Wo das Vermögen am größten ist

A Game of Numbers

Der sogenannt Gini-Koeffizient, 1912 von dem italienischen Statistiker Corrado Gini erdacht, gilt seit seiner Einführung als Indikator für die weltweite Einkommensungleichheit. Würden alle Menschen auf der Welt gleich viel verdienen, läge der Wert bei Null. Besäße einer alles, ergebe sich der Wert 100. Die Zahlen für den Zeitraum von 1988 bis 2008 zeigen einen leichten Rückgang des Koeffizienten von 74 auf 69. Erklärt wird dies mit einem Erstarken des Mittelstands in Schwellenländern wie China oder Indien.

Das Problem ist nur: Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, den Koeffizienten zu berechnen, weshalb es schwierig sein kann, die Zahlen zu vergleichen. Laut den Vereinten Nationen etwa hatte Deutschland im Jahr 2013 einen Score von 28,3, also sehr positiv. Nach Zahlen der Bundeszentrale für politische Bildung lag der Wert für die Bundesrepublik ein Jahr zuvor aber bei 76. Völlig unterschiedliche Daten, die zu entsprechenden Fehldeutungen führen können. Entsprechend werden die variablen Zahlen des Gini-Koeffizienten gerne dazu genutzt, bestimmte Ansichten zu vermittelt, wie kürzlich geschehen in der Süddeutschen Zeitung.

Unabhängig davon scheint sich ein Großteil des weltweiten Kapitals immer mehr in den Händen weniger zu akkumulieren. So zeigte eine neue Oxfam-Studie, dass acht Milliardäre zusammen inzwischen mehr Geld besitzen als die Hälfte der Weltbevölkerung. Vor allem der asiatisch-pazifische Raum wird in diesem Kontext immer wichtiger: So lebt inzwischen ein Viertel aller Milliardäre in China. Erst kürzlich hat die Asien-Pazifik-Region Westeuropa als zweitgrößtes Gebiet von Reichen abgelöst. Mehr vermögende Menschen leben nur noch in Nordamerika.

Wohin führt der Weg?

Die Wohnungsnot in Deutschland wächst offenbar weiter. Während Wohnraum in Großstädten wie Berlin, Hamburg oder München weiterhin rar und teuer bleibt, verzeichnen mittelgroße Städte inzwischen ebenfalls steigende Mieten. Eben dieses Phänomen scheint nun auch immer mehr Kreise und Kommunen zu betreffen. Aktuell hat jede dritte Kommune in Deutschland mit Wohnungsknappheit zu kämpfen, wie eine neue Studie ermittelte. Kürzlich erst zeigte sich, dass Häuser und Appartements zwar gebaut werden, allerdings zu oft am Bedarf vorbei, wie es scheint (Weiterlesen).

Finanzminister Wolfgang Schäuble sieht in dieser Entwicklung aber keinen Grund zur Besorgnis. Es entstehe zurzeit keine Immobilienblase, sagte er neulich in Berlin. Indikatoren für einen möglichen Zusammenbruch seien nicht auszumachen. Dennoch gebe es Warnsignale, die man beobachten müsse, so Schäuble. Ein Experte des Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) meinte in diesem Kontext, der Immobilien-Boom werde sich selbst regulieren, "wenn zum Beispiel die Einwanderung nachlässt und die Bevölkerungszahlen aufgrund des demografischen Wandels sinken". Derartige Prognosen sollte man aber mit Bedacht interpretieren. Ältere Menschen ziehen in der Regel kaum in die großen Städte, wo der Wohnungsmangel am größten ist. Stattdessen treibt es vor allem Junge in Deutschlands Metropolen – und diese gedenken, dort zu bleiben.

Geld aus der Dose

Geldautomaten sind heute eine Alltäglichkeit, stellten bei ihrer Einführung vor genau 50 Jahren aber eine Revolution dar. Erfunden hat den Bargeld-Kasten der Schotte John Shepherd-Barron im Jahr 1965. Er verkaufte seine Automated Teller Machine an die Barclays-Bank, welche den ersten Automaten 1967 einsetzte. Weiterentwickelt hat die Maschine 1978 eine Bank in Köln, die den ersten Automat ans Banknetz anschloss. Seit der Jahrtausendwende befinden sich die ausgeklügelten Kästen zudem außerhalb des Bankgebäudes, wo sie für jeden Kunden jederzeit zugänglich sind. Nicht umsonst wurde der Geldautomaten im Jahr 2002 zur beliebtesten technischen Alltagsneuerung der Deutschen gewählt.

Weiterlesen:


Montag bis Freitag von 9 bis 22 Uhr stehen wir Ihnen persönlich und diskret zur Verfügung.
Rufen Sie uns an oder senden Sie uns eine E-Mail, unter Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme.