Das große Generationenproblem

Wie die Rente reformieren?

Das Renteneintrittsalter soll in Deutschland bis 2029 auf 67 Jahre erhöht werden. Die Erhöhung soll nach Plänen der Bundesregierung schrittweise erfolgen – gleichzeitig ist es Ziel, den Beitragssatz nicht über 20 Prozent steigen zu lassen. Einige Experten halten diese Maßnahmen allerdings für nicht ausreichend und fordern eine Erhöhung des Eintrittsalters auf mindestens 70 Jahre.

Die Dinglichkeit der Problematik wird deutlich, wenn man sich die Zukunftsprognosen im Detail anschaut: Man kann damit rechnen, dass sich der Anteil der 20- bis 64-Jährigen in den kommenden 20 Jahren von aktuell 60 Prozent auf 53 Prozent verringert wird. Gleichzeitig dürfte der Anteil der Menschen mit einem Alter von 65 (plus) steigen: Aus 22 Prozent werden 30 Prozent. Dies entspricht einer Erhöhung der Rentenbezieher um 36 Prozent – bei gleichzeitiger Verringerung der Einzahler um 12 Prozent. Die effektive Mehrbelastung steigt damit um 54 Prozent. Würden 2037 alle Arbeitnehmer im Durchschnitt dreieinhalb Jahre später in Rente gehen, ließe sich die Mehrbelastung auf 20 Prozent verringern. Um eine Erhöhung völlig zu vermeiden, müsste sich der Renteneintritt aber um mindestens sechs Jahre nach hinten verschieben. Damit läge das Eintrittsalter bei 71 Jahren. Eine erhöhte Lebenserwartung in den kommenden Jahrzehnten verändert die Rechnung zusätzlich: So müssen auch steigende Kosten wegen Krankheit und Pflege mit eingerechnet werden.

Im internationalen Vergleich gehen die Deutschen heute schon spät in den Ruhestand: Es sind im Durchschnitt 65,5 Jahre. Nur in Portugal und Irland arbeitet man länger. Hier liegt das Renteneintrittsalter bei 66 Jahren. Am frühesten gehen die Slowenen in den Ruhestand. Männer und Frauen arbeiten hier im Schnitt, bis sie 58 Jahre alt sind.

Immobilien sind beliebt

Im Jahr 2016 sind die Zwangsversteigerungen zurückgegangen, wie eine neue Studie ermittelte. Insgesamt gab es 7.000 Versteigerungen weniger als noch 2015. Für die Erhebung untersuchte man Fälle bei rund 500 Amtsgerichten in ganz Deutschland. Demnach wurden Immobilien am häufigsten in Nordrhein-Westphalen zwangsveräußert.

Branchenkenner sehen den Rückgang der Zwangsversteigerungen durch die aktuelle Niedrigzinsphase begründet: Immer mehr Menschen wollen in dieser geldpolitischen Lage in Immobilien investieren, sodass Häuser bereits aufgekauft werden, bevor sie unter den Hammer kommen. Dementsprechend könnten die Zwangsversteigerungen laut Experten wieder zunehmen, sobald die Zinsen signifikant steigen. Bisher ist die Europäische Zentralbank (EZB) diesen Schritt noch nicht gegangen.

Der Trend, in Immobilien zu investieren, lässt sich aber nicht nur in Deutschland ausmachen. Auch beispielsweise in der Schweiz sind Häuser und Grundstücke begehrte Anlageobjekte. Hier spielen ebenfalls die Niedrigzinsen bei der Investmententscheidung eine bedeutende Rolle. Besonders gerne kaufen die Eidgenossen offenbar Wohnungen und Apartments, um diese dann weiterzuvermieten (Buy-to-let).

Boomende Branche

Diese Woche öffnete die Gamescom in Köln ihre Tore. Die etablierte Spielemesse bietet Besuchern und Journalisten seit Jahren einen Einblick in die boomende Branche und die Spiele-Neuheiten auf dem Markt. Videospiele und Online-Games haben in den letzten Jahren den Sprung in den Massenmarkt geschafft: Vor allem US-amerikanische und asiatische Entwicklerstudios investieren hunderte Millionen Dollar in ihre Projekte. Qualität, Umfang und Präsentation der Videospiele ist längst mit Standards der Filmbranche vergleichbar. In Japan und Südkorea werden zudem sogenannte Gaming-Turniere in der Ästhetik sportlicher Massenveranstaltungen inszeniert.

Auch deutsche Unternehmen versuchen sich auf dem schnell wachsenden Markt zu behaupten und stellen ihre aktuellen Projekte auf der Kölner Messe vor. Wichtig ist hier die Interaktion mit dem Publikum: Besucher und Pressevertreter erwarten längst, Spiele vor Ort ausprobieren zu können und in virtuelle Welten einzutauchen. Dass der Gaming-Betrieb aus seiner Nische herausgewachsen ist, erkennt man nicht zuletzt an den Politikern, die die Veranstaltung besuchten. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) eröffnete die Messe, ein Novum in der Geschichte der Gamescom. Doch auch Vertreter der SPD, der Linken, der Grünen und der FDP nutzen die willkommenen PR-Effekte der Veranstaltung. Ein wichtiges Thema für deutsche Spieleentwickler sind staatliche Fördergelder, die bisher für die Branche nicht flossen. Ob es dazu in der nächst Legislaturperiode kommen wird, blieb bis auf Weiteres ungewiss.

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