Gute Zahlen für Beschäftigte

Chancen des Aufschwungs

Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, ist die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland im zweiten Quartal erneut gestiegen: Mit einem Zuwachs von 475.000 Beschäftigten im Vergleich zum Vorquartal liegt die Gesamtzahl nun bei 44,2 Millionen Menschen. Das entspricht einem Plus von 1,5 Prozent, welches nicht zuletzt auf einen saisonal bedingten Arbeiter-Zuwachs in der Gastronomie und im Bausektor zurückzuführen ist. Lässt man diesen Faktor außer Acht, so bleibt dennoch ein Anstieg von 0,3 Prozent im Vergleich zum ersten Quartal 2017. Vermehrt wurden Menschen im Bereich Erziehung und Gesundheit, Handel und Gastgewerbe eingestellt.

Vor allem in Ausbildungsberufen gab es also einen Zustrom an Arbeitskräften. Einen Teil von ihnen dürften Auszubildende ausmachen – diese werden aber weiterhin von Unternehmen händeringend gesucht. Immer weniger Schulabgänger haben Interesse an einer Ausbildung und bevorzugen ein Studium. Doch auch hier stellt sich die Frage, welche Berufsaussichten man nach dem Hochschulabschluss hat. Am begehrtesten sind unbefristete Einsteigerjobs, bevorzugt in Großstädten. Eine neue Erhebung hat untersucht, in welchen deutschen Städten die meisten unbefristeten Absolventenjobs ausgeschrieben wurden. Ganze 11 Prozent aller so definierten Ausschreibungen finden sich in Frankfurt am Main. Auf dem zweiten Platz liegt München mit 10 Prozent. Mit immerhin noch 6 Prozent aller Jobs liegt Berlin auf dem dritten Platz.

Gewinner und Verlierer

Sicherheit und eine angemessene Bezahlung spielen bei der Berufswahl eine große Rolle. Viele Arbeitnehmer dürfte es daher freuen, dass sich in einigen Branchen die Gehälter angeglichen haben. Vor allem profitierte hier wieder das Gastgewerbe: Die Differenz zwischen den einzelnen Lohnklassen ist um 7 Prozent geschrumpft. Auch in den Bereichen Landwirtschaft und Erziehung stiegen die Gehälter, teilweise erstmals über 8,50 Euro – der gesetzlich festgelegte Mindestlohn beträgt indes seit Januar 2017 8,84 Euro. Andere Branchen, in denen entsprechende Beträge bereits gezahlt werden, zeigten weniger starke Veränderungen – zu nennen sind beispielsweise der Handel oder Kurierdienste.

Für Erwerbstätige sind dies also positive Nachrichten. Wer allerdings schon seit längerer Zeit nach Arbeit sucht, könnte zukünftig eine geringere Unterstützung erhalten. Laut des Bundeshaushalts 2018 plant Bundesfinanzminister Schäuble (CDU), weniger Geld für Leistungen zur Eingliederung in Arbeit auszugeben. Waren dies 2017 noch 4,443 Milliarden Euro, so sollen es 2018 nurmehr 4,185 Milliarden Euro sein. Grund hierfür sind offenbar gesteigerte Fixkosten in den Jobcentern.

Bis auf Weiteres vertagt

Im Expertenrat der US-amerikanischen Notenbank Federal Reserve (Fed) scheint es unterschiedliche Meinungen darüber zu geben, inwiefern die momentane Geldpolitik zielführend ist. Langfristig ist die Fed bestrebt, eine Inflationsrate von zwei Prozent zu erreichen – dennoch will die Inflation in den USA nicht steigen. Theoretisch sind die Rahmenbedingungen dafür gegeben, da die Arbeitslosenquote zuletzt bei niedrigen 4,3 Prozent lag. Idealtypisch würden Unternehmen in dieser Situation um Arbeitskräfte kämpfen und höhere Löhne zahlen. Eine höhere Kaufkraft wiederum lässt die Güterpreise steigen.

Nach den herrschenden marktwirtschaftlichen Theorien müsste also eine niedrige Arbeitslosigkeit dafür sorgen, dass die Inflation nach oben klettert. Da diese Rechnung aber in der Realität nicht aufzugehen scheint, hegen nun offenbar manche Mitglieder des Expertenrates Zweifel am Kurs der Fed. Dies immerhin geht aus dem Protokoll der letzten Sitzung im Juli hervor. Beobachter gehen davon aus, dass die Fed Zinserhöhungen daher noch langsamer angehen könnte, als zunächst angenommen. Bisher glaubte man, dass die Zinsen im Dezember 2017 erhöht würden.

Weiterlesen:


Montag bis Freitag von 9 bis 22 Uhr stehen wir Ihnen persönlich und diskret zur Verfügung.
Rufen Sie uns an oder senden Sie uns eine E-Mail, unter .
Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme.