Immobilienblase? Die Ampel ist gelb oder gar dunkelgelb

Obwohl Studien seit Jahren vorrechnen, dass Immobilien sich als Finanzanlage oft nicht rechnen, sind viele Anleger immobilienverliebt. Die Ursache hierfür liegt einerseits in der physischen Präsenz einer Immobilie (man kann sein Vermögen sehen und anfassen) sowie in den sagenhaften Preissteigerungen der letzten Jahre.

Aber ergeben Immobilienkäufe bei dem heutigen Preisniveau noch Sinn? Und droht eine Immobilienblase? Die Preisentwicklungen bei Immobilien sind für die Bundesbank von hoher Bedeutung. Denn meistens sind Immobilien finanziert. Als Hüter der Stabilität unseres Finanzsystems fragt sich die Bundesbank daher regelmäßig, wie sicher Immobilienanlagen und damit Immobilienkredite sind. In einer heutigen Rede hat Vorstand Dr. Andreas Dombret die Einschätzung der Deutschen Bundesbank dargelegt:

Ich kann Sie beruhigen: Von einer Blase kann man in Deutschland zum aktuellen Zeitpunkt nicht sprechen. Aber als Bankenaufseher mache ich mir dennoch ernste Sorgen. Das liegt daran, dass bei allen drei genannten Faktoren die Ampeln langsam auf gelb oder gar dunkelgelb gesprungen sind.
Im Moment gibt es in Deutschland keine Immobilienblase, die die Finanzstabilität akut gefährdet. Aber die Ampel steht auf gelb: Erstens sind die Preise in den Städten, insbesondere den Großstädten, zu einem guten Teil Übertreibungen. Zweitens nimmt die Kreditvergabe zu und stützt sich dabei nicht zuletzt auf das Niedrigzinsumfeld. Und drittens sind die Vergabestandards noch nicht erkennbar aufgeweicht, aber es gibt Frühwarnindikatoren, die auf eine erhöhte Risikonahme der Kreditinstitute hindeuten. All dies veranlasst mich, dem Wohnimmobilienmarkt in Deutschland große Aufmerksamkeit zu schenken.

Lesen Sie die vollständige Rede hier.

Anleger können auch zu viele Immobilien besitzen

Was bedeutet diese Mahnung zur Vorsicht für Anleger? Viele Anleger haben Immobilien als wesentlichen Bestandteil in ihrer Vermögensstruktur. Und das kann durchaus sinnvoll sein. Es ist aber wichtig, darauf zu achten, dass der Immobilienanteil nicht zu hoch ist. Denn, entgegen der euphorischen Gefühle, die bei Immobilienbesitzern aufgrund der enormen Preissteigerungen der Vergangenheit entstehen, ist es tatsächlich möglich, dass ein Anleger einen zu hohen Anteil an Immobilien in seiner Vermögensstruktur hat.

Wenn Sie dieses nicht nachvollziehen können, denken Sie daran, dass Millionen von Amerikanern und Briten sich das auch nicht vorstellen konnten. Und sollte der Immobilienanteil in Ihrem Vermögen zu hoch sein, sind die Immobilienpreise, die heute erzielt werden können, vielleicht nicht die Schlechtesten.


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