Unbesetzte Stellen

Über eine Million Arbeitnehmer fehlen

Nach einer repräsentativen Umfrage unter Unternehmen stieg im zweiten Quartal 2017 die Zahl der offenen Stellen in Deutschland um 35.000 im Vergleich zum Vorquartal. Laut dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit beträgt die Gesamtzahl der unbesetzten Stellen damit aktuell 1,1 Millionen. Vor allem die Bauindustrie und das verarbeitende Gewerbe suchten vergeblich nach neuen Mitarbeitern. Insgesamt konnten hier 225.000 Stellen nicht besetzt werden. Desweiteren ermittelte die Bundesagentur für Arbeit ein Ost-West-Gefälle: Im Westen existieren über 800.000 freie Stellen, im Osten nur etwa 260.000.

Um diesen Mitarbeitermangel und fehlenden Nachwuchs auszugleichen, sind manche Branchen auf neue Akquise-Methoden angewiesen. Einer dieser Zweige ist die Pflegewirtschaft, wo der Zulauf seit Jahren schwindet. Um dem entgegenzuwirken, fordern nun Pflege-Verbände von der kommenden Bundesregierung ein neues Einwanderungsgesetz, das gezielt Arbeitskräfte aus China und Afrika anlocken soll. Erste Bewegung in diesem Bereich gab es schon vor zwei Jahren: Damals stellte der Arbeitgeberverband Pflege insgesamt 150 studierte Pflegekräfte aus China ein.

Das Ende hinauszögern

Die Zahl der deutschen Unternehmenspleiten ist in den letzten sieben Jahren zurückgegangen: Mussten 2009 noch knapp 33.000 Insolvenz anmelden, waren es 2016 nur noch etwa 21.500. Betrachtet man diese reinen Zahlen, so scheint sich das Unternehmertum in Deutschland positiv entwickelt zu haben. Ein großer Teil dieser Firmen aber – etwa 17.700 – erwirtschaften überhaupt keinen Gewinn und dürfte nach den Regeln der Marktwirtschaft nicht mehr existieren. Sie sind sogenannte Zombie-Unternehmen – Betriebe am Rande des Bankrotts. Diese beschäftigen zwar immer noch Mitarbeiter, können aber ihre Fixkosten nicht mehr decken oder haben hohe Schuldenberge angehäuft.

Was sie am Leben hält, ist die momentane Zinslage. Die Niedrigzins-Politik der Europäischen Zentralbank (EZB) sorgt seit einiger Zeit dafür, dass Banken ihre Kredite zu niedrigen Konditionen vergeben können. Das hilft mittelständischen Betrieben, die dadurch an günstiges Geld kommen, um ihr Geschäft aufzubauen. Allerdings nehmen auch viele Zombie-Firmen das Angebot war, um die eigene Insolvenz hinauszuzögern. Die effiziente Vergabe von Bankkrediten wird dadurch verhindert und ein Ungleichgewicht entsteht. Dies schadet nicht nur den Banken, sondern vor allem der deutschen Wirtschaft: Zukunftsfähige Geschäftsideen werden blockiert, während untote Firmen in einer Scheinexistenz verharren.

Schwankende Preise

Wer online Waren einkauft, hat mitunter schon einmal bemerkt, dass sich Preise tagesaktuell ändern können – manchmal schwanken sie sogar mehrmals während eines Tages. Dieses Phänomen nennt sich Dynamic Pricing und hängt von verschiedenen Faktoren ab. Ist die Nachfrage nach einem Produkt plötzlich hoch und die Stückzahl gering, so steigt der Preis. Ähnliches geschieht an Wochenenden im Vergleich zu Werktagen. Am häufigsten findet sich das Dynamic Pricing beim Online-Händler Amazon: 3,6 Millionen Mal in einem Monat verschieben sich hier die Preise.

Neuerdings ist der Effekt aber auch im analogen Handel zu beobachten. Seit Verbrauchermärkte und Discounter digitale Preisschilder testen, können auch hier Schwankungen auftreten. Wer kurz vor Ladenschluss Obst und Gemüse kauft, kann so bisweilen Schnäppchen machen. Andererseit müssen Kunden unter Umständen mehr für ihr Feierabendbier bezahlen, wenn sie nach 18 Uhr einkaufen.

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