Einer der Vorreiter in diesem Bereich ist das chinesische Unternehmen Megvii. Auf der Basis von Methodiken aus der künstlichen Intelligenz hat Megvii ein Verfahren – Face++ – für die Erkennung von Gesichtern entwickelt. Das Verfahren wird mittlerweile von vielen Online-Firmen, insbesondere in China, genutzt. So ist es für Nutzer der großen chinesischen Online-Plattformen und für Kunden einiger chinesischen banken heute normal, sich per Kamera online einzuloggen. Eine ähnliche Entwicklung werden wir künftig möglicherweise auch in dem Rest der Welt sehen. Denken Sie daran, Ihre Sonnenbrille abzusetzen.

Nutzen oder schaden Fintechs den Banken?

Eine oberflächliche Antwort auf diese Antwort könnte lauten, dass Fintechs den Banken Kunden wegnehmen und damit schaden. Allerdings ist es in der Praxis oft so, dass Fintechs neue Geschäftsmodelle und ideen in dem Markt bringen, selber können sie oft aber nicht besonders gut davon profitieren. Die Ursache ist einfach. Fintechs sind oft innovativer, moderner, schneller und flexibler, sie haben aber keine Marktposition.

Dies kann durchaus dazu führen, dass die Belohnung für das Innovationsrisiko der Fintechs den Banken zugute kommt. Die Fintechs nehmen die Risiken und die Kosten, um neue Geschäftsmodelle aufzubauen und einzuführen. Wenn sie tatsächlich erfolgreich sind, kopieren die etablierten Marktteilnehmer die Idee, kooperieren mit dem Fintech oder kaufen das Fintech-Unternehmen. Letzteres kann für das Fintech-Unternehmen finanziell lukrativ sein, ändert aber nichts daran, dass die etablierten Banken den Markt somit weiterhin dominieren.

Ein Think Tank des Weltwirtschaftsforum hat sich mit dieser Frage beschäftigt. Nachfolgend finden Sie den sehr interessanten und ausführlichen Bericht.

Wie innovativ sind Bankkunden?

Wenn es so ist, dass Fintechs die innovativen Vorreiter sind, stellt sich die Frage, wie offen Bankkunden für Innovationen sind? Und wie weit würden sie dafür gehen? Diese Frage wird brisant.

Banken haben einen großen strategischen Vorteil: Sie haben die Kundeninformationen, wissen wieviel Geld, ein Kunde hat, was monatlich dazu kommt und wofür das Geld ausgegeben wird. Diesen Informationsschatz möchte die Bank natürlich für sich behalten und nicht der Konkurrenz zur Verfügung stellen.

Man könnte natürlich auch argumentieren, dass diese wichtigen Daten nicht der Bank gehören, sondern dem Kunden und dass die Bank dafür Sorge tragen muss, dass andere Unternehmen mit vertretbarem Aufwand auch über diese Daten verfügen können wenn der Kunde das möchte. Genau dieses hat die EU in ihrer neuen Richtlinie PSD2 festgelegt. Die Richtlinie verpflichtet die Banken, eine Schnittstelle für dritte Unternehmen anzubieten. So könnten Fintechs zum Beispiel auf Bankdaten eines Kunden zugreifen, wenn der Kunde dieses möchte.

Da eine technische und juristische Verfügbarkeit noch nicht bedeutet, dass Kunden diese Möglichkeit auch in Anspruch nehmen werden, hat PwC Deutschland eine Studie unter Bankkunden durchgeführt und gefragt, wer bereit wäre, seine Bankdaten dritten Unternehmen zur Verfügung zu stellen. Das Ergebnis: Bankkunden sind innovativ. Zwei Drittel der Befragten wären dazu bereit. Lesen sie hier mehr über die Studie von PwC:

Was ist Jackson Hole?

Nicht nur Banken, Fintechs und ihre Kunden vernetzen sich. Auch Zentralbanker und Akademiker tauschen sich systematisch aus. Einen jährlichen Höhepunkt bildet dabei Jackson Hole. Jackson Hole ist ein Tal im Bundesstaat Wyoming in den Vereinigten Staaten. In diesem Tal liegt der Veranstaltungsort für ein Treffen, das seit dem Jahr 2010 von der Federal Reserve Bank of Kansas City organisiert wird. An diesem Treffen nehmen die Chefs der wichtigsten Notenbanken – wie Janet Yellen und Mario Draghi – sowie führende Ökonomen teil. Sehen Sie hier das Programm, die Teilnehmer sowie die Vorträge von Jackson Hole:

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