Die Unsicherheit bei Anlegern bleibt hoch

Unklare Zukunftsaussichten

Theresa Mays Plan ging nach hinten los: Gestärkt und mit klarer Mehrheit wollte Großbritanniens Premierministerin in die Brexit-Verhandlungen mit der EU gehen – doch nach den Parlamentswahlen fehlt ihrer Conservative Party nun selbst die Mehrheit zur Regierungsbildung. Plötzlich ist völlig unsicher, wer in Großbritannien regieren wird – und damit der Europäischen Union als Verhandlungspartner gegenübertritt. Alle bisherigen Pläne bezüglich des Brexit müssen jetzt zwangsläufig ruhen, bis sich in Großbritannien eine Regierung gebildet hat. Dieser erzwungene Stillstand, das Auf-Eis-Legen der europapolitischen Agenda, sorgt auch bei Investoren für große Unsicherheit und beobachtendes Abwarten. So gab das Britische Pfund heute entsprechend nach.

Aus Anlegersicht ähnlich irritierend erscheinen die heutigen Ereignisse in den USA. Ex-FBI-Chef James Comey sagte vor dem US-Senat in Washington aus. Es ging um die mögliche Einflussnahme Russlands im US-Wahlkampf 2016 und um Präsident Trumps mutmaßliches Drängen, die Ermittlungen gegen seinen Ex-Sicherheitsberater Michael Flynn einzustellen. Trumps politischer Rückhalt schwindet weiter, die Ziele seiner Agenda treten aufgrund anhaltender Skandale in den Hintergrund. Auch hier sehen Anleger einer ungewissen Zukunft entgegen: Sollte Trump handlungsunfähig werden und seine America-First-Politik zum Erliegen kommen, wird dies enormen Einfluss auf die amerikanische und Weltwirtschaft haben.

Banken wälzen Strafzinsen auf Kunden ab – und bleiben undurchsichtig

Wie sich gestern zeigte (Weiterlesen), hält die EZB weiterhin an ihrer Nullzins-Politik fest und vergibt in bestimmten Fällen Minuszinsen an Banken, wenn diese Geld zwischenlagern wollen. Die unter Druck stehenden Geldhäuser, vornehmlich Volks- und Raiffeisenbanken, geben jene Strafbeträge nun zunehmend an ihre Privatkunden weiter (Weiterlesen). Immer häufiger werden daher mittlere und größere Kundenvermögen mit Minuszinsen belastet, ohne dass die Betroffenen ausreichend informiert werden. Eine Volksbank in Reutlingen verlangte nun einen Minuszins von jährlich 0,5 Prozent ab der ersten Einzahlung aufs Giro-Konto – unabhängig von der höhe der Summe. Die Bank bezeichnet dies kryptisch als "Entgelt auf das Guthaben für die Verwahrung von Einlagen auf Kontokorrentkonten". Dass die Kosten der EZB-Geldpolitik auf den Kunden abgewälzt werden, ist also häufig nicht ersichtlich.

Kauflaune statt Vermögensaufbau

Eine neue Studien in den 16 Bundesländer zeigt: Immer mehr Deutsche erben, und die Summen werden stetig größer. Dennoch scheinen sich die wenigsten Erben über Anlagemöglichkeiten Gedanken zu machen, wenn sie der Geldsegen trifft. Fast 40 Prozent geben an, ihre Erbschaft für größere Anschaffungen verwendet zu haben. Die Kauffreude überwiegt also, das Investment hinkt hinterher. Nur wenige Menschen scheinen das Kapital beispielsweise in ihre finanzielle Zukunft zu stecken – mutig in Zeiten ungewisser staatlicher Altersvorsorge. Zu diesem Trend passt eine kürzlich veröffentliche Studie zum Konsumverhalten der Deutschen. Die aktuellen Ereignisse in der Finanzwelt laden nicht zum sparen ein, vielmehr überkommt viele Deutsche die Kauflust. Besonders verschwenderisch sind dabei Kreditkartenbesitzer: Wer mit Plastik zahlt, kauft tendenziell mehr.

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