Gibt es ein Leben nach dem Exit?

Es kann sehr gute Gründe geben, ein Unternehmen nicht zu verkaufen, sondern in eine nächste Generation zu überführen. Gleichzeitig kann es auch Argumente geben, die für den Verkauf sprechen.

Zählt nur der Verkaufspreis?

Wenn ein Unternehmen einen gewissen Wert hat, ist es absolut im Interesse des Verkäufers, den Verkaufsprozess professionell und strukturiert durchzuführen. Zu diesem Zweck gibt es spezialisierte Transaktionsdienstleister, die den Prozess für den Verkäufer organisieren und begleiten. Sind die Erwartungen des Verkäufers realistisch, lassen sich in der Regel Kaufinteressenten finden, die nicht nur bereit sind, einen gewünschten Preis für das Unternehmen zu bezahlen, sondern auch eventuelle weitere Bedingungen zu erfüllen. Bei realistischen Erwartungen ist ein guter Verkauf fast immer möglich.

Theoretisch könnte man erwarten, dass der Verkäufer seine Entscheidung, ob ein Exit gemacht wird, ausschließlich an den Verkaufsbedingungen festmacht. Sind der Verkaufspreis und eventuelle weitere Verkaufsbedingungen attraktiv, entscheidet sich der Verkäufer einfach und schnell für den Exit. Obwohl dieses Szenario in der Praxis durchaus vorkommt, kommt auch ein anderes Szenario häufig vor. Der Verkauf wäre perfekt, aber der Verkäufer entscheidet sich trotzdem gegen einen Verkauf oder zumindest nicht für einen Verkauf, was nach einer gewissen Zeit zum gleichen Ergebnis führt.

Verkauf perfekt, Exit gestockt

Dieses Phänomen kommt viel häufiger vor als Unternehmer vielleicht vermuten würden. Die bei weitem wichtigste Ursache für dieses Phänomen ist eine zentrale Frage, die der Verkäufer oder die Eigentümerfamilie für sich noch nicht beantwortet haben: Gibt es ein Leben nach dem Exit?

Diese essenzielle Frage lässt sich in mehrere Detailfragen aufgliedern:

  • Wie würde unser Leben nach dem Exit aussehen?
  • Was machen wir mit dem Geld aus dem Exit?
  • Wie sichern wir uns finanziell ab?
  • Wie treffen wir Entscheidungen?
  • Wie binden wir eine nächste Generation gegebenenfalls mit ein in die Entscheidungen?
  • Wo werden wir leben und wie werden wir leben?
  • Passt das alles so zusammen und würde das insgesamt so Sinn machen?
  • Wie kommen wir zu vernünftigen Antworten auf diese Fragen?

Natürlich gibt ein Leben nach dem Exit. Aber wenn ein Unternehmer noch nicht weiß, wie dieses Leben aussieht, kann er es auch noch nicht fühlen. Und wenn er es nicht fühlen kann, kann er sich nicht explizit dafür entscheiden. Das kann zu der Situation führen, dass eine Verkaufsentscheidung nicht getroffen wird, weil das Leben danach nicht vorstellbar ist. Hierdurch kann es passieren, dass der Unternehmer de facto eine Entscheidung trifft, die konträr zu seinen eigentlichen Interessen und Vorstellungen ist. Und das alles, weil er sich nicht die Mühe gemacht hat, das Leben nach dem Exit gedanklich durchzuspielen.

Exitplan

Für den Verkäufer ist das Leben nach dem Exit echtes Neuland. Die Umstände haben sich finanziell und emotional grundlegend geändert. Es ist gar nicht so leicht, sich dies alles im Voraus konkret vorzustellen. Auch hier kann ein spezialisierter Dienstleister wie die Deutsche Wertpapiertreuhand eine Hilfestellung bieten: Mit einem Exitplan. Einen Exitplan zu machen und zu haben bedeutet nicht, dass man verpflichtet ist, diesen Plan nach dem Exit auch eins zu eins umsetzen. Einen Exitplan zu haben bedeutet, dass der Verkäufer sich um die Zukunft keine Sorgen und damit keine Gedanken machen muss. Es gibt einen Plan, der umgesetzt werden kann, falls gewünscht. Das gibt Ruhe und der Verkäufer kann sich komplett auf den Verkauf seines Unternehmens konzentrieren.

Aufgrund der Größe des Landes und der unternehmerischen Einstellung seiner Bürger kommen Exits in den USA in einer sehr viel größeren Anzahl vor als in Deutschland. Entsprechend der Erfahrungen, die Verkäufer und Dienstleister im Laufe der Jahre gemacht haben, hat sich das sogenannte Exit Planning in den USA als hilfreich erwiesen und folglich etabliert. In Deutschland nimmt die Anzahl der Exits kontinuierlich zu. Und die Exits werden immer professioneller vorbereitet und durchgeführt. Dementsprechend machen auch immer mehr Unternehmensverkäufer im Voraus einen Exitplan.

Für den Verkäufer ist die Entscheidung über einen Unternehmensverkauf in der Regel eine der finanziell, familiär und emotional bedeutendsten Entscheidungen, die er in seinem Berufsleben getroffen hat. Gleichzeitig ist es eine Entscheidung, die am wenigsten geübt ist. Mit dieser Entscheidung kann viel verloren oder gewonnen werden.

Deswegen kann es sehr sinnvoll sein, einen Exitplan zu machen. Und erst anschließend zu entscheiden, ob man sein Unternehmen überhaupt verkaufen möchte. Diese Reihenfolge mag auf den ersten Blick kontraintuitiv erscheinen. Sie vermeidet jedoch, dass man sich bei der eigentlichen Verkaufsentscheidung im Kreis dreht. Hierdurch entstehen bewusste, bessere und im Ergebnis vorteilhaftere Verkaufsentscheidungen. Wenn das passiert, hat sich ein Exitplan bereits vor dem Exit gelohnt.

Denn es gibt ein Leben nach dem Exit. Man muss es sich nur vorstellen können.


Montag bis Freitag von 9 bis 22 Uhr stehen wir Ihnen persönlich und diskret zur Verfügung.
Rufen Sie uns an oder senden Sie uns eine E-Mail, unter Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme.