Das Erbvolumen wächst weiter

Auch der Staat profitiert

In Deutschland nimmt die Höhe der Erbschaften kontinuierlich zu. Immer mehr Vermögenswerte in unterschiedlichster Form wechseln den Besitzer oder werden an die jüngere Generation weitergegeben. Dieser Trend war schon in den letzten Jahren zu erkennen: Während die Höhe der Erbschaften und Schenkungen im Jahr 2015 noch leicht zurückging, kletterte der Wert nun wieder deutlich nach oben: Nach neuesten Erhebungen des Statistischen Bundesamtes wurden 2016 Vermögen im Rekordwert von knapp 109 Milliarden Euro übertragen. Besonders häufig wechselten Erbschaften in Form von Wertpapieren, Anteilen und Bankguthaben den Besitzer – Schenkungen betrafen hingegen überwiegend Betriebsvermögen.

Diese Entwicklung hin zu höheren Erbschaften schlug sich auch auf die Erbschaft- und Schenkungsteuer nieder: Wie schon in den vergangenen drei Jahren kletterten die Gewinne für den Fiskus nach oben. Die staatlichen Einnahmen betrugen demnach 2016 ganze 6,8 Milliarden Euro, was einer Steigerung von 24,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Ein besonderes Streitthema ist in diesem Zusammenhang die Besteuerung von Firmenerben: Erst letztes Jahr hatten sich die einzelnen Bundesländern zu einem Kompromiss durchringen können, der eine Neuregelung bei der Besteuerung von Firmenerben vorsah. So sollten vorhandene Steuerprivilegien abgebaut werden. Allein Bayern setzte einen Sonderweg durch, um weniger radikal vorgehen zu müssen. Nun teilte die Bayerische Landesregierung allerdings mit, den Kompromiss ignorieren und keinerlei Veränderungen an der Erbschaftssteuer vornehmen zu wollen. Ob und wie diese Pläne praktisch durchzuführen sind, bleibt vorerst offen. Die übrigen Bundesländern äußerten indes scharfe Kritik.

Gesund sparen

Eine neue Studie hat sich mit der Gesundheit der Deutschen und den Kosten von Krankheiten befasst. So zeigte sich, dass große Summen jährlich eingespart werden könnten, würden sich die Bundesbürger stärker um ihre Bewegung und Ernährung kümmern. Durch einen gesunden Lebensstil kann man, so Experten, durchaus eine biologische Verjüngung des Körpers erreichen – zumindest was die Leistung der Organe und die allgemeine Fitness anbelangt. Würde sich jeder Deutsche auf diese Weise um ein Jahr verjüngen, würden Arzt- und Krankenhauskosten im Wert von 10 Milliarden Euro jährlich eingespart.

Laut Statistischem Bundesamt belaufen sich die Ausgaben im Gesundheitsbereich hierzulande auf 344 Milliarden Euro – das entspricht Pro-Kopf-Kosten von mehr als 4.000 Euro. Im Alter von 65 bis 85 verdoppelt sich der Wert noch einmal. Die Studie geht zudem davon aus, dass die Gesundheitskosten in den kommenden Jahren weiter steigen werden. Branchenkenner kritisieren dabei vor allem, dass in Deutschland zu wenig Wert auf Prävention und gesundheitliche Vorsorge gelegt wird: Vielmehr versucht man, vermeidbare Krankheiten teuer zu behandeln.

Bei solchen Gesundheitsfragen setzt ein Teil der Bevölkerung nach wie vor auf private Krankenversicherungen, deren Wachstum in den letzten Jahren jedoch sehr unterschiedlich ausfiel. Während einige Versicherer neue Kunden gewinnen konnten, klagen andere über signifikante Bestandsverluste. Eine neue Erhebung untersuchte nun die wirtschaftliche Entwicklung von 33 privaten Versicherern, wobei nur zwölf Anbieter Wachstum verzeichnen konnten.

Bring it home

Im Jahr 2013 gab die Deutsche Bundesbank bekannt, mindestens die Hälfte der deutschen Goldreserven zurück ins eigene Land zu holen. Bis zu diesem Zeitpunkt lag ein Großteil des Goldes in ausländischen Tresoren, etwa in Frankreich und den USA. Dieser Umstand sollte sich bis spätestens 2020 ändern – nun aber liefen die Umschichtungen schneller als erwartet ab. Wie Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele am vergangenen Mittwoch mitteilte, befinden sich nun 50,6 Prozent der deutschen Goldbestände in einheimischen Tresoren. In New York lagern demnach noch 1236 Tonnen – und in London immerhin 432 Tonnen. Lediglich 91 Tonnen wurden bis vor Kurzem noch in Frankreich verwahrt, kamen aber dieses Jahr zurück in die Bundesrepublik.

Insgesamt hält die Bundesbank 3378 Tonnen Gold, was einem Wert von aktuell 120 Milliarden Euro entspricht. Mehr Edelmetall hortet nur noch die US-Notenbank Fed. Der Transport der 270.000 Goldbarren soll insgesamt 7,7 Millionen Euro gekostet haben und weitestgehend reibungslos abgelaufen sein, so Bundesbank-Vorstand Thiele. Nach öffentlicher Kritik im Jahr 2013 war die Bank dazu übergegangen, die Goldreserven schrittweise ins eigene Land zurückzuholen, um im Zweifel schneller auf Krisensituationen reagieren zu können.

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