Welche Wahl treffen?

Die Tücken bei Ausbildung und Studium

Für junge Menschen, die sich nach ihrer Schullaufbahn zu einer Ausbildung entschließen, scheinen die Zeiten auf den ersten Blick rosig: In der Bundesrepublik gibt es zurzeit genauso viele Ausbildungsplätze wie Bewerber. Angeboten werden über 500.000 Lehrstellen – eine komfortable Situation, sollte man denken. Es gibt nur ein großes Problem: Angebot und Nachfrage im Land sind ungleichmäßig verteilt. In einigen Regionen gibt es zu viele Bewerber, in anderen zu wenige, wie die Bundesagentur für Arbeit nun ermittelte. Besonders gravierend ist die Lage in Berlin, Hessen und Nordrhein-Westfalen – je nach Region fehlen über 25.000 Ausbildungsstellen. Bezeichnenderweise ist dies in etwa die Zahl an Azubis, die in Bayern fehlt: Von 100.000 freien Stellen konnten nur 77.000 besetzt werden.

Da nicht jeder für seine Ausbildung in ein anderes Bundesland umziehen will, entsteht so ein Ungleichgewicht, zumal nicht alle Ausbildungsberufe gleich beliebt sind. Hinzu kommt der Wunsch vieler Jugendlicher, statt einer Ausbildung ein Studium zu beginnen. Die Zahl der Erstsemester an den Universitäten steigt von Jahr zu Jahr – gleichzeitig wird das Studium immer kürzer. Viele verschwinden nach einem Bachelor-Abschluss wieder von den Hochschulen und hoffen auf einen günstigen Berufseinstieg. Demgegenüber ist es in vielen Studiengängen sinnvoll, einen Master-Abschluss anzuhängen, wie eine neue Erhebung nun ermittelte. Vor allem in Rechts- und Naturwissenschaften sowie im Bereich Finanzen und Logistik können so schnell Gehaltsunterschiede von 4.000 bis 7.000 Euro entstehen.

Gehalt ist nicht gleich Gehalt

Bei der Frage des Einkommens ist der Studienabschluss also ebenso relevant wie das gewählte Studienfach: Bestimmte Branchen bezahlen signifikant mehr als andere. Dies zeigt sich besonders bei Geschäftsführer-Gehältern. Besonders viel verdient man laut einer neuen Studie im Bankgewerbe, da das Einkommen hier mit Bonuszahlungen oder Provisionen aufgestockt werden könne. Im Schnitt erhalten Geschäftsführer daher ein Brutto-Jahresgehalt von über 180.000 Euro. Ähnlich sieht es in der Chemie-, Automobil- und Pharmaindustrie aus: Hier beträgt das Jahreseinkommen zwischen 180.000 und 170.000 Euro brutto. Deutlich weniger wird Chefs hingegen im Einzelhandel gezahlt: Mit 80.000 Euro Brutto-Jahresgehalt bildet diese Branche im Gehalts-Ranking das Schlusslicht.

Ein niedrigeres Einkommen muss aber noch lange keinen Verlust von Lebensqualität bedeuten, egal ob bei Geschäftsführern oder Angestellten. Wichtig ist hierbei, die Gehälter in verschiedenen Regionen preisbereinigt zu betrachten: So verdienen Arbeitnehmer in Großstädten bisweilen mehr, haben aber auch höhere Lebenserhaltungskosten. Eine Einzelperson, die z.B. in München weniger als 1.128 Euro verdient, gilt als kaufkraftarm. Würde die selbe Person aber im Osten Bayerns leben, läge die Kaufkraft-Grenze bei lediglich 823 Euro. Bei dieser Betrachtung relativieren sich also bis zu einem gewissen Grad die Gehaltsgefälle.

Gestiegene Inflation

Die Europäische Zentralbank (EZB) strebt mit ihrer Geldpolitik eine Inflationsrate von 2,0 Prozent im Euro-Wirtschaftsraum an. In Deutschland lag die Inflation zuletzt im April auf diesem Wert, sank dann aber wieder. Erst im Juni und Juli zog die Inflation dann wieder an, erst um 1,6 Prozent, dann um 1,7 Prozent. Dies teilte das Statistische Bundesamt mit. Grund dafür sind die im letzten Monat gestiegenen Verbraucherpreise: Lebensmittel kosteten im Vergleich zum Juni 2,7 Prozent mehr. Auch die Mieten verteuerten sich: Der Preis für Kaltmieten stieg um 1,8 Prozent.

Dies mag für Verbraucher zwar unerfreulich sein, stellt für die EZB aber eine positive Entwicklung dar. Nichtsdestotrotz ist der Weg zum angepeilten Inflationsziel noch lang. Im Währungsraum des Euro lag die Inflation zuletzt bei lediglich 1,3 Prozent.

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