Noch keine Wende

Die EZB wartet ab

Der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) tagte heute in Frankfurt, um über die zukünftige Geldpolitik im Euro-Raum zu beraten. Viele Experten gingen davon aus, dass Notenbank-Präsident Mario Draghi eine langsame Abkehr von der Nullzins-Politik verkünden würde. Die Zeichen standen günstig: Eine steigende Konjunktur in der Euro-Zone und eine erhöhte Inflationsrate von 1,3 Prozent ließen viele Beobachter hoffen, dass die EZB nun eine kontrollierte Zinswende einläuten würde.

Diese Prognosen wurden mit der heutigen Ratssitzung jedoch nicht bestätigt. Vielmehr belassen die europäischen Währungshüter den Leitzins bei null Prozent und verlangen weiterhin Strafzinsen von 0,4 Prozent, wenn Banken Geld bei der EZB zwischenlagern. Außerdem sollen bis Ende des Jahres monatlich 60 Milliarden Euro in Staats- und Unternehmensanleihen investiert werden.

Bleibt also alles beim Alten? Marktbeobachter sehen im zögerlichen Verhalten der EZB trotzdem einen Schritt Richtung Wende. Die Notenbank hatte in den letzten Monaten immer wieder beteuert, geldpolitische Änderungen sehr langsam vollziehen zu wollen. Tatsächliche Maßnahmen werden nun am ehesten im September erwartet, wenn der Rat der Europäischen Zentralbank erneut tagt.

Geminderte Kauflust

Im Jahr 2016 machten chinesische Investoren auf sich aufmerksam, die in Deutschland Firmenkäufe in Milliardenhöhe tätigten. Eben dieser chinesische Kauf-Boom scheint nun abzuebben. Wie die Unternehmensberatung EY (Ernst & Young) aus Stuttgart ermittelte, haben die Geldgeber aus China in diesem Jahr vier Milliarden Dollar weniger investiert als 2016.

Grund dafür sieht EY zum einen im Bemühen der chinesischen Regierung, das Kapital im eigenen Land zu halten. Zum anderen scheint auch die Bundesregierung Maßnahmen ergriffen zu haben, um chinesischen Zukäufe einzudämmen.

Ähnliche Entwicklungen gab es offenbar auch in anderen Mitteleuropäischen Ländern: Chinesische Kapitalanlagen in der Schweiz gingen laut der Erhebung ebenfalls zurück.

Musik von allen für alle

Ein neues Start-Up aus Berlin will den Musik-Streaming-Markt revolutionieren und macht dabei Hörer und Musiker zu Anteilseignern. Anders als bekannte Anbieter wie beispielsweise Spotify verlangt das Start-Up Resonate keine monatliche Gebühr. Vielmehr bezahlt der Nutzer für das einmalige Hören eines Songs 0,2 Cent. Je häufiger er einen Song abspielt, desto mehr gibt er aus, maximal einen Euro. Ist dieser Betrag überschritten, erwirbt der Hörer das Lied automatisch und kann es nun so oft abspielen, wie er möchte. Dieses Verfahren bietet eine bessere Vergütung für Künstler, während Hörer keine Mehrkosten haben.

Zusätzlich erhalten Nutzer die Möglichkeit, weiteres Kapital in die Firma zu investieren. Zusammen mit den Firmengründern und den Musikern werden sie so zu Anteilseignern und entscheiden mit, was mit dem Geld zukünftig geschehen soll.

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