BCG: Global Wealth Report 2017

Der Global Wealth Report der Boston Consulting Group ist eine jährlich erscheinende Studie, die Zahlen und Fakten über das weltweite Privatvermögen bereitstellt. Global Wealth 2017 blickt auf das vergangene Jahr zurück und bietet nicht nur Daten zu Vermögenswerten, sondern stellt auch branchenspezifische Prognosen auf.

Privatvermögen steigt

Zunächst stellt die Erhebung fest, dass das weltweite Privatvermögen im Jahr 2016 um 5,3 Prozent auf 166,5 Billionen US-Dollar wuchs. Damit ist das Wachstum größer als 2015, wo es bei 4,4 Prozent lag. Wie schon im vergangenen Jahr entwickelte sich die Asia-Pazifik-Region am rasantesten. Zudem hält der weltweite Vermögenszuwachs nach Meinung der Forscher auch in Zukunft an. Für das Jahr 2021 prognostiziert die Studie ein neuerliches Wachstum um 6 Prozent im Vergleich zu 2016.

Auch die Zahl der Millionäre stieg von 2015 auf 2016 – diese recht kleine Menschengruppe wird voraussichtlich im Jahr 2021 mehr als die Hälfte des globalen Vermögens besitzen. Das sind insgesamt 55 Prozent des weltweiten Privatbesitzes.

Investitionen und Anlagen

Aus Anlegersicht sind Aktien weltweit das beliebteste Finanzprodukt. Ganze 39 Prozent der Kapitalgeber investierten in Private Equity. Auf Rang zwei stehen Anleihen, die sich in immerhin 17 Prozent aller Portfolios befinden.

Im Private-Banking-Bereich liegen 22 Billionen US-Dollar des Privatvermögens als Onshore-Anlage im jeweiligen Inland, was 41 Prozent des gesamten Private-Banking-Vermögens entspricht. Etwa 12 Billionen Dollar davon werden allein in Nordamerika verwaltet.

Als Vermögensverwalter ist die Schweiz ist immer noch das größte Anlaufziel für Offshore-Banking. Allerdings wuchsen auch Hong Kong und Singapur in diesem Bereich stark und werden immer relevanter. Gleichzeitig stammt der größte Teil des Offshore-Kapitals aus dem asiatisch-pazifischen Raum – inklusive Japan – und beträgt 2,9 Billionen US-Dollar. Knapp dahinter stehen westeuropäische Investoren mit 2,6 Billionen US-Dollar an Offshore-Vermögen. Interessanterweise wird nur ein Prozent des nordamerikanischen Vermögens im Ausland verwaltet.

Aktuelle Tendenzen in der Vermögensverwaltung

Mit dem Wandel des Marktes verändern sich laut BCG auch die Aufgaben des Vermögensverwalters – zumindest in Teilen. Einige Punkte hebt die Studie besonders hervor. So bescheinigt sie insgesamt stärkere Regularien in der Branche, welche Transparenz fördern und Investoren schützen sollen. Zudem stellen die Forscher fest, dass passive Anlage-Objekte immer beliebter werden. Als Beispiel werden börsengehandelte Fonds (ETF) genannt. Außerdem scheint der Konkurrenzkampf in der Branche zugenommen zu haben: Banken, Vermögensverwalter und Fintechs bieten geringpreisige Investment-Optionen an und versuchen so, Kunden zu gewinnen.

Insgesamt, so die Forscher, versuchten Vermögensverwalter ihre Kosten zu senken und distanzieren sich vermehrt von unprofitablen oder risikoreichen Geschäften. Staaten hingegen sind immer mehr bestrebt, Offshore-Vermögen ins eigene Land zurückzuholen.

Die Zukunft der Branche

Parallel dazu hat BCG festgestellt, dass viele Vermögensverwalter noch nicht hinreichend auf die digitale Zukunft vorbereitet sind. Vor allem hinken sie bei der Digitalisierung kundenorientierter Angebote hinterher. Generell scheint die Kundenfokussierung eher gering: Diese Lücke wird nun zusehends von Robo-Advisors ausgefüllt und bringt Vermögensverwalter in Zugzwang. Laut der Studie stellt die Digitalisierung den Kern-Katalysator zukünftiger Entwicklung dar – ein Element, das die Branche umfassend durchdringen wird. So werden Klienten bald unabhängiger agieren und individuelle Finanzprodukte für ihren Vermögensstatus aussuchen. Damit steigen ihre Ansprüche, während sie gleichzeitig besser informiert sind. Vermögensverwalter müssen sich daher deutlicher auf ihre Stärken fokussieren, diese herausarbeiten und sich entsprechend positionieren.

Die Studie empfiehlt Vermögensverwaltern zügiges Handeln. Kundenfokussierung und Personalisierung sollen ausgebaut, IT-Systeme radikal umstrukturiert werden. Dies ermöglicht in der Zukunft mehr Flexibilität und Interdisziplinarität.

Den vollständigen BCG Global Wealth Report 2017 finden Sie hier.

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