Deutsche Exportstärke bietet Zündstoff

Diskussion über Senkung der Mehrwertsteuer

Die deutsche Wirtschaftskraft sorgte in den letzten Jahren für hohe Leistungsbilanzüberschüsse in Deutschland. Vor allem die dominante deutsche Rolle als Exporteur brachte wichtige Handelspartner, etwa die USA, in Bedrängnis. Nun forderte ein renommierter Wirtschaftsexperte, die Mehrwertsteuer zu senken und so die Überschüsse abzubauen. Eine Senkung von fünf Prozent würde die Kaufkraft der Deutschen ankurbeln – folglich müssten mehr Güter importiert werden und das Export-Gleichgewicht wäre wiederhergestellt.

Die gegenwärtige deutsche Exportpolitik sorgt vor allem im Ausland für Unmut. Neben den USA gehört Frankreich zu ihren größten Kritikern. Wenn diese Haltung auch unter dem neuen Präsidenten Emmanuel Macro Bestand hat, könnte es zu überraschenden Effekten kommen. Macro, dessen Partei La République en Marche (LREM) in der ersten Runde der Parlamentswahlen auf mehr als ein Drittel der Stimmen kam, wird seine wirtschaftlichen Reformen mit großer Mehrheit durchsetzen können. Diese gelten als sehr teuer, vor allem für den deutschen Staat. Sollten die Forderungen Frankreichs nach Export-Gleichgewicht in näherer Zukunft Erfolg haben und die deutsche Mehrwertsteuer würde gesenkt, hätte die französische Politik dem deutschen Steuerzahler entgegen aller Erwartungen sogar ein Plus im Geldbeutel beschert.

Die Große Koalition allerdings wehrt sich aktuell gegen eine Mehrwertsteuersenkung. Man wolle an der aktuellen Steuer festhalten und suche nach alternativen Entlastungsmöglichkeiten. Die CDU etwa denkt über eine Senkung der Einkommensteuer nach, demonstrativ verbunden mit einem Abbau des Solidaritätszuschlags.

Betriebsrente ist en vogue

Bei einer aktuellen Umfrage zeigte sich, dass 45 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten auf eine betriebliche Rente bauen. Aufgrund hoher staatlicher Subventionen durch das sogenannte Betriebsrentenstärkungsgesetz ist die Betriebsrente weiterhin attraktiv und kann sich als Altersvorsorge lohnen.

Dies allerdings hängt stark vom Unternehmen und dessen wirtschaftlichen Status ab. Trotz der relativen Sicherheit einer betriebliche Rente ist es daher ratsam, einen gewissen Weitblick zu bewahren. Der parallele Aufbau einer privaten Vorsorge etwa kann Sicherheit jenseits der Firma schaffen und Risikofaktoren abbauen.

Die Nullzins-Spirale

Kurzlaufende deutsche Staatsanleihen wurden lange Zeit als gute und risikoarme Anlagemöglichkeit gehandelt. Sie verzeichneten kaum Schwankungen und versprachen einen sicheren Ertrag bei Zinsauszahlung. Als die Europäische Zentralbank (EZB) 2012 aber den Nullzins für zwischengelagertes Kapital von Banken einführte, sank erstmals die Rendite deutscher Schuldverschreibungen mit Zwei-Jahres-Laufzeit unter Null. Mit Einführung des Strafzins vor drei Jahren fielen auch die Anleihen immer mehr in den Minusbereich. Durch das Sinken der Anleihezinsen stiegen die Kurse, was letztendlich zu Gewinnen führte. Wer aber jetzt in das Geschäft einsteigen will, muss auf sehr stark fallende Renditen hoffen, um noch einen Gewinn zu erzielen. Experten halten dieses Szenario nicht für selbstverständlich, sodass sich kurzlaufende Bundeswertpapiere zu einem Risikogeschäft entwickeln könnten.

Aber nicht nur im Anlagebereich schlägt sich die Null- und Minuszins-Politik der EZB nieder: Die Zeiten des Tagesgeldkontos mit entsprechenden Zinsen scheinen der Vergangenheit anzugehören – zumindest im fränkischen Ansbach. Hier wirbt die örtliche Sparkasse mit einem Nullzins-Tagesgeldkonto. Erhielt man früher eine Verzinsung von zwei oder drei Prozent, so erscheint der Nullzins nun als Stand der Dinge. Verkehrte Welt? Sind die Entwicklungen ins Ansbach das Vorzeichen von etwas Größerem? Immerhin sind bei der aktuellen Geldpolitik der EZB auch Negativzinsen auf Giro- und Tagesgeldkonten in Zukunft nicht ausgeschlossen ...

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