Neue Anschuldigungen

Kartellverdacht

Laut Recherchen des Spiegel scheinen sich fünf große Automobilhersteller seit den neunziger Jahren intern abgesprochen zu haben, um Marktvorteile zu erzielen. Offenbar bildeten VW, Porsche, BMW, Audi und Daimler ein Kartell, das sich bezüglich Technik, Preisen und Logistik koordiniert haben soll. Teil dieser Absprachen war wohl auch die systematische Manipulation von Abgaswerten bei Dieselfahrzeugen.

Inzwischen hat das Bundeskartellamt die Ermittlungen aufgenommen. Sollte sich der Kartell-Verdacht bestätigen, drohen den Autokonzernen Strafen in Milliardenhöhe. Zusätzlich sind werden Schadensersatzklagen von Kunden erwartet.

Nach Lautwerden des Kartellvorwurfs brach zudem der Deutsche Aktienindex ein. In der vergangenen Woche verlor der DAX bereits drei Prozent und büßte heute noch einmal 0,2 Prozent ein. Eine nicht unbedeutende Rolle dürfte hier wohl auch der starke Euro spielen.

In dieser angespannten Lage kommt es einem schicksalhaften Zufall gleich, dass sich BMW, Daimler, Porsche und Audi erst kürzlich zusammenschlossen, um die Zukunft der E-Mobilität in Europa voranzutreiben. Zusammen mit Ford planen die deutschen Autokonzerne mehrere Tausend Elektro-Tankstellen entlang verschiedener Schnellstraßen. Bis 2020 soll das prestigeträchtige Projekt umgesetzt werden. Ob dieser Zeitplan nach den neuesten Anschuldigungen eingehalten werden kann, muss die Zukunft zeigen.

Risiken

Schon seit 2014 verlangt die Europäische Zentralbank (EZB) Minuszinsen für Geld, das Banken bei ihr lagern. Vor etwa eineinhalb Jahren wurde dieser Wert auf 0,4 Prozent erhöht. Um den Strafzahlungen auszuweichen, gehen nun immer mehr Kreditinstitute dazu über, Bargeld in ihren Tresoren zu lagern. Dadurch umgehen sie den anfallenden Minuszins. Wie Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele in einem aktuellen Interview bestätigte, haben deutsche Banken seit 2015 etwa 10 Milliarden Euro mehr in ihren Tresoren geparkt. Allerdings bringt auch die Hortung des Bargeldes Kosten mit sich: So entstehen bestimmte Fixkosten beispielsweise durch den Transport und die Versicherung der Scheine. Außerdem sind die Banken vor logistische Herausforderungen gestellt, da eine Milliarde Euro in 200-Euro-Scheinen etwa fünf Tonnen wiegt.

Banken versuchen also, ihre Kosten zu minimieren – gleichzeitig geben sie diese mitunter aber auch an ihre Kunden weiter. Verbraucherschützer kritisieren dieses Verhalten nicht per se, sind aber wegen der bestehenden Undurchsichtigkeit besorgt. Laut Klaus Müller, Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv), müssen die Dienstleistungen der Banken übersichtlicher und transparenter werden. So hatte der vzbv erst kürzlich mehrere Kreditinstitute verklagt, da er deren Produkte zum Teil als fragwürdig einstufte.

Interpretationen

Neue Prognosen des Internationalen Währungsfonds (IWF) beschäftigen sich mit dem voraussichtlichen wirtschaftlichen Wachstum im Euroraum 2017 und 2018. Der europäische Durchschnitt liegt hier bei 1,9 Prozent für 2017 und 1,7 Prozent für 2018. Laut IWF kann auch Deutschland mit einem Wachstum rechnen, das bei 1,8 Prozent (2017) und 1,6 Prozent (2018) liegt.

Je nachdem, wie man die nüchternen Zahlen dieser Vorhersage interpretiert, dann man zu völlig unterschiedlichen Sichtweisen gelangen. Manche freuen sich über stärkeres Wachstum, andere bedauern, dass der Zuwachs bescheidener ausfällt als im Euro-Durchschnitt.

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